Freitag, 25. Januar 2013

Der siebte Tag

"Das könnte dir gefallen", meinte Roland vor etwa einem Jahr und drückte mir eine Visitenkarte in die Hand. Darauf stand so etwas wie "Fotoprojekt" und irgendwas mit "Der siebte Tag".

Kaum zu glauben aber wahr:
das ist ein analoges FOTO

Interessanten Tipps kann ich nur selten widerstehen, also ab ins Internet und nachgucken.
Beim Projekt von Przemek Zajfert geht ums Fotografieren mit einer Lochkamera, analog auf Film. Ein Blick in die Galerie verrät: Das Ergebnis wird unscharf, bunt und anders als alles, was man bis dato aus einer Kamera heraus bekommen hat.

In Ordnung, dachte ich, und bestellte mir zwei Filmdosen à 10 EUR. Das ist ein fairer Preis dafür, dass ich das Negativ nicht selbst in eine Dose frickeln, exakt platzieren und ein Loch in der richtigen Größe reinbohren muss. Für sowas habe ich zwei linke Hände und bin viel zu ungeduldig. Entwickeln und Einscannen musste ich den Film auch nicht - wunderbar. Die Filmdosen kamen postwendend, aber sie erschienen mir so wichtig und wertvoll, dass ich sie erst mal 11 Monate lang herum liegen ließ...


Am Silvesternachmittag 2012 packte es mich dann endlich, ich stieg aufs Dach. Lange hatte ich darüber sinniert, wo und wie ich die Dosen befestigen wollte - noch dazu im Winter bei Schnee. Möglichst unterschiedliche Bilder sollten es werden, also ließ ich eine Richtung Westen (1), eine Richtung Norden (2) blicken. Ich war neugierig, ob man die Spuren des nächtlichen Feuerwerks sehen würde, und ahnte bereits, dass die wacklige Entlüftungshutze für Motiv 2 zu einer Doppelkontur führen könnte. Egal!

Und dann ging das Warten los: Im Sommer wird 7 Tage lang belichtet, im Winter sind es satte zwei Wochen. Danach holt man die ausgelegten Dosen wieder rein, fischt den Filmstreifen im Halbdunkel aus der Dose, und muss ihn nur noch per Rückkuvert an Przemek Zajfert zurückschicken. Etwas später kann man sich das Ergebnis dann in einer Auflösung von 300ppi (ca. 2400 x 2400 px) aus der passwortgeschützten Galerie herunter laden. Die Motive werden auch in der öffentlich zugänglichen Galerie und auf facebook gezeigt.

Wer je den Wunsch verspürt hat, mal mit einer solchen Lochkamera zu experimentieren: einfacher geht's nicht.

Die Verbreitung der Bilder kann man nicht kontrollieren: jeder Projektteilnehmer hat Zugang zur passwortgeschützten Galerie und kann sich die Originale herunterladen. facebook ist sowieso ein Thema für sich. Trotzdem hat es mir Spaß gemacht. Ich bin angefixt und habe mir gerade drei weitere Filmdosen bestellt. Diesmal wird's schneller gehen mit dem Aufstellen und Einsenden!

Mehr über das Projekt und Bestellmöglichkeit
Facebook-Galerie "The 7th day"
Facebook Przemek Zajfert

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