Montag, 21. März 2011

Stilbruch

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Wie kann man denn so was machen?
...haben wir uns gefragt, als wir an jenem hochmodernen Neubau vorbei fuhren. Das ganze Haus schlicht, überall gerade, klare Linien, kein Schnörkel weit und breit. Fast bezugsfertig, noch kein Gartenzaun, aber vor dem Eingang plötzlich ein verschnörkeltes schmiedeeisernes Gartentor aus den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts. Ein Stilbruch, ein "Geht-Ja-Gar- Nicht"-Ensemble. Auf den ersten Blick jedenfalls.

Ich stieg aus und schaute mir den Corpus Delicti genauer an. Wir sind fast anderthalb Jahre täglich an diesem Grundstück vorbei gejoggt und konnten den Bau des Hauses mitverfolgen. Und daher konnte ich mich auch noch an das Haus erinnern, das vor dem Neubau dort gestanden hatte. Plötzlich wurde mir klar: es ist das Gartentürl der alten Eigentümer.

Das alte "Hexenhäuschen" ist fort. Der verwilderte Garten mit den Obstbäumen ist einem modernen Zweifamilienhaus gewichen. Das Gartentor ist kein Zufall, sondern ein Denkmal. Der Name der Familie ist immer noch eingraviert. Es bleibt ein krasser Stilbruch, aber einer mit Herz.

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