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Donnerstag, 13. Juni 2019

Fotografie ist Sport #blogparade

Bald ist wieder #Fotomarathon in München, genauer gesagt am 20.7.

Irgendjemand hat irgendwann einmal gesagt, dass Fotografie kein Sport ist. Das kann man so sehen, man kann es aber auch hinterfragen. Dass Fotografieren allein schon deswegen anstrengend ist, weil man mit schwerem Gepäck unterwegs ist, wird jeder bestätigen, der schon mal mit einem robusten Dreibeinstativ und einer vollgepackten Fototasche im Gebirge unterwegs war. Um ungewöhnliche Aufnahmeperspektiven zu finden, muss man sich selbst im Flachland ganz schön verrenken. Das sieht für die Umstehenden nicht nur lustig aus, es ist auch ordentlich schweißtreibend. Mitunter kommt man dabei richtig aus der Puste. Ich wage zu behaupten: Wer nach dem Fotografieren noch nie einen Muskelkater hatte, hat noch nicht richtig fotografiert.

Das macht aus der Fotografie noch keinen Sport, aber unser Hobby birgt ein enormes Potenzial zum Muskelaufbau, zum Erlangen von mehr Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit, sowie zur Steigerung der allgemeinen Kondition.

Yoga-Übung: Tiefe Rückenbeuge über Schwenkmonitor.
Sehr beliebt als Dehnungsübung bei Fotografen Ü60.


























Deshalb möchte ich heute eine Einladung zur #blogparade "Fotografie ist Sport" aussprechen. Dafür gibt es folgende Möglichkeiten:

Donnerstag, 29. September 2016

Ein Schlüsselerlebnis #handymania

Mein fotografisches Schlüsselerlebnis war der 80. Geburtstag meines Schwiegervaters. Man hatte mich gefragt, ob ich meine Kamera mitnehmen und Bilder machen würde. Vor Ort waren drei Familienmitglieder mit ihren Smartphones und einem Selfie-Stick [kreisch!]. Als wir uns zum Familienfoto gruppierten, hatte der zehnjährige Neffe schon gelernt, dass er nur "Aufnahme!" rufen musste, um die Smartphone-Kamera zum Auslösen zu bringen. Er liebte es und rief es immer wieder...

Alle Handys des gleichen Herstellers machten gleichzeitig "Klick!" Die Schwiegermutter blickte verwirrt auf das Bild auf ihrem Handymonitor, auf dem ihre Füße zu sehen waren. Schnell eilte der Schwager herbei, half ihr beim Löschen des Fehlschusses und erläuterte, dass man das noch genauer einstellen könne. Ich fühlte mich an Szenen von Loriot erinnert, aber den kennen heute nicht mehr so viele Zeitgenossen.

Donnerstag, 31. März 2016

Mein schönster Ort

Markus von Outdoor-Blog.org hat seine Leserinnen und Leser nach ihren schönsten Orten gefragt. Ich finde die Antwort darauf wirklich schwierig. Wenn es um die Wahl eines Reiseziels im Ausland geht, würde ich sofort mein Lieblings-Reiseland Island wählen, aber welches wäre dann mein schönster Ort auf Island?

Da ich die meiste Zeit in meiner Heimatstadt München verbringe, ist es erheblich naheliegender, den Ort vorzustellen, den ich innerhalb weniger Minuten erreichen kann. Genau wie bei Johannes ist es die Isar.

Der Trubel direkt am Isarstrand ist mir oft zu viel. Wenn ich den Kopf frei bekommen möchte, gehe ich lieber etwas abseits in den Isarauen spazieren oder jogge morgens eine Runde bis zum Tierpark und wieder zurück. Auf den weniger frequentierten Wegen trifft man bestenfalls ein paar andere Jogger oder Hundebesitzer. Gerade jetzt im Frühjahr ist es besonders schön, weil es unendlich viel Bärlauch gibt, der mit seinem frischen Grün den Frühling ankündigt.



Im Frühsommer kann man beim jährlich wiederkehrenden Hochwasser sogar Schlauchboote beobachten, die zwischen den alten Bäumen eine Runde drehen. Herbst leuchtet das Laub in allen Farben, und im Winter sind die Schwäne am Flaucher - direkt an der Isar - besonders zutraulich weil hungrig.

Freitag, 25. März 2016

Twitter und ich

Anlässlich des zehnten Geburtstags ist Twitter gerade wieder ein größeres Thema. Über Johannes Mairhofer, der sich an der Blogparade von Brandwatch beteiligt hat, habe auch ich mein Verhältnis zu diesem Dienst angeschaut. Nach wie vor komme ich zu der Erkenntnis, dass dieses Verhältnis eher gespalten ist.

"Wir würden gerne wissen, wieso du ohne Twitter nicht mehr leben kannst. Was macht Twitter so einzigartig für dich? Wie bist du auf Twitter gestoßen? Was sind deine Lieblingsfeatures und für was nutzt du Twitter? Wie hat sich dein Leben, beruflich und/oder privat seitdem verändert? Konntest du vielleicht ganz besondere Kontakte knüpfen oder hast eine witzige Geschichte auf Lager?"

Die erste Frage suggeriert, dass man nicht ohne Twitter leben kann. Das ist bei mir nicht der Fall, und damit gehöre ich zu den derzeit 2,1 Millionen angemeldeten deutschen Usern, die ihren Account kaum nutzen. Deshalb erübrigt sich Frage zwei nach der Einzigartigkeit.

Von Twitter hatte ich sehr früh über die Mainstream-Medien gehört, ich glaube es war Arnold Schwarzenegger, der sehr früh für großen medialen Rummel gesorgt hatte. In den Jahren darauf war Twitter immer wieder in den Nachrichten ("arabischer Frühling"). Später waren dann viele der Internetkontakte, deren Newsletter ich abonniert hatte, ebenfalls bei Twitter unterwegs. Das überzeugte mich immer noch nicht. Am Ende war es Armin Rohde, ein deutscher Schauspieler, der in der Talkshow 3 nach 9 so überzeugend von Twitter schwärmte, dass ich es mir zumindest einmal ansehen wollte. Das Argument, das bei mir zog, war sinngemäß: Man muss sprachlich wahrhaft gut drauf sein, um in 140 Zeichen echte Botschaften zu vermitteln. Um es gleich vorweg zu nehmen: die wenigsten können das.

Donnerstag, 3. Dezember 2015

Fotografie-Blog-Bühne 2015

Dank Johannes Mairhofer habe ich mitbekommen, dass Michael „Omori“ Kirchner von fotografr.de zur Blogparade aufgerufen hat. Solche Blogparaden sind für mich immer schöne Denkanstöße und eine gute Gelegenheit, um mehr über andere Fotografen und Blogger zu erfahren. Die erste Frage ist schon mal gut:

Ich blogge, weil ….

... ich einfach gerne schreibe und weil es die perfekte Ergänzung zu den Buchveröffentlichungen ist. Bücher schreiben ist toll, aber von der Projektidee bis zum fertigen Buch ist es ein sehr weiter Weg. Bloggen ist spontaner und freier.

Ich kann
  • auf aktuelle Themen reagieren, 
  • Themen jenseits des Mainstream aufgreifen und
  • mehr Fallbeispiele zeigen, für die in gedruckten Büchern kein Platz ist.
Bloggen bietet außerdem viel stärker die Möglichkeit der Interaktion mit Leserinnen und Lesern, von der in meinem Blog allerdings noch nicht so viele Gebrauch machen. Da habe ich noch Nachholbedarf...

 Meine Fotos zeichnen sich aus durch ….

...  einen eigenen Blick auf die Welt und ganz bestimmte Motive - das jedenfalls sagen immer mehr Kollegen, die mich lange kennen. Ich vermute es sind die kleinen Stillleben, die Details, auf die ich achte, und meistens ein sehr klarer, oft minimalistischer Bildaufbau.


Für diese Blogparade habe ich ein Motiv ausgewählt, das beinahe zwanzig Jahre alt ist: Island 1996, damals noch als Dia aufgenommen und später digitalisiert. Es ist Teil einer Serie, die ich "Hommage an Christo" genannt habe. Ein Jahr zuvor hatte das Künstlerehepaar Christo & Jeanne-Claude den Berliner Reichstag mit weißen Folien verhüllt, die Bilder waren also noch sehr präsent. Als ich inmitten der wilden Natur Islands diese weißen Kugeln liegen sah, empfand ich sie nicht mehr als Verschandelung der Landschaft, sondern erkannte ihr Potenzial als Kunstwerk. 

Den größen Schritt in meiner fotografischen Entwicklung habe ich durch Selbsterkenntnis gemacht.

Dienstag, 28. Juli 2015

#99blogparaden

Johannes Mairhofer hat zur Blogparade aufgerufen, Anlass ist das Ende des Projekts #99Fotografen auf Twitter.

99 Wochen, das ist eine Laufzeit von fast zwei Jahren - und da ist eine Menge Material zusammengekommen. Respekt an alle, die mitgemacht haben.

Twitter ist nicht so ganz meine Welt, weil ich nicht die ganze Zeit am Draht hänge, sondern lieber abgeschirmt vor mich hin arbeite. Aber beim Blogprojekt mache ich gerne mit.



Und darum geht's:
6 Fragen, 6 Antworten, ein Selfie.
Da ich keine normalen Selfies mache, sieht das eben so aus.😉

Bist du Hobby- oder Berufsfotograf?
Beides! Ich fotografiere alles, was ich interessant finde. Vieles davon kann ich beruflich nicht nutzen, aber das spielt keine Rolle. Mir ist es wichtig zu fotografieren.

Wie kamst du zur Fotografie?
Wer den Podcast gehört hat, kennt die Kurzfassung. Hier kommt die ausführliche Version: Ich war neun, meine Mutter hat nie fotografiert. Die Kamera meiner längst verstorbenen Großmutter lag unbenutzt herum. Ich fand es total blöd, dass es außer den jährlichen Klassenfotos keine neuen Bilder gab. Als ich dann selber anfing zu fotografieren, habe ich aber keine Selfies gemacht, sondern alles Mögliche abgelichtet – Freunde, Haustiere, Blümchen, Pferde und alles, was mir irgendwie interessant vorkam. Das ist bis heute so geblieben.

Was sind deine fotografischen Schwerpunkte?

Freitag, 17. Mai 2013

Blogparade: Von der Kunst leben

Wie schwer ist es, von der Kunst zu leben? Was ist überhaupt Kunst? "Schreibnudel" Gitte Härter hat zur Blogparade aufgerufen und stellt in ihrem Blog ein paar sehr interessante Fragen. Die beschäftigen nicht nur mich, sondern auch viele Menschen, die zu mir in die Kurse kommen. Vom Fotografieren leben - ein Traum... (?)


Als ich noch einen "Brotjob" hatte, war es mein allergrößter Wunsch, von etwas zu leben, das mir wirklich Spaß macht. Einen so genannten künstlerischen Beruf ergreifen, das hatte ich eigentlich verworfen, weil ich nicht als brotloser Künstler enden wollte - Stier-Frauen sind sehr empfindlich, wenn es ums Materielle geht. Aber Geld allein macht auch nicht glücklich, das war das Fazit nach 15 Berufsjahren im Großkonzern. Wer kreativ ist, braucht viel Freiraum, und neben einem normalen Job ist oft nicht genug davon vorhanden. Bereits in den 90er Jahren war ich nebenberuflich selbständig und habe für andere fotografiert. Damals musste ich mich "Fotokünstler" oder "Fotodesigner" nennen, weil die Berufsbezeichnung "Fotograf" noch geschützt und nur den Menschen vorbehalten war, die eine klassische Ausbildung durchlaufen hatten. 

Mit Arbeiten für befreundete Musiker fing alles an...

Als ich 2005 den beruflichen Schwerpunkt auf das Bein verlagerte, das ich bis dahin als "Spielbein" benutzt hatte, wurde schnell klar, dass ich da ein paar Muskeln zu trainieren hatte. Zum Selbständig-Sein braucht man nicht nur beide Beine, es erfordert vollen Körpereinsatz - im wörtlichen und im übertragenenen Sinn. Da ist niemand mehr, der sich um die Gehaltsabrechnung und um Versicherungsfragen kümmert, keine Putzkolonne, die die Papierkörbe ausleert, keine Kantine, keine IT-Abteilung, die zickige Computer oder gestörte Internetverbindungen wieder zum Laufen bringt... die Liste ließe sich ins Endlose verlängern. Mit Fotografie oder Kunst hat das alles überhaupt nichts zu tun. Wer ins tiefe Wasser springt, muss schwimmen und Allround-Qualitäten entwickeln. Eine künstlerische Veranlagung allein reicht nicht, um sich über Wasser zu halten. 

Der Brunnen vor dem Siemens-Gebäude:
Erinnerung an schöne und weniger schöne Zeiten...

Inzwischen durfte ich mich Fotografin nennen. Mir gefällt bis heute kein einziger dieser Titel, aber wir leben in einer Welt, in der man Schubladen braucht. Mit dem Begriff "Autorin" kann ich mich noch am ehesten identifizieren. Dem Finanzamt war und ist das völlig egal, Hauptsache ich kann so viele Einnahmen vorweisen, dass kein Verdacht auf "Liebhaberei" besteht. Und mittlerweile ist das Amt ziemlich streng geworden, was das angeht. Liegt es wohl daran, dass Heerscharen von ambitionierten Fotografen ihre neuesten Kameras von der Steuer absetzen wollen?

Mit der richtigen App lässt sich heute
mit fast jedem Knipsbild ein Effekt erzielen...

Fotografie ist ein Handwerk, aber es kann auch Kunst sein. Manchmal ist es weder das eine noch das andere, dann spricht man von Knipserei oder Dilettantismus. Manche Fotografen beherrschen ihr Handwerk perfekt, aber sie machen keine Kunst; andere haben keine Ahnung von der handwerklichen Seite, aber ihre Bilder sind atemberaubend künstlerisch. Ich denke mittlerweile, dass jeder fotografierende Mensch von allem etwas hat: wir sind Knipser, Handwerker und manchmal auch Künstler. Inzwischen gibt es auch den Begriff "Knipskunst", den ich sehr charmant finde. Über Geschmack lässt sich nicht streiten - jeder hat seinen eigenen und das ist auch gut so. Ich fände es schlimm, wenn es harte Kriterien dafür gäbe, was Kunst ist und was nicht. Über den "Kunstbetrieb", in dem es um hohe Summen geht, und bei der Frage, warum bestimmte Werke in Museen hängen, habe ich meine ganz eigene Theorie, aber dazu vielleicht ein andermal mehr.

Zankapfel Bildbearbeitung:
Auch da scheiden sich die Geister...


Als Fotografin und Buchautorin bin auch ich Mitglied der Künstlersozialkasse. Da rein zu kommen ist für den Berufseinsteiger ein großes Glück, weil man in den ersten Jahren angenehm niedrige Beiträge zahlt. Später relativiert sich das, die KSK langt auch ordentlich hin, und das Finanzamt lieben wir alle. Ein Taschengeld als Zubrot, um das Hobby zu finanzieren, das ist einfach. Wer mit Fotos, mit Kunstobjekten oder mit der Musik seinen Lebensunterhalt verdienen will, kommt nicht um die Gretchenfrage herum.

Wie hältst du es mit dem Kommerz? 
Ich kenne viele Künstler, die diese Bezeichnung wirklich verdienen. Kaum jemand kennt sie, sie machen tolle Sachen, aber sie wissen oft nicht, wovon sie ihre Miete zahlen sollen. Dem "echten" Künstler haftet immer etwas leicht Weltfremdes an. Er oder sie lebt für die Kunst, oft sehr kompromisslos, mitunter sogar engstirnig und verbohrt. Kommerz - auf keinen Fall, und das aus gutem Grund. Ich bin zu pragmatisch, um Künstler sein zu können.

Sieben Bücher in fünf Jahren...
Die Kunst besteht em ehesten darin, so viel Arbeit zu bewältigen.
In meiner Phantasie stelle ich mir vor, wie es wäre, wenn ich einfach in den Tag hinein leben, mich der Inspiration hingeben und entspannt abwarten könnte, bis mich die Muse küsst. Dummerweise sitzen mir ständig zwanzig dieser Musen im Nacken und verleiten mich mit ihren Sirenengesängen dazu, noch einen Text zu schreiben, noch einen Kurstermin einzubauen und doch bitteschön noch fünf weitere Fotoshootings zu organisieren. Ich bin ein Workaholic... das sind viele Künstler aber auch. Warum haben dennoch so viele von ihnen keinen

Erfolg?!
So lange man frei und völlig selbstgesteuert vor sich hinwerkeln kann, ist die künstlerische Welt in Ordnung. Man hat wenig Geld, aber auch keine Verpflichtungen. Man kann vom Erfolg träumen, und das ist ja auch was Schönes. Wenn er dann aber eines Tages an die Tür klopft, kommt er in Begleitung einiger Abgesandter. Die können ganz schön nerven: Sie wollen mitmischen, sie wollen ihren Anteil am Erlös, und sie zerren den armen Künstler aus seinem kuschligen Atelier hinaus in die Öffentlichkeit - der Kommerz kommt durch die Hintertür und es ist vorbei mit der künstlerischen Freiheit. Das alles ist für zarte Künstlerseelen äußerst unangenehm. Daran liegt es vermutlich auch, dass viele sich bewusst oder unbewusst selbst im Weg stehen (Stichwort "Glaubenssätze") und lieber ihre kommerzielle Erfolglosigkeit mit Würde tragen - sie sind eben Künstler und sie wollen sich verständlicherweise von niemandem reinreden lassen.

Kompromisse
Ich glaube, in unserem (Unter)Bewusstsein ist ganz fest verankert, dass sich Kunst und Kommerz prinzipiell ausschließen müssen. Kunst gilt als etwas Ehrenwertes, Kommerz ist tendenziell verwerflich. Designer, Grafiker und Buchillustratoren sind von diesem Schubladendenken genauso betroffen wie Fotografen. Das eine ist Massenware, das andere kann man in limitierter Auflage für teuer Geld erwerben oder im Museum angucken. Dieses Schubladendenken bricht in den letzten Jahren ein wenig auf, aber prinzipiell ist es immer noch so: entweder das eine oder das andere. Nur Wenige schaffen die Gratwanderung und machen beides. Der Weg von der Kunst in den Kommerz ist vermutlich einfacher, als  umgekehrt. Sich aber erst mal als Künstler zu etablieren ist ein steiniger Weg, vor dem ich hohen Respekt habe.

Viele Kreative richten sich ihr Leben so ein, dass der Brotjob den Rücken frei hält, die Kunst kann in der Freizeit ausgelebt werden. Richtig ernst werden diese Leute aber nicht genommen, und die Arbeitswelt lässt immer weniger Freiräume für Menschen, die mehr können als in ihrem Beruf gefordert wird. Schade irgendwie...

[Das Fotomotiv, das ich an dieser Stelle zeigen wollte, habe ich vom Blog entfernt, da es sich um ein Foto handelt, für das der ahnungslose Fotograf eine kostenpflichtige Fotografiererlaubnis benötigt hätte.]

Wer Ja zum Erfolg sagt, und bereit ist, sich seinen Regeln zu beugen, der findet sich womöglich in einer ganz neuen aber doch altbekannten Tretmühle wieder. Die Kunst wird zum Brotjob! Und dann wird es kurios. Wenn man Urlaub von sich selbst braucht, und sich ein neues Hobby suchen muss, um einen Ausgleich zum stressig gewordenen Künstlerberuf zu finden, kommt man sich vor, wie im falschen Film. Ein anderes Phänomen, das auftreten kann, besteht darin, dass ein Künstler mit einer ganz bestimmten Art von Werken verbunden wird. Macht er dann mal was völlig anderes, weil ihm die immer gleichen Dinger zu langweilig werden, wendet sich die Fangemeinde enttäuscht ab. Allerdings kommt es auf den Grad der Berühmtheit an: Wenn Andreas Gursky anfangen würde, mit dem Handy  Gänseblümchen in Briefmarkengröße zu knipsen, würden Sammler auch dafür eine Menge Geld hinlegen...


Wer für seine "Kunst" brennt, muss gut auf sich aufpassen. Sich dem Kommerz und dem Erfolg zu beugen, kann bedeuten, dass man seine Seele an den Teufel verkauft. Darum bevorzuge ich den gepflegten Kompromiss und unterscheide auch im "künstlerischen Beruf" zwischen dem, was mich ernährt (Bücher, Kurse), und dem, was mich in meinem tiefsten Inneren bewegt (Kunst?). Ein innerer Abstand zu dem, was man den ganzen Tag so macht, ist nie verkehrt. Engagierte, leistungsbereite Menschen laufen Gefahr, dass sie im Burnout landen oder von der Erfolgsmaschinerie verheizt werden. Dabei ist es egal ob man in einem festangestellten Brotjob oder in einem künstlerischen Beruf tätig ist. Wenn es heiß wird unter'm Hintern, muss man entweder ein Drache mit feuerfesten Schuppen sein, oder die Flügel ausbreiten, und den Abflug in ein neues Revier machen.


Kleiner Trost für alle, die den Moment verpasst haben: Es bleibt immer noch die Option, als Phoenix aus der Asche wieder aufzuerstehen. Also, ihr Kreativen: Ärmel hoch krempeln und mutig nach vorne schauen.

Donnerstag, 7. Juli 2011

Blog Times geht zum zweiten Mal auf Blogsuche

Vor etwas mehr als einem Jahr war Blog Times zum ersten Mal auf der Suche nach den deutschsprachigen Fotografieblogs*.

"Die Resonanz war, wie auch das Ergebnis mit über 70 Blogs, großartig.
Da sich im Netz nichts schneller ändert als die Anzahl der Webseiten, geht die Blogsuche nun in die zweite Runde.
Deshalb sind alle Blogger und auch Leser aufgerufen bei dieser Aktion mitzumachen um zu einer aktuellen Übersicht der deutschsprachigen Fotografieblogs* beizutragen. Das Ergebnis wird nach Ende der Aktion in einem Beitrag mit den entsprechenden Links auf BlogTimes veröffentlicht."

Da mache ich natürlich gerne mit.
Hier die Fragen von Blog Times und die Antworten: