Donnerstag, 20. September 2018

TV-Tipps bis Mitte Oktober

Die neuen TV-Tipps von www.kunstlinks.de sind soeben eingetroffen.
Der Film, auf den ich seit langem warte, war in den letzten Filmtipps schon in der Vorschau: Beuys hat mit Fotografie nicht so viel zu tun, und mit Werken wie "Zeige deine Wunde" hatte ich schon immer gewisse Probleme. Nachdem ich verschiedene Berichte in Kultursendungen mit Ausschnitten aus diesem Dokumentarfilm gesehen hatte, wurde ich  neugierig. Sendetermin: 3.10.18 um 21:45 h auf arte.


Für Fotografen gibt's eine Dokumentation über Sigi Braun, einen Unterwasserfilmer. Der Beitrag läuft auf Servus TV, das heißt er ist nicht in einer Mediathek abrufbar. Wer sich für Lost Places Fotografie in Bayern interessiert, kann sich dazu eine Doku aus dem Jahr 2016 anschauen.

Bei mir stehen zwei andere Sendungen auf der Favoritenliste:
#Selfie - Ich - und die Welt, Eine Dokumentation "im Spannungsfeld zwischen den Anfängen des Selbstporträts und der heutigen Selfie-Manie". Dazu passt: Nicht ohne mein Smartphone - Ein Leben für Likes.

In der Rubrik "Themenübergreifend" empfehle ich zwei Sendungen, die vielleicht nicht so interessant klingen, aber als Ausgangspunkt für eigene Fotoprojekte dienen können:
  • Von der Dunkelheit ins Licht - Die Geschichte der urbanen Beleuchtung (arte, 25.9.) bietet viele Möglichkeiten einer fotografischen Umsetzung.
  • Interview mit einem Bild (rbb, 1.10.) dreht sich um das Motiv "Mensch und Meer in der Malerei". Wie kann man diesen Ansatz der Bildanalyse auf die Fotografie übertragen? Was würde ein Foto erzählen, wenn man es interviewt? Lassen Sie sich inspirieren.
Hier geht's zur Liste mit allen aktuellen Sendeterminen. Vielen Dank an Hermann Ludwig!

Montag, 17. September 2018

Dias und Fotos digitalisieren: Mein Workflow


Vor etwa einem Monat hatte ich berichtet, dass ich meine analogen Schätze dringend retten, sprich einscannen muss. Um die Aufnahmen wieder vorzeigbar zu machen, müssen sie nach dem Scannen bearbeitet werden. Das dauert oft genauso lange wie der reine Scanvorgang,  manchmal sogar länger. Zwar kann man eine gute Scan-Software so einstellen, dass die Bilder automatisch optimiert werden, aber das funktioniert nicht immer. Manche Bilder werden zu hell oder zu dunkel digitalisiert, bei anderen ändert die Automatikeinstellung das Bildformat und schneidet unterbelichtete Bereiche einfach ab. Beim automatischen Entfernen von Staub und Kratzern kann es ebenfalls zu Fehlern kommen. 

Neben dem Scanner sitzenbleiben, um sofort einzugreifen wäre eine Möglichkeit, aber ich verbringe meine Freizeit lieber anders.


Deshalb lasse ich die Magazine weitgehend unbeaufsichtigt durchlaufen und überprüfe anschließend, welche Bilder einen zweiten Scan brauchen. Diese Motive picke ich anschließend heraus und lege sie für später zurück. Die fehlerhaften Scans bleiben trotzdem vorläufig im Archiv, damit ich sie später ersetzen kann: Der neue Scan bekommt den gleichen Dateinamen und überschreibt die fehlerhafte Datei. Das sollte man natürlich nur machen, wenn man wach und aufmerksam ist, sonst heißt es: zurück an den Scanner...

Die Formatfrage
Als Dateiformat verwende ich im Gegensatz zu ScanCorner nicht das JPEG sondern das TIFF Format. Es hat den Vorteil, dass man Bilder auch mehrmals öffnen und bearbeiten kann, ohne dass sich die Bildqualität dabei dramatisch verschlechtert. TIFF-Dateien sind erheblich größer. Ich habe mich dabei für einen Kompromiss entschieden, damit die Datenmenge nicht zu groß wird. Gut 20MB pro Scan entspricht etwa der Datenmenge einer RAW-Aufnahme aus meinen aktuellen Kameras. Damit kommen Computer und Software gut klar und diese Qualität ist für 90% der vorhandenen Motive völlig ausreichend. Bei Fünf-Sterne-Motiven kann man die Auflösung weiter erhöhen und sie bei Bedarf ein zweites Mal scannen. 
Wenn ich JPEG-Dateien fürs Internet oder für andere Zwecke benötige, exportiere ich sie aus Lightroom, aber dazu später mehr.

Suchen, finden, archivieren
Die Dateien erhalten beim oder nach dem Scannen eindeutige Dateinamen und werden chronologisch in Ordner sortiert. Der Vorteil mit Dateinamen zu arbeiten besteht darin, dass die digitalen Dateien auf der Festplatte genau in der Reihenfolge sortiert werden, in der sie früher einmal als Diaschau gezeigt wurden. In der Lightroom-Bibliothek kann man die Sortierung beeinflussen, indem man die Sortier-Kriterien (zu finden am unteren Bildschirmrand) entsprechend einstellt. Auch hier ist das Arbeiten mit Dateinamen günstig.
Von den gescannten Bildern lege ich sofort ein Backup an, das beim späteren Bearbeiten einzelner Motive laufend aktuell gehalten wird.


Bildbearbeitung: Lightroom, Photoshop, ...?
Die Ordner mit den Analogmotiven importiere ich zunächst in Lightroom in einen eigens dafür angelegten Katalog. In der Lightroom Biblitothek habe ich einen besseren Überblick über die Motive und kann mir anschauen, welche sich überhaupt für eine intensivere Bearbeitung eignen. Ich beginne aber noch nicht mit der Entwicklung. Insbesondere das Enfernen von Staub und Kratzern finde ich in Photoshop mit dem Bereichsreparaturpinsel komfortabler als in LR, aber das ist Übungssache. Die fusseligen Originale braucht kein Mensch, darum überschreibe ich den Originalscan mit dem entfusselten aber ansonsten unbearbeiteten Bild aus Photoshop.

Bei diesem Motiv musste nur der Staub entfernt
und das exakte 2:3 Format eingestellt werden.

Diese Korrekturen erscheinen nicht automatisch in Lightroom. Man muss zunächst das Foto in der Bibliothek mit den Einstellungen von der Festplatte aktualisieren. Dabei würden alle Änderungen am zuvor importieren Foto - nebst Verschlagwortung - verlorengehen. Deshalb beginnt die Bearbeitung für mich in Lightroom erst, wenn das Entfusseln in Photoshop beendet ist.

Einstellungen vom Datenträger importieren:
Ja, nach dem Entfusseln in Photoshop!
 
Die Lightroom-Entwicklung läuft genauso ab wie bei anderen digitalen Dateien. Am Ende exportiere ich das bearbeitete Bild noch einmal als neue TIFF-Datei. Diese optimierten Endversionen lege ich unter neuem Namen zu den Originalen, aber in einen separaten Ordner.
Man kann alle Bearbeitungen nur in Photoshop oder nur in Lighroom machen oder auch in einem anderen Bearbeitungsprogramm. Meine Empfehlung: Behalten Sie einen fusselfreien Originalscan und legen Sie eine Kopie der Datei an, bei der Sie Farben, Schärfe und andere Dinge optimieren. Wenn Sie später doch noch einmal eine andere Ausarbeitung Ihres Motivs machen wollen, können Sie auf ein weitgehend unbearbeitetes Original zurückgreifen und haben mehr Möglichkeiten.

Originale: Aufbewahren oder entsorgen?
Die große Gretchenfrage, die sich ganz am Ende unweigerlich stellt lautet: Originaldias bzw. Abzüge aufheben oder nicht? 
Ich habe einen Teil meiner Dias vor etwa fünfzehn Jahren schon einmal gescannt, damals mit niedrigerer Auflösung. Werde ich in weiteren fünfzehn Jahren mit Bedauern feststellen, dass ich das alles nochmal machen muss? 
  1. Die Originale altern, sie verblassen, verkratzen, verstauben und werden nicht besser.
  2. Die Qualität moderner Digitalbilder und -kameras setzt den Maßstab beim Betrachten alter Fotos. Gescannte Bilder lassen sich optimieren, sind aber selten so scharf und so gut wie ganz neue Bilder. 
  3. Der Fotograf lernt dazu: Viele alte Fotos entsprechen nicht mehr meinen heutigen Qualitätskriterien und ich kann mich schmerzlos von solchen Originalen trennen.

Deswegen reicht mir beim Digitalisieren der Kompromiss. Die besten Bilder picke ich  noch einmal heraus, um sie aufzubewahren. Die Dias werden mit Sicherheit nicht mehr projiziert.  Darum müssen sie auch nicht mehr in den sperrigen und hässlichen Plastikmagazinen ihr Dasein fristen.
Schachteln für jeden Geschmack gibt's im 1-EUR-Shop. Wenn solche Boxen irgendwann  nicht mehr zum Einrichtungsdesign passen, oder wenn wieder ein Umzug ansteht, kann man ja nochmal überlegen, ob sie bleiben dürfen oder gehen müssen.



Eine kleine Anekdote zum Schluss...
Der Diascanner macht komische Geräusche, er brummt, klappert und pfeift stundenlang im Arbeitszimmer vor sich hin. Wenn es still wird weiß ich, dass ich wieder ein Magazin nachlegen muss. Am Sonntagabend räume ich alles beiseite, damit mein Mann während der Woche in diesem Raum in Ruhe arbeiten kann. Gestern fragte er mich, wie lange das denn nun eigentlich noch so weitergehen solle. Ich legte ihm die grobe Berechnung vor und meinte: "Wenn ich konsequent dranbleibe sind wir bis zum Jahresende mit den Dias durch." Ich habe ihm nicht gesagt, dass ich mindestens genauso viele Fotoabzüge einzuscannen habe. Er hält mich auch so schon für verrückt.


Donnerstag, 13. September 2018

Warum so teuer?

...Guten Abend...meinen Sie das Preis von 115€ für ein Handbuch nicht zu Hoch ist..nach meine Meinung Sie sollen sofort reagieren und ,leider ich muß sagen, diese Preis-Frechheit bei Amazon und eBay klären. Wer bezahlt das ? Ist das wirklich Wertvoll? Ich muß das wiesen , habe nie über 50 € für Fotohandbuch bezahlt..Bin gespant was Sie mir antworten...115€ sagen Sie ehrlich ! LG aus Neuwied
Kommentar zu Lumix FZ1000 / FZ2000 - Neuigkeiten zu den Handbüchern




Nachrichten wie diese bekomme ich sehr oft und die Antwort darauf lautet:

Vergriffene Bücher sind manchmal noch bei eBay und Amazon erhältlich. Dort werden stellenweise schwindelerregende Summen verlangt, was die Gemüter natürlich erhitzt. 
Weder ich noch der Verlag haben Einfluss auf die Preise des Second-Hand-Markts und wir haben auch keinen Nutzen davon. Der Verkaufserlös geht - nach Abzug der Gebühren der jeweiligen Verkaufsplattform - direkt an den Privatverkäufer. Er ist derjenige, der seinen Second-Hand-Preis individuell festlegt.

Grundsätzlich gilt in Deutschland zwar die sogenannte „Buchpreisbindung“, doch sie endet, sobald ein Verlag den Titel aus dem Programm nimmt. Das ist bei einigen meiner Bücher der Fall.

Wenn zu diesem Zeitpunkt noch eine sehr hohe Nachfrage nach einem Buch besteht, dieses vom Verlag aber nicht mehr nachgeliefert wird, gelten die Gesetze des Marktes: Die Nachfrage bestimmt den Preis. Der Verkäufer kann festlegen, was er für sein Buch haben möchte. Ob ein Käufer bereit ist, den geforderten Preis für eine „Rarität“ zu bezahlen, liegt im Ermessen des Einzelnen. 

Speziell bei Kamerahandbüchern tritt dieser Fall häufig auf. Diese Bücher erscheinen grundsätzlich in einer niedrigeren Auflage als klassische Fotolehrbücher. Bei bleibend hoher Nachfrage gibt es einen Nachdruck, zum Beispiel beim Handbuch zur FZ300. Sobald die Verkaufszahlen unter einen bestimmten Schwellenwert fallen wird nicht mehr nachgedruckt. Die noch vorhandenen Restexemplare werden abverkauft, danach verschwindet der Titel aus dem Verlagsprogramm und fällt nicht mehr unter die Buchpreisbindung. Einzelne Rest- oder Gebrauchtexemplare sind dann nur noch im sogenannten Antiquariat erhältlich mit den oben beschriebenen Konsequenzen. 

Die Rechte an meinen Texten und Bildern fürs Kamerahandbuch zur FZ1000 hatte ich zurückbekommen und eine Neuauflage im Selbstverlag - vornehmlich als E-Book geplant. Nach Sichtung der Dateien und Überarbeitung des ersten Kapitels wurde aber schnell klar, dass mich dieses Projekt mehrere Wochen beschäftigen würde. Obwohl ich mich sehr freue, dass immer noch so viele Leserinnen und Leser an diesem Buch interessiert sind, ist der Aufwand im Verhältnis zum Ertrag aus einem solchen E-Book schlichtweg zu groß. Für diese schweren Herzens getroffene Entscheidung bitte ich um Verständnis.