Freitag, 17. September 2021

Skurrilitäten des Alltags

Das Foto von den scheppsen Zeitungsstapeln wollte ich eigentlich schon im Artikel Foto-grafisches zeigen, aber dieses Motiv ist mehr als eine grafische Spielerei. Unser Gehirn sieht gerne Formen, auch dort, wo eigentlich gar keine sind. Das gilt insbesondere für Gesichter. Hier habe ich an einen Schuh gedacht, aber diesen Schuh müssen Sie sich nicht anziehen. Das Motiv passt in meine #Minimalismus-Sammlung und hat die Schlagwörter #Formen #Linien #Strukturen #Bildaufteilung #monochrom #Licht&Schatten bekommen. Wie so oft ist es mit dem Smartphone im Automatikmodus aufgenommen. 

Solche Motive muss man erst mal finden, es gibt sie nicht wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Viele skurrile Schnappschüsse sind fotografisch weniger aufregend, aber ich finde sie inhaltlich wertvoll, weil sie mich zum Schmunzeln bringen. Haben Sie Lust auf eine neue Episode des "Ratgebers für seltsame Alltagssituationen?"

Montag, 13. September 2021

Street Art!

Moment mal... ist das nicht einer von diesen Rahmen, in denen sich sonst Werbeplakate befinden? Aber wofür macht dieses großformatige Schwarzweißposter Werbung? Oktoberfest... ja, das wäre jetzt bald gewesen, wenn es stattfinden hätte können. Was hat es mit diesem Foto auf sich?

Schon seit einiger Zeit sind mir ähnliche Fotomotive bei meinen morgendlichen Einkaufs- und Spazierrunden aufgefallen. Welcher Fotograf macht hier eine "Guerilla Ausstellung" im öffentlichen Raum? Das ist mutig, weil sich diese Aktionskunst in mehrfacher Hinsicht über geltende Vorschriften und Gesetze hinwegsetzt, oder sich zumindest "in der Grauzone" bewegt.

Sonntag, 12. September 2021

Gestalten mit Fokuspunkt, Blende und Schärfentiefe

70 mm | f3,7 | 1/200 s | ISO 125 (Lumix FZ1000ii)


Die Einstellung der Blende wirkt sich auf die sichtbare Schärfentiefe im Bild aus. Diesen Satz haben Sie sicher schon oft gehört oder gelesen. Oder auch: Mit einer offenen Blende lässt sich das Motiv vom Hintergrund lösen. Das ist alles richtig, aber es ist nur die halbe Wahrheit. 

Sie erkennen das Motiv natürlich wieder. Vielleicht hatten Sie sich gefragt, warum ich die Distel nicht von der anderen Seite fotografiert hatte: Wegen des weniger interessanten, aber auch näher gelegenen Hintergrunds. Der wird sehr schnell zu einem unruhigen Störfaktor. Außerdem rennen Leute am Motiv vorbei. Als ich gerade dabei war dieses Foto zu machen, kamen zwei Jogger angetrabt, und mit ihnen kam eine spontane Bildidee. Wie stelle ich jetzt meine Kamera schnell auf die neue Situation ein?

Donnerstag, 9. September 2021

FotoGrafisches

Smartphone | 28 mm | f1,9 | 1/470 s | ISO 40
 

Bevor ich Sie mit einem Artikel über Blende und Schärfentiefe peinige, wie wäre es zwischendurch mit etwas Einfachem? Minimalismus - Linien und Licht. Langweilig? Naja, es sind eben Motive, die weniger als tausend Worte benötigen. 😁 Trotzdem kann man damit ganz gut arbeiten. Grafische Motive sehen oft schön aus, sind als Wandschmuck oder als Grußkarte dekorativ, und die Beschäftigung damit trainiert den sogenannten fotografischen Blick

Dienstag, 7. September 2021

Humbug

 

Ein Bild sagt mehr als hundertvierzigtausend Worte, titelt der Newsletter-Betreff der Münchner vhs, der gerade in meinem Posteingang gelandet ist. Wissen Sie, wie lange es dauert, bis Sie hundertvierzigtausend Worte gelesen haben? Das entspricht einem Buch mit etwa 450 Normseiten. Wenn Bilder wirklich so viel quatschen, wieso schauen wir sie dann nur ein paar Sekunden lang an? Und: Haben wir dann wirklich alles verstanden, was sie uns so beredt erzählen wollten? Ich habe da so meine Zweifel. Schon der große Weise Loriot wusste, wie schnell man sich mit Sprache vertüddeln kann. Bei der Bildsprache gilt das erst recht.

Der vhs-Newsletter drehte sich nicht um Fotografie, sondern um Bildende Kunst. Da wird mehr mit Symbolen gearbeitet als in der klassischen Fotoszene oder bei Instagram. Für ein Bild von Hieronymus Bosch oder Salvador Dalí mag das mit den hundertvierzigtausend Worten hinkommen. Aber selbst wenn ein Bild mehr als tausend Worte sagt, muss man sich schon überlegen: zu welchem Inhalt bitteschön? Und was genau sagen die denn so, diese Bilder?

Dienstag, 24. August 2021

Farbstich

200 mm |  f4 | 1/40 s | ISO 1600 | -1

Ich wüsste jetzt gerne, wie Sie die Farben in diesem Foto wahrnehmen. Sieht es für Sie natürlich aus? 

Heute früh lief ich über eine kleine Brücke und war plötzlich total gefangen von den Grüntönen, die mich umgaben. Es ist August, eigentlich noch Spätsommer, aber es war dunkel wie im Spätherbst, der Himmel bedeckt und mittelgrau. Eigentlich war es ein total trister Morgen, an dem man keine intensiven Farben erwarten würde. Und dann dieses unglaubliche Grün! Ich holte meine Lumix aus dem Rucksack und machte ein paar Bilder. Aber schon beim ersten Kontrollblick auf den Monitor musste ich feststellen, dass irgendetwas nicht stimmte, denn die Fotos zeigten nicht das, was ich gesehen hatte: Ein schnödes Foto vom Bach, wie ich ihn normalerweise kannte. Häh? Ich hab doch nichts geraucht, so früh am Morgen. Was ist da los?

Freitag, 20. August 2021

Schon krass, oder?

 

Das ist jetzt kein Scherz und kein Fake. Gestern habe ich noch geschrieben: "Jetzt bin ich auf der Suche nach einem "Nein", und gespannt, wann ich es finde." Es hat keine 24 Stunden gedauert. Zufall, ja klar. Oder vielleicht doch ein Beleg für Dr. Joseph Murphys These? 

Probieren Sie es selbst aus. 
 

Donnerstag, 19. August 2021

Das Motivprogramm im Kopf

Der Rot-Grün-Kontrast findet sich in der Natur wahrscheinlich am häufigsten: rote Blüten oder Früchte neben grünen Blättern, oder auf einer grünen Wiese. Fotografisch funktioniert diese Kombination fast immer, also geht bei mir im Kopf sofort die "Motivklingel" an, wenn ich diese Farbkombination sehe. Das ist so etwas wie ein eingebautes Motivprogramm. Die gleichnamigen Kameraprogramme erkennen bestimmte Szenen erst, wenn Sie Ihre Kamera darauf richten, aber sie sagen Ihnen nicht, ob es ein attraktives Motiv ist. Für mich ist die Motivsuche der spannendste und entspannendste Teil des Fotografierens.

Samstag, 14. August 2021

Distel reloaded - Vergleichsfotos

Lumix FZ1000ii | 170 mm | f4 | 1/400 s | ISO 125

 

Die "Zwei Minuten Distel" habe ich noch zweimal besucht und fotografiert: einmal auf dem Nachhauseweg, also erneut mit dem Smartphone, und am nächsten Morgen mit der Lumix FZ1000ii. Als ich das Motiv zum ersten Mal entdeckte, sah es vor meinem inneren Auge so aus, wie oben abgebildet, also ein ganz klassisches, "idealtypisches" Blumenfoto.
Eigentlich hätte ich mit dem Fotografieren aufhören können, nachdem ich meine Idealversion im Kasten hatte. Doch das Motiv eignet sich gut für eine Bildgestaltungsstudie, darum habe ich mir beim zweiten Mal insgesamt neun Minuten Zeit dafür genommen. Dieses Mehr an Zeit war notwendig, um verschiedene Einstellungen an der Kamera, und verschiedene Perspektiven auszuprobieren.

Donnerstag, 12. August 2021

Wer hat mein Motiv aufgegessen!?

  

Als ich diese Blüte am Wegesrand vorgestern fotografierte, war ich in Eile, und habe mir mit dem Bildausschnitt nicht die nötige Mühe gegeben. Dank Bildbearbeitung kann man das nachträglich retten, danach hat man aber nur eine Datei mit verringerter Größe. 

Die Kapuzinerkresse ist wahrscheinlich eine der bekanntesten essbaren Blumen. Der Name fiel mir nicht ein, aber ich kenne dieses leckere Gewächs. Beim Fotografieren dachte ich noch: Pass auf, dass du nicht gefressen wirst! Am nächsten Tag war es um das Motiv bereits geschehen, also kein neues Foto. Je nachdem, wie wichtig mir ein Motiv ist, desto mehr Zeit und Mühe verwende ich auf die Bildgestaltung. In diesem Fall reicht die Auflösung für den Blog als Anekdote, und bei der Gelegenheit habe ich noch einen kleinen Tipp für Sie.