Dienstag, 16. April 2019

Blümchenzeit mit der Lumix FZ1000 II

Die letzten beiden Wochen bin ich mit der FZ1000 II nur vor dem Computer gesessen und habe mich durch sämtliche Menüs und Funktionen geklickt. Seit gestern Mittag lacht die Sonne vom Himmel und deshalb musste ich einfach für ein paar Stunden raus an die frische Luft. 

Mitgebracht habe ich ein paar Bilder aus dem Münchner Rosengarten. Meinen Münchner Leserinnen und Leser möchte ich gerade jetzt einen Besuch wärmstens ans Herz legen: Die Magnolien stehen in voller Blüte, wie man hier unschwer erkennen kann. Nur noch ein paar Tage, dann ist der Zauber auch schon wieder vorbei. Egal wo Sie leben: Jetzt ist die perfekte Zeit, um der Natur beim Aufblühen zuzuschauen.


Farbkontrast Gelb/Blau - hier  bewusst verstärkt mit dem "Spielzeugeffekt"
aus dem Kreativmodus, den es an allen Lumix-Modellen gibt.
Hier hätte der Autofokus noch etwas Nachhilfe gebraucht,
er wollte konsequent auf die hintere Blüte scharfstellen.

300 mm | 1/1600 s | f4 | ISO 125 - Ausschnitt leicht korrigiert.


Die beiden Personen im Hintergrund habe ich ganz bewusst ins Bild genommen:
Selektive Schärfe mit f4 bei 400 mm Brennweite - klappt hervorragend.
Beim Ansteuern des AF-Punkts war keine Nachhilfe per Touchscreen nötig,
die Kamera hat das Hauptmotiv vollautomatisch sicher erfasst.

400 mm | 1/400 s | f4 | ISO 125 - Out of cam

Bei so einem Motiv hilft überhaupt kein Autofokus, hier habe ich manuell scharfgestellt.
Einfach den Schalter auf MF drehen, dann erscheint die Lupenansicht mit dem
sogenannten Focus Peaking, das genau anzeigt, welche Bereiche scharf werden.
Die Amsel war so freundlich ruhig sitzenzubleiben, bis ich auf ihr Auge fokussiert hatte.

400 mm | 1/200 s | f4 | ISO 125 - Out of cam


Das war eine Herausforderung für die Fotografin:
Die Kamera lag UNTER der Schlüsselblume.
Dank Schwenkdisplay konnte ich von oben sehen, was ich fotografieren wollte,
allerdings schaltete sich der Monitor immer wieder aus, weil der Sucher verdeckt war.
Lösung: LFV-Taste drücken, um den Monitor in den Dauerbetrieb zu schalten.
Scharfgestellt habe ich hier per Touchscreen auf die Blüten.

28 mm | 1/1300 s | f4 | ISO 125 - Out of cam

Hier sollte sich die rote Magnolie vor dem Hintergrund
der rosaroten "Artgenossen" gut abheben,
ohne dass die Blüten im Hintergrund zu scharf
und somit zu dominant werden.

240 mm | 1/640 s | f4 | ISO 125 - Out of cam

Natürlich habe ich auch noch andere Sachen ausprobiert - Post Fokus und 4K Foto und die schnelle Serienbildschaltung, das Blenden-Bracketing, die Belichtungsreihe, den Aufhellblitz mit verschiedenen Korrekturen, HDR, iDynamik und was es nicht alles gibt. Alles very nice to have - aber man kann auch ohne diesen ganzen Schnickschnack schöne Fotos schießen. Das einzige, was ich wirklich oft vermisst habe war... Brennweite. Seit ich die Coolpix P1000 benutzt habe, ziehe ich an jeder anderen Kamera verzweifelt am Zoomhebel und denke: MIST!  Jetzt muss ich erst mal wieder ein bisschen bescheidener sein und andere Motive entdecken. Ja, das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Auf jeden Fall macht die FZ1000 II sehr viel Spaß und ich freue mich auf die nächsten Ausflüge mit ihr. Das Handbuch mit diesen und weiteren neuen Bildern gibt's dann ab dem 26.7.19.


25 mm | 1/2000 s | f3,5 | ISO 125 | aufgenommen mit Kreativmodus (Lowkey)
Linien- und Farbkorrektur in Lightroom


Mehr Brennweite wäre hier fein gewesen,
weil die Enten und Schwäne heute nur in der Ferne ihre Faxen gemacht haben.

Dieses Bild ist eine (ziemlich starke) Ausschnittvergrößerung,
die ansonsten unbearbeitet ist.

Schnelle Serienbildschaltung, Modus S mit 1/1000 s | ISO 400 -
 der AFC und der Einzel-AF waren treffsicher, auch auf die Distanz.


Freitag, 5. April 2019

TV-Tipps und mehr



Die neuen TV-Tipps von www.kunstlinks.de sind eingetroffen, vielen Dank an Hermann Ludwig. 

Diesmal gibt es drei jeweils 30minütige Sendungen über die Fotografen Robert Capa, Man Ray und Alfred Stieglitz (arte). In der Rubrik Seitenblicke geht es um das Analoge, das wir im digitalen Zeitalter mehr und mehr hinter uns lassen. Anfassen erwünscht - oder warum wir unsere Handschrift brauchen.

Hier geht's zur Liste mit den aktuellen Sendeterminen für den April.

Diese Gelegenheit nutze ich auch wieder für einen Ausstellungstipp: Die Fotofreunde Pfaffenhofen laden zur Ausstellung 2019.

Klick aufs Bild für größere Ansicht



Dienstag, 2. April 2019

Lumix FZ1000 II - Ein erster Eindruck

Das erste Kapitel jedes neuen Kamerahandbuchs macht am meisten Arbeit, zwingt mich aber auch dazu, die Unterschiede zwischen dem Vorgängermodell und einer neu erschienenen Kamera genau unter die Lupe zu nehmen. Mein erster Eindruck: Es hat sich etwas getan. Wer seine alte FZ1000 intensiv genutzt hat, für den lohnt sich der Umstieg nach viereinhalb Jahren.

400 mm | 1/500 s | f4.0 | ISO 125 | iA+

Die Ladeschale für den Akku gibt es nicht mehr, die neue FZ1000 wird direkt per USB-Kabel aufgeladen. Da es sich um den gleichen Akku-Typ handelt,  kann man die vorhandenen Akkus und die Ladeschale weiter benutzen. Für den Objektivdeckel gibt es jetzt eine Schnur, um ihn an der Kamera zu befestigen.

Obwohl die neue FZ1000 im Prinzip genauso funktioniert wie ihre Vorgängerin, bringt die Bedienung per Touchscreen diverse Änderungen mit sich. Das neue Kameramenü entspricht in weiten Teilen dem der kleineren Lumix TZ202 und ist umfangreicher als bei der alten FZ1000. Es hat im Individualmenü eine neue Struktur mit einer sinnvollen Zwischenebene erhalten, und im Reiter Mein Menü kann man sich die am häufigsten benutzten Funktionen individuell zusammenstellen. Das hatte mir an der TZ202 schon sehr gut gefallen.

Die neue Struktur macht das Individualmenü übersichtlicher.

Außen am Kameragehäuse gibt es jetzt acht echte Funktionstasten, vorher waren es "nur" fünf. Vier weitere erreicht man über den Touchscreen. Die Belichtungskorrektur erfolgt jetzt nicht mehr durch Drücken des hinteren Einstellrads, die Funktion hat wie bei anderen Kameraherstellern eine eigene Fn-Taste bekommen. Die Panasonic-spezifischen Funktionen 4K-Foto und Post Focus sind auf dem Antriebsmoduswahlrad links oben am Gehäuse untergebracht, und genauso schnell ansteuerbar wie die Serienbildfunktion oder der Selbstauslöser. Die Panoramafunktion hat auf dem Moduswahlrad eine eigene Schalterstellung bekommen, dafür musste C2 weichen.
Die Funktionstastenbelegung der neuen FZ1000 ist anders: Drei Tasten befinden sich links am Objektiv, so dass man bei der Handhabung der Kamera einige Handgriffe neu lernen muss. Der mechanische Schalter zum Ein- und Ausschalten des Bildstabilisators fehlt, dafür hat die FZ1000 II eine Taste, die den Bildwinkel beim Zoomen vorübergehend verkleinert, wenn man das Motiv aus den Augen verloren hat. Der hatte mir bisher nicht gefehlt, aber an der Nikon P1000 habe ich ihn schätzen gelernt. Wie immer sind die Fn-Tasten an der Lumix individuell konfigurierbar, so dass man sich die Funktion Bildstabilisator auf eine dieser Tasten legen kann. 

Insgesamt fällt die Umstellung von der alten auf die neue FZ1000 leicht, weil die am häufigsten benutzten Tasten weiterhin an derselben Stelle untergebracht sind, sie heißen jetzt nur anders. Für das schnelle und exakte Scharfstellen per Autofokus ist der Touchscreen ein großes Plus, auch die Menüs und Funktionen sind schneller ansteuerbar. Der elektronische Sucher ist super, es gibt keinen Mäusekino-Effekt und man berührt den Touchscreen auch nicht versehentlich mit der Nase. Insgesamt kann man sagen, dass die FZ1000 II im Hinblick auf Funktionsumfang und Menüführung auf den neuesten Stand gebracht wurde.
400 mm | 1/125 s | f4.0 | ISO 160 | iA+

Schärfeprobleme mit dem Objektiv wie bei der FZ2000 konnte ich bisher nicht entdecken, beim Bildrauschen scheint die neue FZ1000 sogar noch besser abzuschneiden als die alte. Diese Punkte werde ich in den nächsten Wochen noch genauer testen. Sehr erfreulich ist der Umstand, dass man jetzt auf f11 (bisher f8) abblenden kann, diese Information fehlt derzeit noch im Datenblatt bei digitalkamera.de. Einen integrierten ND-Filter habe ich leider nicht entdeckt, insofern ist es tröstlich, dass der Gewindedurchmesser des Objektivs gleich geblieben ist. Alle Filter, die man für die alte FZ1000 angeschafft hat, können weiterverwendet werden.


Bei Nahaufnahmen mit dem Weitwinkel sieht man die Blendenwirkung deutlich und tut gut daran, bei f2,8 exakt scharfzustellen. Die Rohdateien werden vom Adobe RAW-Konverter aktuell noch nicht erkannt, ich hoffe auf ein baldige Aktualisierung. Alle Bilder auf dieser Seite sind Kamera-JPEGs, aufgenommen mit der Automatik iA+.


Ich bin nur eine Gelegenheitsfilmerin, werde aber speziell für die Videofreunde ein paar Aufnahmen machen, um den Bildstabilisator und das eingebaute Mikrofon zu testen. Jetzt muss ich erst mal weiter schreiben, damit das Handbuch pünktlich fertig wird.  :-)

Für alle, die sich für die technischen Daten interessieren, gibt es bei Digitalkamera.de den kompletten Laborbericht für 1,40 EUR zum Herunterladen.



Sonntag, 31. März 2019

Photoshop-Alternativen: Zoner Photo Studio X

Zoner Photo Studio X ist ein mächtiges Bildbearbeitungsprogramm, das sich hinter Photoshop und Lightroom nicht verstecken muss. Vor einiger Zeit erhielt ich das Angebot, die Software mit einem kostenlosen Jahresabo zu testen. In meinem Artikel zu den Bildbearbeitungsgrundlagen erscheint Zoner nicht, weil es diese Software nur noch im Abo gibt. Allerdings liegen die Kosten mit derzeit 39,- EUR jährlich oder 3,99 EUR/Monat deutlich unter denen für das Kombipaket aus Photohop und Lightroom. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man die Software nicht nur auf zwei, sondern auf beliebig vielen Rechnern installieren und nutzen kann.

Dazu muss man ein Zoner-Konto eröffnen und den Datenschutzbestimmungen des Herstellers zustimmen. Die Einstellungen, mit denen man per Mausklick das Tracking des eigenen Nutzerverhaltens ausschalten kann, sind nicht ganz leicht zu finden: Sie befinden sich nicht im Zoner-Konto sondern in den Einstellungen des Programms.

Klick aufs Bild für vergrößerte Ansicht
Die Benutzeroberfläche von Zoner Photo Studio X entspricht dem modernsten Standard: Links befindet sich der Zugang zum Dateisystem, zu den Cloud-Anwendungen und zu Facebook (wer so wahnsinnig ist das zu aktivieren...). Rechts oben wechselt man zwischen verschiedenen Modulen.


Man muss die bereits vorhandenen Bilder nicht in eine Datenbank importieren, aber man kann die Funktion Import verwenden, um Fotos von der Kamera automatisch in einen bestimmten Ordner auf der Festplatte zu kopieren.


Das Modul Manager entspricht der Lightroom-Bibliothek, dient also dem Verschlagworten und Organisieren von Fotos. Auch beim Modul Entwickeln findet man sich als Lightroom-Umsteiger mit den typischen Schiebereglern schnell zurecht. Im Modul Editor sind die Funktionen untergebracht, für die ich normalerweise zu Photoshop wechseln würde: Hier kann man mit mehreren Ebenen arbeiten und Montagen erstellen, Text auf den Bildern platzieren oder komplexere Auswahlen erstellen. Das vierte und letzte Modul heißt Erstellen und enthält standardisierte Layouts zum Beispiel für Fotobücher und Kalender. Weitaus wichtiger dürften hier die Funktionen für den Druck und die einfache Videobearbeitung sein.

Die Werkzeuge sind im Editor und im Entwickeln-Modul teilweise identisch. Wie bei Lightroom sind sie in einer kleinen waagrechten Leiste angeordnet. Fährt man mit der Maus über die Symbole, erscheint die Bezeichnung der Werkzeuggruppe. Klickt man das Symbol an, öffnet sich unmittelbar darunter der Einstellungsbereich für das jeweilige Werkzeug.
In den Untermenüs bei den Korrekturen und Effekten eröffnen sich jede Menge Möglichkeiten.

Frei schwebende Fenster oder beliebig konfigurierbare Reiter gibt es kaum, dafür kann man bestimmte Bearbeitungen als Favoriten im Korrekturen-Menü oben auflisten lassen.

Selten benutzte Funktionsgruppen und die seitlichen Spalten lassen wie gewohnt aus- und wieder einklappen. Insgesamt empfinde ich die Bedienoberfäche gemessen an der Komplexität des Programms übersichtlich und gut strukturiert.

Den Workflow anpassen!
Die Verschmelzung von Photoshop- und Lightroom-Funktionen in einem Programm hat mich bei meinen ersten Bearbeitungstests ein bisschen ins Schleudern gebracht. Im Entwickeln-Modul muss man die Fotos nicht speichern, genau wie bei Lightroom. Egal ob Rohdatei oder JPEG: Die Änderungen werden in einer Datei mit der Endung data.zps automatisch protokolliert und im gleichen Ordner gesichert wie das Originalfoto. Wechselt man aber in den Editor, muss man das dort (weiter) bearbeitete Foto unter neuem Namen speichern. Das ist logisch, das muss man beim Wechsel von Lightroom zu Photoshop auch. Allerdings kann man in Zoner auch bei einer Rohdatei sofort mit Ebenen arbeiten. In Photoshop schaltet sich zunächst der Rohdatenkonverter mit einem eigenen Fenster dazwischen.

Dateien mit Ebenen können nur im Editor bearbeitet werden, darum sollte man sich beim Workflow möglichst an die Reihenfolge der Module halten. Man wird von der Software zuverlässig ans Speichern erinnert, sobald man den Editor verlässt, aber für Lightroom-Spezialisten, die häufig zwischen den Modulen hin- und herzappen, ist die Aufforderung zum Speichern eine Umstellung. Bei mir hat sie anfangs dazu geführt, das ich von einem Bild unterschiedliche Versionen mit verschiedenen Bearbeitungsschritten erhielt, oder Änderungen versehentlich nicht gespeichert hatte. Die liebe Routine...

Einmal Zoner, immer Zoner?
Lightroom-Anwender kennen das Problem: Man hat vielleicht schon jahrelang mit der Software gearbeitet und in den programminternen Katalogen und Datenbanken schlummern alle Entwicklungseinstellungen. Wenn man die entwickelten Fotos nicht konsequent als neue Dateien exportiert, kann man beim Wechsel auf eine neue Software viele Bearbeitungen verlieren.

Montag, 25. März 2019

Neuerscheinungen: Handbuch zur Coolpix P1000 und Digitale Fotografie

























Wenn die Belegexemplare eintreffen weiß ich, dass meine Bücher im Handel erhältlich sind. Für mich ist es der offizielle Projektabschluss und es ist immer schön, wenn die Arbeit mehrerer Monate "greifbar" wird. Diesmal sind es gleich zwei Neuerscheinungen: Das Buch Digitale Fotografie ist in der dritten vollständig überarbeiteten Auflage erhältlich, auch als E-Book für EUR 12,90. Für Einsteiger ist es nach wie vor ein kompakter Einstieg in die Fotografie zum kleinen Preis. 
Beim Verlag Vierfarben/Rheinwerk anschauen - Leseprobe aufrufen

Über die Nikon Coolpix P1000 hatte ich hier im Blog schon ausführlich berichtet. Eigentlich hätte ich meine Leihkamera jetzt zurückgeben müssen, aber das kommt nicht in Frage. Ich behalte sie, damit ich auch in Zukunft ungewöhnliche Aufnahmen mit extrem langer Brennweite machen kann.
Das Handbuch zur P1000 ist kleiner und handlicher als die früheren Hardcover-Bücher. Das finde ich gut, weil man es besser in den Urlaub mitnehmen kann. Wer es sich noch leichter machen möchte, kann auch hier zum E-Book greifen, das in mehreren Formaten (PDF, EPUP, mobi) für verschiedene Ausgabegeräte zur Verfügung steht.

Gerade bekomme ich die Nachricht, dass die FZ1000 II auf dem Weg zu mir ist. In nächster Zeit werde ich also etwas weniger bloggen und mich auf das nächste Handbuch konzentrieren.Wenn Sie keine Beiträge verpassen wollen, können Sie neue Artikel per E-Mail abonnieren. Das Eingabfeld für die Mailadresse finden Sie in der rechten Navigationsspalte direkt über dem Chili-Motiv.