Freitag, 10. Juni 2016

In eigener Sache: Meine Facebook-Policy

Im November letzten Jahres hatte ich mir überlegt, wie ich grundsätzlich mit Social-Media Profilen umgehen möchte. Über Twitter habe ich mich unlängst schon ausgelassen, heute ist Facebook dran.

Die Privatsphäre-Einstellungen dort lassen sich derzeit nur so setzen, dass man Freundschaftsanfragen entweder von allen Facebook-Usern erhalten kann, oder man wählt Freunde von Freunden. Für mich passt weder das eine noch das andere, denn für mein Profil gilt seit November 2015 die Regel: Personen, die ich persönlich kenne, bekommen von mir eine Freundschaftsanfrage.

"Freunde von Freunden", die ich (noch) nicht kenne, die aber auch mit mir befreundet sein wollen, kommen dabei leider am schlechtesten weg. Denen muss ich dann jedes Mal eine PN schicken und meine Strategie erklären. Deshalb heute ganz offiziell und ganz öffentlich im Blog: Es ist nichts Persönliches, wenn ich solche Anfragen nicht bestätige.

Warum so restriktiv? Ein Rückblick...

2010 habe ich mich bei Facebook angemeldet und das Netzwerk wuchs relativ schnell. Die meisten meiner Kontakte stammten von Anfang an aus dem realen Leben. Man kannte sich schon oder man lernte jemanden kennen und beschloss anschließend, über Facebook in Verbindung zu bleiben. Es ist ja auch so angenehm einfach: Hier ein paar Fotos, Videos und Informationen teilen, mit dem Like-Button signalisieren, dass man der gleichen Meinung ist. Über private Nachrichten (PN) kann man schnell etwas klären und man bekommt auf angenehm unterhaltsame Weise mit, was die Weggefährten gerade so beschäftigt. Dabei gibt man bekanntermaßen viele persönliche Informationen preis und erhält im Gegenzug eine Chronik als Gedächtnisstütze, wann man mit wem wo war und was man dort erlebt hat. Alzheimer Prophylaxe? ;-)



Warum ich Facebook nutze
Mit richtig guten Freunden telefoniere ich oder ich treffe sie - viele sind gar nicht bei Facebook aktiv. Bei jedem Fotokurs kommen neue Gesichter hinzu. Je mehr liebe und gute Menschen man kennenlernt, desto schwieriger wird es leider, sie alle zu treffen und persönlich zu sprechen. Facebook verschafft mir also die Möglichkeit, trotz räumlicher Distanz und engem Terminkalender die Verbindung zu halten. Bei manchen Leuten weiß ich einfach, dass ich sie mit einer PN dort am schnellsten erreiche, ohne zum Telefon greifen zu müssen.

Freunde vs. Follower
Durch das Internet und meine Buchveröffentlichungen sind weitere neue Kontakte entstanden, die anfangs auch über das persönliche Facebook-Profil liefen. Es gibt einige Kollegen, die ihr persönliches Profil wie eine Fanseite benutzen, und erst dann zum "gespaltenen Persönlichkeitsprofil" übergehen, wenn das Limit von 5000 Freunden erreicht ist.

Als ich beim Aufruf einiger Profile von "Freunden" nicht mehr so recht zuordnen konnte, wer dieser Mensch eigentlich ist, und wodurch der Kontakt entstanden war, entschied ich mich, zwischen "Freunden" und "Followern" zu unterscheiden, und legte mein Autorinnenprofil an. Im Zuge dieser Aufräum-Aktion habe ich etwa ein Drittel meiner Kontakte entfernt und seitdem sind etwa genauso viele neu dazu gekommen.
Mit 211 Likes ist meine Autorenseite bei FB nicht gerade der Renner, aber dafür erfreuen mich die steigenden Zugriffszahlen im Blog.

Content counts (Inhalt ist wichtig)
... heißt es immer. Die Anzahl von Facebook-Freunden und Likes gilt als Indikator dafür, wie beliebt oder wie bekannt jemand ist. Mit dem Wissen, dass selbst Promis Klicks und Likes kaufen, relativiert sich diese Einschätzung für mich. Klappern gehört zum Geschäft, je sichtbarer man ist, desto besser verkauft man ... Ich weiß, wie wichtig dieses ganze Marketing-Gedönse ist. Ja, ich werde es vielleicht noch irgendwann lernen. Bis dahin mache ich es weiter auf meine Weise und verfolge dabei klare Prioritäten:
Das nächste Buchprojekt liegt auf dem Tisch, der Abgabetermin steht fest und ich werde mich wieder eine Weile zurückziehen, um mich auf die Arbeit zu konzentrieren. Wer auf den Erscheinungstermin schaut, wird verstehen, warum das so ist. Im Juli steht dann auch noch der 5. Fotomarathon an.

Trotz Vielbeschäftigung: Wer konkrete Fragen hat, kann sich jederzeit über meine Autorinnenseite, über das Kontaktformular auf meiner Webseite oder per Kommentar hier im Blog bemerkbar machen.

Whatsapp?
...würde ich nur am Computer benutzen, weil mir das Gefummel am Handy überhaupt nicht liegt. Es gibt schon genug Ablenkungen, noch einen Kanal öffnen möchte ich nicht.

Menno!
Weil ich ein bißchen altmodisch bin, antworte ich nicht immer sofort. Ich habe feste Arbeits- und geregelte Auszeiten, in denen ich weder online noch telefonisch erreichbar sein möchte. Diese Zeiten dienen der Erholung und sind reserviert für Familie und Freunde. Mit denen gehe ich gerne auch mal eine Tasse Kaffee trinken oder in den Biergarten - vorausgesetzt der steht nicht gerade unter Wasser wie in diesen Tagen. Was bleibt ist die Hoffnung, dass der Hochsommer sonniger wird, und dass wir uns bei einer der nächsten Gelegenheiten im realen Leben begegnen. Dann klappt's auf jeden Fall mit der Facebook-Freundschaft. :-)





Nachtrag: Die Wissenschaftssendung nano auf 3sat greift das Thema Facebook unter dem Titel "Das Stress-Netzwerk" ebenfalls auf. Sehenswerter Beitrag in der Mediathek.

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