Donnerstag, 29. September 2016

Ein Schlüsselerlebnis #handymania

Mein fotografisches Schlüsselerlebnis war der 80. Geburtstag meines Schwiegervaters. Man hatte mich gefragt, ob ich meine Kamera mitnehmen und Bilder machen würde. Vor Ort waren drei Familienmitglieder mit ihren Smartphones und einem Selfie-Stick [kreisch!]. Als wir uns zum Familienfoto gruppierten, hatte der zehnjährige Neffe schon gelernt, dass er nur "Aufnahme!" rufen musste, um die Smartphone-Kamera zum Auslösen zu bringen. Er liebte es und rief es immer wieder...

Alle Handys des gleichen Herstellers machten gleichzeitig "Klick!" Die Schwiegermutter blickte verwirrt auf das Bild auf ihrem Handymonitor, auf dem ihre Füße zu sehen waren. Schnell eilte der Schwager herbei, half ihr beim Löschen des Fehlschusses und erläuterte, dass man das noch genauer einstellen könne. Ich fühlte mich an Szenen von Loriot erinnert, aber den kennen heute nicht mehr so viele Zeitgenossen.

Dienstag, 27. September 2016

Photokina 2016

Fast wie Oktoberfest: Action auf der Photokina 2016















Die photokina war vor allem eins: rappelvoll!

Für mich ist die Messe, die alle zwei Jahre stattfindet, vor allem eine Gelegenheit, all die Menschen zu treffen, für die München zu weit weg ist. Dass ich diesmal auch die ganz neue Panasonic Lumix FZ2000 - das Nachfolgemodell der FZ1000 - in die Hand nehmen konnte, und gleich daneben auch noch eine Lumix G81 lag, war ein glücklicher Zufall. Beide Kameras sind voraussichtlich ab Ende November im Handel erhältlich.

Was mich an der FZ2000 besonders begeistert: so ziemlich alles, was ich unter "Verbesserungspotenzial" im Buch angemerkt hatte, gibt es an diesem Modell: Einen ND-Filter, der mit einem Schalter am Objektiv aktiviert werden kann, und die Blendenstufen reichen bis f11 statt nur bis f8. Damit sollte es möglich sein, ohne Schraubfilter an hellen Orten längere Belichtungszeiten verwenden zu können. Die FZ2000 hat jetzt auch einen Touchscreen und ein paar andere schöne Funktionen, die ich an der FZ300 und GX80 schätzen gelernt habe. Trotzdem bleibt die FZ1000 eine klasse Kamera, zumal man für ihre Nachfolgerin erst einmal tief(er) in die Tasche greifen muss.

Mein generelles Interesse an Neuerscheinungen ist nicht so groß, das hier ist kein Technik-Blog. Wer eine allgemeine Zusammenfassung der photokina-Trends sucht, ist hier oder hier besser aufgehoben. Für mich geht es eher um allgemeine Eindrücke und zufällige Begegnungen. Davon gab es so viele, dass es wohl noch für mehrere Blogartikel reichen wird. Ich fange mit dieser an:

"Eigentlich bin ich ja sehr für die moderne Technik, aber inzwischen nervt es mich", sagte der ältere Herr, als wir in der Community-Halle der Photokina zufällig ins Gespräch kamen. Ich fotografierte gerade die Leute, die sich im Halbdunkel hingesetzt hatten, um die VR-Brillen auszuprobieren. VR steht für Virtual Reality, Virtuelle Realität. Diese Brillen sehen aus wie Taucherbrillen, sind unbequem, sperrig und relativ schwer.



Ich weiß es, weil ich selber eine ausprobiert habe. Obendrauf kommt noch ein geschlossener Kopfhörer, damit man sich wirklich vollständig von der "normalen" Realität abkoppeln kann. Mein Gesprächspartner fragte mich, was man da sehen könne, und ich antwortete: "Eine gefilmte oder programmierte Umgebung, die den Eindruck erweckt, als befinde man sich mittendrin."

Montag, 19. September 2016

Foto-Fernsehtipps für September und Oktober
















Soeben eingetroffen und schnell weitergereicht: Hier ist das PDF mit allen aktuellen Terminen vom 23.9. bis 21.10. Da sich die neue Sendeliste teilweise mit der alten überschneidet, lohnt sich auch noch ein Blick in das PDF vom Vormonat.

Donnerstag, 15. September 2016

Die Tücke liegt im Detail - die Lösung auch

Die Bedienungsanleitung einer modernen Kamera umfasst heute rund 300 A4-Seiten und ist keine besonders angenehme Lektüre für einen Einsteiger. Fortgeschrittene, die mit den Fachbegriffen vertraut sind, finden sich darin schneller zurecht. Trotzdem finde selbst ich noch in so mancher Bedienungsanleitung Kamerafunktionen, von denen ich gar nicht wusste, dass es sie gibt. Dass man die Lumix GX80 beispielsweise in den Individualfunktionen so einstellen kann, dass zuvor verwendete Belichtungskorrekturen beim Ausschalten der Kamera auf 0 zurückgesetzt werden, ist eine dieser Kleinigkeiten, die vor allem Foto-Einsteigern sehr hilft.*

Eine Belichtungskorrektur ist nicht generell nötig. Moderne Kameras belichten sehr genau bzw. so ausgewogen, dass die Ergebnisse in der Regel gut aussehen. In einigen Situationen braucht man diese Korrektur, z.B. wenn man gegen einen sehr hellen oder sehr dunklen Hintergrund fotografiert. 

Links unkorrigiert, rechts um +2/3 aufgehellt













Dienstag, 13. September 2016

Günter Spitzing: Ein Lebenswerk

Es gibt viele Beweggründe, warum jemand eine Kamera in die Hand nimmt und Bilder macht. Während wir älter werden, verändert sich nicht nur die Technik. Auch der Blick des Fotografen wandelt sich mit den gesammelten Erfahrungen. Im letzten Teil der Interviewserie mit Günter Spitzing geht es um dieses Thema.

Viele Fotografen träumen von einer eigenen Fotoausstellung. Sie haben u.a. 1976 auf der photokina ausgestellt, später Porträts aus Bali und Indien gezeigt; heute sind es vor allem Fotos aus dem Projekt Irular. Was sind Ihre Erfahrungen mit Ausstellungen generell? 

GS: Ausstellungen haben einen hohen Aufmerksamkeitswert. Sie machen sich auch gut in der Vita. Reaktionen erhalte ich allerdings nicht all zu viele. Früher haben Fachredaktionen Ausstellungen besprochen. Das geschieht heute kaum noch. Ich denke aber schon, dass die Kombination von Ausstellungen, Presseartikeln und Vorträgen doch ein gutes Mittel ist ein Sache bekannt zu, auch um Unterstützer für unsere Ureinwohnerprojekte zu bekommen.

Was bedeutet das Fotografieren für Sie heute? 

Fotografieren, auch Filmen ist nach wie vor wichtig. Früher ging es allerdings vor allem um die Bildgestaltung. Heute eher um die Bildinhalte. Ich brauch Fotos aus dem Leben der Irular als Illustrationsmaterial in Vorträgen, Artikeln, Bücheren und last not least für meine Website.

Wie groß ist Ihr fotografisches Archiv (analog und digital)? 

Gezählt habe ich meine Dias nicht. Schätzungsweise sind es knapp 100 000. Das Digitalarchiv hat diese Größenordnung noch nicht erreicht, wächst aber schnell, zumal ich ja auch viele Dias scannen muss. SW-Negative sind etwa 10 000 vorhanden. Da nach digitalen Aufnahmen ohne große Umstände, sowohl farbige, wie schwarzweiße Bilder hergestellt werden können, gibt es in Schwarzweiß keinen Zuwachs.













Machen Sie sich Gedanken darüber, was später einmal aus Ihrem fotografischen Nachlass wird? 

Freitag, 9. September 2016

Fotoprojekt: Wörtlich genommen















Was fängt man mit all den Bildern an, die im Laufe eines Fotografenlebens so zusammenkommen? Wer seine Fotos nicht sofort in einem sozialen Netzwerk oder in einer Online-Galerie postet, findet es oft schade, dass so viele Motive auf der Festplatte schlummern.

Dienstag, 6. September 2016

Best practice in der Fotografie

Hätte van Gogh sich an die "besten Praktiken" von Rembrandt gehalten, hätte er wie Rembrandt gemalt.


Den Begriff "Best practice" hörte ich zum ersten Mal, als ich noch im "Backoffice" einer Unternehmensberatung arbeitete. Die Berater schwärmten aus zum Kunden, in den Projektteams wurde darüber nachgedacht, wie man effizienter, besser und erfolgreicher werden könne. Dabei schaute man sich an, wie andere Unternehmen die Herausforderungen bewältigten.


Beste Praktiken anwenden heißt: Lernen von den Besten, ihre Methoden und Strategien analysieren und auf die eigene Situation anwenden.

So weit so gut. Lernen von erfolgreichen Unternehmen oder Menschen ist nicht verkehrt.  Durch die "Best practice" Methode entwickelt sich im Lauf der Zeit ein gewisser Standard. Oftmals werden diese Besten Praktiken auch nur kopiert: Man macht es wie die anderen. Die Qualität von Arbeitsmethoden verbessert sich insgesamt, doch es gibt auch eine Kehrseite: Alles was nicht "Best practice" ist, hat es erst einmal schwer. Neue, unerprobte, und möglicherweise ineffizientere Lösungsansätze werden gar nicht erst verfolgt. Man will den Anschluss nicht verpassen, kein Risiko eingehen. Inzwischen hat man erkannt, dass "die besten Praktiken nie zugleich State of the Art sein können, da sie per Definition auf Bewährtes aus der Vergangenheit setzen." (Wikipedia) 

In der Fotografie gibt es diese besten Praktiken auch.