Freitag, 6. Januar 2012

Es gibt kein schlechtes Wetter


"Fotografieren bei Sonnenschein ist angenehm, aber man verpasst viel zu viele interessante Motive, wenn man die Kamera bei Regen liegen lässt. Für Fotografen und Wanderer gibt es kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Die Technik hält eine Menge aus, das einzige worauf Sie wirklich aufpassen müssen, sind Wasserspritzer auf dem Objektiv."

...so jedenfalls liest sich eine Textpassage, die ich unlängst fürs neue Buch verfasst habe. Natürlich habe ich immer auch "berufliche Gründe", meine Kamera(s) mitzunehmen, wenn ich unterwegs bin. Und gestern war mal wieder so ein Tag: Die morgendliche Wettervorhersage kündete von Sturmtief Andrea und der Regen-Vorschaufilm verhieß nichts Gutes. Einen Moment lang war ich geneigt, den großen Fotorucksack zu Hause stehen zu lassen und nur mit der kleinen Kamera los zu ziehen. Wieso das schwere Ding stundenlang mit herum schleppen, wenn ich mit der Kleinen auch ein paar Fotos würde machen können? Die ersten Bilder der "Sturm-Dokumentation" entstanden dann auch mit der G11.


Als es am Abend urplötzlich richtig ungemütlich wurde, griff ich doch noch in den Fotorucksack:


Die Kamera wurde nass, ich hatte Spritzer auf der Frontlinse, die den Autofokus irritierten, und das Auslösen mehrfach verhinderten. Wenn der Regen bei Windstärke 5 waagerecht von vorne kommt, ist man auch unter einem Torbogen nicht sicher. In solchen Situationen gilt nur noch das Motto "Draufhalten". Von den 20 Bildern, die ich machte, habe ich 17 wieder gelöscht. Über die anderen drei freue ich mich. Sie verankern einen besonderen Tag in meinem visuellen Archiv noch tiefer, als dies ohne Bilder der Fall gewesen wäre.

Natürlich kann man seine Ausrüstung schonen, dann gibt es kein Risiko, keine Wasserflecken und keine beschlagene Linse - aber eben auch keine Bilder. Hinterher habe ich meine Kamera natürlich gut behandelt, alles wieder trocknen lassen und die Linse schön geputzt.

Wer seine Kamera besser schützen will, der kann sie vorher einpacken. Der Regenschauer gestern erwischte mich unerwartet zwischen zwei Terminen, so dass keine Zeit war, die Obsttüten-Strategie anzuwenden, so wie ich es wenige Tage zuvor für die Silvesterfotos gemacht hatte:


Zutaten: Kreppband und Obsttüte, für Langzeitaufnahmen +Stativ und +Fernauslöser. Der Fernauslöser funktioniert auch unter der Hutze. 
Die große Streulichtblende an diesem Objektiv ist besonders von Vorteil, weil sie auch gut gegen Spritzwasser schützt.

Natürlich geht viel daneben, wenn man experimentiert. Aber die kleinen Perlen, die man geschenkt bekommt, wenn man die Komfortzone verlässt, sind es mir wert. 

Wo haben Sie zuletzt Ihre Komfortzone verlassen? 
Ich hoffe, Sie wurden mit guten Bildern belohnt!?

Kommentare:

  1. Servus,

    da ich als Anfänger (fast 60 Jahre alt) immer auf der Suche nach Tipps bin, kann ich mich nur bedanken.
    Ich bin viel in der Natur unterwegs und habe mich vorher nicht so recht getraut, bei Regen zu fotografieren. Jetzt habe ich wiede neue Möglichkeiten gefunden. Bitte so weiter machen.
    Servus
    Bruno Schulz

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  2. Vielen Dank, das freut mich sehr! :-) Was immer mir an Tipps einfällt: ich werde sie zu Papier bzw. in den Blog bringen. Viel Erfolg bei der künftigen "Regenfotografie"!

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