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Samstag, 23. November 2024

Regenlomos und Schneegespenster

27 mm | 1/40 s | f1,6 | ISO 500 | Smartphone

Arbeiten Sie gezielt mit KI und wenn ja wie oft? Beruflich, privat, oder beides? In vielen Anwendungen oder Geräten steckt die KI inzwischen drin. Wenn Sie zum Beispiel die Adobe Creative Cloud verwenden, Lightroom und Photoshop, kennen Sie sicher die eine oder andere KI-gestützte Funktion.

Und wie sieht es mit kreativen Bildkompositionen aus? Hintergrund austauschen, Personen entfernen, eine Katze einbauen, die gut dazupassen würde, total fotorealistisch? Wir befinden uns in einer Bilder- und Videowelt, in der auch das Unmögliche möglich geworden ist. Wie gehen Sie damit um? (Wie) beeinflusst es Ihre Fotografie?

Wenn Sie die Möglichkeit haben, ein perfektes Foto mit ein paar Programmierbefehlen erzeugen zu lassen, lohnt es sich dann überhaupt noch, immense Mühen auf sich zu nehmen, meilenweit zu reisen, und aufs richtige Licht zu warten, um dann auf den Auslöser einer Kamera zu drücken?

Ja klar: Man fährt ja nicht wegen der Fotos in den Urlaub, sondern weil man sich entspannen, Sonne tanken, oder etwas anderes, ganz Besonderes erleben will. Das geht vor allem in Echt, mit allen Sinnen, und nicht aus zweiter Hand über einen Monitor. 😊

Einen besonderen Moment habe ich neulich auf dem Nachhauseweg erlebt, als sich im gerade einsetzenden Schneetreiben eine Schneeflocke auf der Handylinse niedergelassen hatte. Mit Wassertropfen bei Tageslicht hatte ich schon Erfahrung, Nachtaufnahmen mit Zufallsflockenfilter kannte ich noch nicht. Zauberhafte Lichtwesen begleiteten mich durch die Finsternis, und dann ist auch noch ein Ufo gelandet. 😂  Mehr dazu finden Sie im betrachtenswert-Blog unter Schneegeister, dort erkläre ich auch, was ein Regenlomo ist. 

Im Blogpost Morgenrauschen geht es ebenfalls um Schneeflocken, aber wieder in einer ganz anderen Form. Außerdem habe ich den Supervollmond! fotografiert, und ein bisschen Photoshopgebastel betrieben: Traumtänzer.

Vielleicht ist die eine oder andere Inspiration für Sie dabei, mit der Sie selbst im schnöden Alltag unerwartet auf Motivideen stoßen.

Nachgereicht unter Nachtlichter: Ein Kameratest der FZ1000ii auf Hotpixel bei Langzeitbelichtungen.

>> betrachtenswert << fast täglich neu.

Mittwoch, 15. Februar 2023

Gelbe Stunde

27 mm |  f1,6  |  1/17 s  | ISO 2000 - Smartphone

 
Bei klarem Himmel wird es jetzt schon deutlich später dunkel, aber der Hochnebel ist in München zur Zeit hartnäckig. Kaum bin ich im Mutterhome, strahlt die Sonne aus wolkenlos blauem Himmel, und wenn ich mich abends auf den Heimweg mache, zieht es wieder zu. Das ist frustrierend, aber es wird auch wieder anders.
Wo gestern eigentlich "Blaue Stunde" hätte sein müssen, leuchtete der Abendhimmel beinahe safrangelb. Schon von Weitem war der diffuse Schein zu sehen, und an nebligen Abenden sieht man diese Lichtverschmutzung besonders deutlich. Dieses gespenstisch gelbe Licht ist relativ neu und kommt aus dem Fußballstadion an der Grünwalder Straße, das "Sechzger-Stadion", wie es bei uns heißt. Es steht manchmal wie eine leuchtende Schüssel auf dem Berg, auch wenn drinnen niemand zu sehen und zu hören ist. Das ist schon gespenstisch. 😏
 
Dass mein Smartie manchmal komische Farben abliefert, hatte ich schon berichtet. Die hier gezeigten Bilder sind nur moderat korrigiert (Helligkeit/Kontrast). Die Fotos mit dem automatischem Weißabgleich geben den visuellen Eindruck vor Ort diesmal ganz exakt wieder.
ISO 2000 ohne krasses Bildrauschen hat mich auch beeindruckt. Bei nächtlichen Freihandaufnahmen fordert mich das Handy über eine Texteinblendung am Monitor auf, die Kamera ruhig zu halten. Bei unbewegten Motiven bringt das was, bei bewegten nicht. Es kommt aber auch auf die konkrete Belichtungszeit an. Unabhängig von Modell und Marke sind Langzeitbelichtungen von mehreren Sekunden ohne Stativ oder aufgelegte Kamera ein sinnloses Unterfangen. Versuchen kann man alles, wenn man im Vorbeigehen etwas Interessantes sieht. Man darf nur nicht erwarten, dass es perfekt gelingt. Beim Treppenfoto wäre jetzt noch ein schöner Lichtstern an der Straßenlaterne das i-Tüpfelchen gewesen.
 

Freitag, 3. Februar 2023

Auf dem Teppich bleiben

"Home, Sweet Mutterhome"

27 mm | 1/30 s | f1,6 | ISO 640 - Smartphone

Es ist gerade Saure-Gurken-Fotozeit, wenn man nicht gerade das Glück hat, irgendwo in den Süden ausgewandert zu sein, oder Urlaub in fernen Ländern macht. Okay, Porträt oder Tabletop im Studio oder im heimischen Wohnzimmer geht immer. Auf der Facebook-Seite eines Freundes habe ich neulich durchleuchtete Obstscheiben-Nahaufnahmen gesehen. Die Idee ist nicht neu, aber normalerweise ist der Hans mit seiner Drohne unterwegs, macht tolle Luftaufnahmen, nächtliche Astrofotografie - oder er jagt mit seiner Kamera Vögel in freier Wildbahn. Da sind die Wintermonate mit dem ewig grauen Himmel einfach zu dröge, und bunte fotografische Spielereien zuhause mehr als willkommen.

Mir ist heute früh etwas so Skurriles passiert, dass ich es gleich aufschreiben musste. Im betrachtenswert-Blog erfahren Sie, wieso und wie ich (später) auf die Idee kam, den Küchenteppich im Mutterhome zu fotografieren. Völlig bescheuert. Hier geht's zum Beitrag "Sternstunde des Missgeschicks". Passt zum "Kreativunfall" hier im Blog.

Wenn Sie lieber etwas Ernstes und kulturell Hochwertiges sehen wollen, dann gäbe es noch diesen TV-Tipp aus dem Kulturmagazin Capriccio:

Die großartigen Bilder der Inge Morath
Mit einem Trick gelang es Inge Morath, als eine der ersten Frauen für die Agentur Magnum zu fotografieren. So dokumentiert sie die Ehe von Marilyn Monroe und Arthur Miller - und heiratet ihn später selbst. Eine Ausstellung würdigt sie nun.
ARD/BR Mediathek, 7 Minuten, verfügbar bis 19.1.2024

Montag, 30. Januar 2023

William Eggleston: Das Geheimnis des Alltäglichen

Das ist zwar kein Original Eggleston,
aber letztlich doch inspiriert vom "Meister".
Gesehen auf einer Firmenveranstaltung im Jahr 2007,
"Kaffeepause"


53 mm |  1/60 s | f4  | ISO 100 |  Canon EOS 20D

 

"In seiner über fünf Jahrzehnte währenden Karriere hat William Eggleston die Farbfotografie fast im Alleingang als Kunstform etabliert", heißt es auf der Internetseite der C/O Berlin Foundation, wo bis zum 4. Mai 2023 eine Eggleston Ausstellung stattfindet.
Ohne Eggleston würde ich vermutlich heute nicht so fotografieren, wie ich fotografiere. Die Alltagsbanalitäten, die er schon vor Jahrzehnten zur Kunst erhoben hat, gibt es überall, und jede ist anders. Darum wird es auch immer irgendetwas zu fotografieren geben. 😊
Eggleston hat sich nicht verbiegen lassen, hat sein Ding gemacht - in Farbe, wo doch nur Schwarzweiß als echte Kunst in der Fotografie akzeptiert wurde. Seine erste Ausstellung in New York 1976 wurde, wie die Moderatorin im Kulturmagazin ttt erklärt "freundlich gesagt: zerrissen."

William Eggleston ist jetzt 85 Jahre alt. Er fotografiert nicht mehr, und sagt auch nichts zu seiner aktuellen Ausstellung. Das machen seine beiden erwachsenen Kinder. Im Kulturbeitrag sieht man ihn an einem Klavier sitzen und in sich selbst versunken auf den Tasten klimpern. Ich hatte den Eindruck, dass sich der große alte Fotograf geistig schon in einer anderen Welt befindet, in der er vielleicht andere Geheimnisse sieht. 

Nun denn, schauen Sie sich den Beitrag an, oder, falls Sie die Gelegenheit dazu haben, gleich die ganze Ausstellung in Berlin. Bildbände gibt es natürlich auch, und es wird Sie nicht wundern, dass ich einen habe.

"Das geheime Wirken der Dinge" heißt meine Dreierserie mit Kaktus, die ich vor sieben Jahren im Projektfotoblog veröffentlicht hatte. Dort mache ich nicht mehr viel, weil es ja beinahe täglich neue Bilder in meinem Paralleluniversum gibt. Fortschritte beim Bild-im-Bild Projekt? Immerhin gab es einen Langeweile-Loop. 😅

Donnerstag, 5. Januar 2023

Janus

27 mm | 1/350 s | f1,6 | ISO 50 |  Smartphone | Bildmontage Photoshop

 
Fotoprojekt Bild im Bild
 
Der Name für den Januar leitet sich vom römischen Gott Janus ab, der als Gott des Anfangs und des Endes, der Ein- und Ausgänge, der Türen und der Tore gilt.
Bilder und vor allem Bildmontagen haben für mich sehr oft eine symbolische Bedeutung: Janus schaut gleichzeitig nach vorne und nach hinten. Die aktuelle Bildmontage heißt "Janus", weil Sie darin zwei Ansichten sehen, die vom gleichen Standort aus aufgenommen sind. Speziell bei meinem neuen Fotoprojekt setze ich die Motive nicht ausschließlich nach ästhetischen Gesichtspunkten zusammen, aber "schön aussehen" sollen sie natürlich schon. 
 
Blick zurück, Blick nach vorn - und in der Mitte das Jetzt.
Zum Jahresbeginn mache ich meine Datensicherungen fürs alte Jahr und lege neue Ordner und neue Lightroom-Kataloge an. Dabei räume ich auch gerne in meinen Archivstrukturen auf. Was bleibt, was kann weg?
Diesmal habe ich den kompletten Ordner Fotografie, in dem sich über viele Jahre viel Wissen, Anschauungs- und Unterrichtsmaterial angesammelt hatte, in Rente geschickt. Die Unterlagen sind noch da, für alle Fälle, aber es kommt nichts Neues mehr in diesen alten Ordner hinein. Weg mit dem alten Ballast, eine neue Seite aufschlagen. Es wird sich zeigen, ob und wo die Lorbeeren der Vergangenheit beim Kochen neuer Rezepte nützlich sind.
Derweil ist es schon ein bisschen skurril, dass der Fotonanny-Blog im Dezember 2022 so viele Seitenaufrufe hatte, wie nie zuvor. Weniger ist mehr, wie es scheint. 😏

Wie die das Motiv Janus entstanden ist, erfahren Sie hier.

Mittwoch, 7. Dezember 2022

Blitzlicht?

27 mm | 1/8 s | f1,6 | ISO 12.800 (!) | ohne Blitz - Smartphone

Ist das Kunst, oder kann das weg? Lösen Sie sich für einen Moment von dieser Frage, weil es heute um die Aufnahmetechnik geht, konkret um den Einsatz des kamerainternen Blitzlichts. Ob Sie mit dem Smartphone oder anderen Kameramodellen fotografieren, spielt bei diesem Beitrag keine Rolle.

Das Foto oben ist ohne Blitz aufgenommen und gefällt mir deutlich besser als die Variante, bei der ich den Blitz eingeschaltet hatte. Allerdings war es nicht die erste Aufnahme, die ich gestern Abend auf dem Nachhauseweg gemacht hatte. Es war stockfinster und ich war an diesem merkwürdigen Objekt bereits vorbei gelaufen. Es stand unter einer Straßenlaterne, schummrig beleuchtet, und ich hatte es eilig. Ein paar Schritte weiter dachte ich: Wer weiß, ob dieses Ding noch hier steht, wenn ich bei besseren Lichtverhältnissen wieder vorbei komme. Es war diese klassische "Jetzt oder nie" Situation, in der man sich überlegt: Wie mache ich das jetzt?, oder weitergeht, weil man denkt: Das wird nichts, das ist garantiert verwackelt, das kannst morgen früh gleich wieder löschen. Kennen Sie solche Stimmen auch? Hören Sie nicht drauf, probieren Sie es einfach aus.  

Mittwoch, 30. November 2022

Fotoprojekt: Bild im Bild

Bevor der November seine Pforten schließt, will ich doch ein kurzes Lebenszeichen hier in den Blog senden. Selbst im Paralleluniversum gab es diesmal eine längere Schweigepause, weil ich gesundheitlich angeschlagen bin. Meine Laune war schon besser, und es war wieder einmal die Fotografie, die mir geholfen hat, meine Motivation wiederzufinden. Das Fotoprojekt "Bild im Bild" ist zufällig auf dem Weg zur Mülltonne entstanden. Wie das genau vor sich ging, erfahren Sie im betrachtenswert-Blog: Das Bild hängt schief.

Bevor Sie weiterklicken, möchte ich Sie noch auf einen Onlinekurs meines alten Freunds Georg Schraml aufmerksam machen: Gefühle fotografieren. Georg erklärt in einem Video bei Vimeo, worum es in dem Kurs geht. Leider muss man sich jetzt auch bei Vimeo anmelden, um die Beiträge anschauen zu können, vielleicht haben Sie bereits einen Account beim Youtube-Konkurrenten. Die Kursbeschreibung finden Sie aber auch bei der vhs Straubing

Falls Sie zufällig im Fotonanny-Blog gelandet sind, und sich wundern, warum es hier so dröge zugeht, lesen Sie Neue Normalität oder In Ketten tanzen. Ich bin jetzt seit ungefähr zwei Jahren ehrenamtliche Altenpflegerin. Im "falschen Leben feststecken" geht an die Substanz, dem versuche ich mit Auszeiten, einer Umorganisation der Abläufe, und einer Prise satirischem Humor zu begegnen. Und mit Fotoprojekten im Alltag, bis wieder "Land in Sicht" ist. 😊

16 mm | 1/20 s | f2,2 | ISO 640 - Smartphone

 Mehr Fotos aus dem November 2022 gibt es hier.

Mittwoch, 10. August 2022

Sommerloch?

28 mm | 1/500 s | f1,9 |  ISO 40 - Smartphone

 

Hier sehen Sie ein "Urlaubsfoto" aus dem Jahr 2018, genauer gesagt den grafisch reizvollen Rand eines Swimming-Pools, der zu unserer Ferienwohnung am Gardasee gehörte. Tatsächlich habe ich ganz aktuelle Urlaubsfotos auf der Festplatte, weil wir unverschämterweise ein paar Tage weggefahren sind. Was für andere Leute ein Nachmittagsausflug ist, war für mich ein Urlaub, um nicht zu sagen eine "Fernreise". 😅 Nach zwei Jahren Corona und Mutterbetreuung muss ich mir meine Freiräume erst wieder erarbeiten.

In die Berge oder ans Meer? Das Meer ist zu weit weg, also in die Berge. Ich hatte Probleme mit den Landschaftsfotos, weil ich das nicht mehr gewohnt bin. Viel Panorama, wenig Detail, völlig andere Größenverhältnisse. Kann man fotografieren verlernen? Ja, man kommt aus der Übung, man wird faul und ist womöglich frustriert über die ersten Ergebnisse. Die eine Untugend befördert die andere, man hat noch weniger Lust - Negativspirale. Das ist wie beim Sport. Wenn Sie jahrelang topfit waren, werden Sie Ihre alten Fähigkeiten und Fertigkeiten wieder abrufen können, aber trotzdem "flutscht" es nicht wie gewohnt. Darum ist jeder "Tapetenwechsel" fürs Fotografieren genauso wichtig wie das "Dranbleiben" zuhause.

Dienstag, 5. Juli 2022

Ja wie denn jetzt?

28 mm | 1/5000 s | f1,9 |  ISO 40 - Smartphone

Dieses Motiv stand in der engeren Auswahl für den vorherigen Artikel "Warten auf Godeau", aber die grüne Ampel hatte mir besser gefallen, weil ich sie motivierender finde.
Warten Sie auf irgendetwas? Vielleicht auf neue Fotomotive, auf den langersehnten Urlaub oder auf das Ende der schlechten Nachrichten? Falls Sie warten, kann ich Ihnen nur sagen: Das bringt meistens nix. Machen Sie einfach was. Das vermittelt wenigstens das Gefühl, dass irgendwas vorangeht, und das wiederum hebt die Stimmung. Das reißt dann wieder andere Leute aus ihrer eigenen Lethargie. Irgendeiner muss den ersten Dominostein umwerfen. 😉

Der Juni war bei mir fotografisch ausgesprochen "uneinheitlich". Es waren insgesamt vier verschiedene Kameras im Einsatz, die Fotomotive hat mir der tägliche Zufallsgenerator vor die Füße gelegt. Der kaputte Wartestuhl stand auf dem Weg zum Fitnessstudio in einer Garagendurchfahrt, die mir schon früher als Hotspot für allerlei Abgestelltes aufgefallen war.
"Sitzgelegenheiten" sind eines meiner vielen Sammelthemen, und in diesem Fall kam noch das grafische Element "Licht & Schatten" hinzu. Ja, wie fotografiere ich dieses Ding denn jetzt am besten? So wie oben, oder lieber...

Freitag, 3. Juni 2022

Überraschung

45 mm | 1/2000 s | f4,5 |  ISO 125 - Lumix FZ1000 ii

 
#Licht&Schatten #monochrom  #Linien
#Gartenzaun

Ist das jetzt ein minimalistisches Foto oder ist das Motiv schon viel zu komplex? Es ist klar strukturiert und symmetrisch, aber es gibt auch winzige Brüche in dieser Symmetrie. Es wirkt auf den ersten Blick wie ein Schwarzweißfoto, denn es besteht überwiegend aus Grautönen. Die Bezeichnung "schwarzweiß" ist im Hinblick auf Fotos streng genommen unzutreffend, man müsste Bilder ohne Farbe "Graustufenbilder" nennen. Diesen Begriff  gibt es in den Menüs von Bildbearbeitungsprogrammen, dort hat er aber eine andere - technische - Bedeutung. Wenn Sie ganz genau hinschauen, sehen Sie im Foto einen kleinen braunen Fleck links, einen halb abgezogenen Klebepunkt. Es ist also ein Farbfoto
 
Auf wieviele Details achten Sie?
Fotografieren zwingt, nein, es bringt mich dazu, ganz genau hinzuschauen. Nur so gelingt es mir, interessante Motive zu sehen, sie erst einmal zu erkennen. Danach muss das entdeckte Objekt so im Bildrahmen positioniert werden, dass der subjektiv wahrgenommene Eindruck später im Foto wieder sichtbar wird. Dazu sind oft bestimmte Kameraeinstellungen notwendig, und/oder eine Nachbearbeitung am Computer. Auch da ist Genauigkeit wichtig, sonst klappt es nicht mit der Umsetzung von der "subjektiven Realität" in ein Bild, das meine Wahrnehmung angemessen wiedergibt. 

#Achtsamkeit hat in der Fotografie einen hohen Stellenwert, auch wenn man in Fotografenkreisen dieses Wort kaum benutzt. Es gilt vielleicht als zu esoterisch. Man würde eher von Aufmerksamkeit, Beobachtungsgabe und Konzentration sprechen. 

Donnerstag, 12. Mai 2022

April, April...

25 mm | 1/800 s | f2,8  |  ISO 125 - Lumix FZ1000 ii

"... der weiß nicht, was er will", heißt es in einem geflügelten Wort. Wissen Sie, was Sie wollen? Welche fotografischen Träume haben Sie?

Wieder mehr unterwegs
Nach über zwei Jahren, in denen ich aus meinem eigenen Stadtviertel nicht mehr rausgekommen war, gab es im April gleich mehrere gemeinsame Fotospaziergänge mit Fotofreunden. Durch die lange Pause ist das früher Altbekannte für mich wieder ziemlich neu geworden. Vieles sieht anders aus, und ich selbst habe mich auch verändert. Nach drei Jahren ohne Großveranstaltungen im öffentlichen Raum waren der Flohmarkt und das Frühlingsfest auf der Theresienwiese die reinste Reizüberflutung. Bunt, laut, schrill, und so viele maskenlose Gesichter, auf denen man Emotionen sieht! An die Menschenmengen musste ich mich erst wieder gewöhnen.

Freitag, 18. März 2022

Lichtblicker

28 mm | 1/710 s | f1,9 | ISO 40 (Smartphone)


Brauchen Sie zwischendurch eine Auszeit vom Nachrichten-Bombardement und eine kreative Pause? Ich nehme mir diesen Abstand ganz bewusst, und dazu gehe ich gerne raus an die frische Luft.
An diesem Motiv war ich schon vorbeigejoggt, habe es mir aber nochmal anders überlegt. Es sah nicht so aus wie oben gezeigt, es war einfach nur ein verlorenes Haargummiband, das jemand netterweise aufgehoben, und auf einen dieser grusligen Mülleimer gelegt hatte. Eine liegende Acht, das ist ein symbolisches Motiv und sowas findet man nicht so oft. Damit kann man doch was anfangen?

Mittwoch, 29. Dezember 2021

Das Fotojahr 2021

August 2021 - Smartphone + Analog Effex
28 mm | f1,9| 1/17 s | ISO 160

 

Wenn ich mich an 2021 zurück erinnere, gibt es nur einige wenige Momente, die aus dem gefühlten Einheitsgrau herausragen. Es gab wenig Sonne, es war kalt, die Tage erschienen mir überwiegend düster. Um zu überprüfen, ob meine subjektive Erinnerung mit der fotografierten Realität übereinstimmt, habe ich meinen Lightroom-Katalog durchgeblättert. Tatsächlich gibt es bei  mir nur wenige Motive mit Sonnenschein. Die Bilder 2021 sind entweder bei trübem Wetter aufgenommen, oder extrem kontrastreich. Trotzdem habe ich für meinen Jahresrückblick ein paar Perlen gefunden.

Dienstag, 23. November 2021

Ja ja...

 

"Vielleicht ist es die Grinsekatze von Alice im Wunderland, die mich beim Fotografieren in diese komische Zeitblase hinein lockt,..." (19.11.21)

Wenn man vom Teufel spricht,
oder wie war das? 😉

Siehe auch: Das Motivprogramm im Kopf und Schon krass, oder?


 

Freitag, 19. November 2021

Meditative Fotografie

 

Nachdem ich nun eine ganze Weile Herbstlaub fotografiert, und dafür den Begriff #Blattversteher entwickelt habe, war ich heute ganz erstaunt über mich selbst. Plötzlich waren ganz andere Motive "dran": Architektur, Mobilität, Details mit Licht und Schatten, Spiegelungen... Sicher, das habe ich auch schon oft fotografiert, aber irgendwie anders. Ich habe mir diesen Motivwechsel nicht bewusst vorgenommen, die neuen Ansichten kamen einfach so auf mich zu. Während ich mich mit ihnen beschäftigte, ist mir unterwegs die Zeit abhanden gekommen. Wahrscheinlich war das wieder dieser berühmte "Flow". 

Freitag, 17. September 2021

Skurrilitäten des Alltags

Das Foto von den scheppsen Zeitungsstapeln wollte ich eigentlich schon im Artikel Foto-grafisches zeigen, aber dieses Motiv ist mehr als eine grafische Spielerei. Unser Gehirn sieht gerne Formen, auch dort, wo eigentlich gar keine sind. Das gilt insbesondere für Gesichter. Hier habe ich an einen Schuh gedacht, aber diesen Schuh müssen Sie sich nicht anziehen. Das Motiv passt in meine #Minimalismus-Sammlung und hat die Schlagwörter #Formen #Linien #Strukturen #Bildaufteilung #monochrom #Licht&Schatten bekommen. Wie so oft ist es mit dem Smartphone im Automatikmodus aufgenommen. 

Solche Motive muss man erst mal finden, es gibt sie nicht wie den sprichwörtlichen Sand am Meer. Viele skurrile Schnappschüsse sind fotografisch weniger aufregend, aber ich finde sie inhaltlich wertvoll, weil sie mich zum Schmunzeln bringen. Haben Sie Lust auf eine neue Episode des "Ratgebers für seltsame Alltagssituationen?"

Dienstag, 7. September 2021

Humbug

 

Ein Bild sagt mehr als hundertvierzigtausend Worte, titelt der Newsletter-Betreff der Münchner vhs, der gerade in meinem Posteingang gelandet ist. Wissen Sie, wie lange es dauert, bis Sie hundertvierzigtausend Worte gelesen haben? Das entspricht einem Buch mit etwa 450 Normseiten. Wenn Bilder wirklich so viel quatschen, wieso schauen wir sie dann nur ein paar Sekunden lang an? Und: Haben wir dann wirklich alles verstanden, was sie uns so beredt erzählen wollten? Ich habe da so meine Zweifel. Schon der große Weise Loriot wusste, wie schnell man sich mit Sprache vertüddeln kann. Bei der Bildsprache gilt das erst recht.

Der vhs-Newsletter drehte sich nicht um Fotografie, sondern um Bildende Kunst. Da wird mehr mit Symbolen gearbeitet als in der klassischen Fotoszene oder bei Instagram. Für ein Bild von Hieronymus Bosch oder Salvador Dalí mag das mit den hundertvierzigtausend Worten hinkommen. Aber selbst wenn ein Bild mehr als tausend Worte sagt, muss man sich schon überlegen: zu welchem Inhalt bitteschön? Und was genau sagen die denn so, diese Bilder?

Dienstag, 24. August 2021

Farbstich

200 mm |  f4 | 1/40 s | ISO 1600 | -1

Ich wüsste jetzt gerne, wie Sie die Farben in diesem Foto wahrnehmen. Sieht es für Sie natürlich aus? 

Heute früh lief ich über eine kleine Brücke und war plötzlich total gefangen von den Grüntönen, die mich umgaben. Es ist August, eigentlich noch Spätsommer, aber es war dunkel wie im Spätherbst, der Himmel bedeckt und mittelgrau. Eigentlich war es ein total trister Morgen, an dem man keine intensiven Farben erwarten würde. Und dann dieses unglaubliche Grün! Ich holte meine Lumix aus dem Rucksack und machte ein paar Bilder. Aber schon beim ersten Kontrollblick auf den Monitor musste ich feststellen, dass irgendetwas nicht stimmte, denn die Fotos zeigten nicht das, was ich gesehen hatte: Ein schnödes Foto vom Bach, wie ich ihn normalerweise kannte. Häh? Ich hab doch nichts geraucht, so früh am Morgen. Was ist da los?

Montag, 12. Juli 2021

Im Auge des Betrachters

#supermemory

 

Millionen Menschen waren von der Schönheit der von Christo & Jeanne-Claude in abstrakte Objekte verwandelten Gebäude und Landschaften fasziniert. 2014 äußerte sich Christo zu seinen Arbeiten mit folgenden Worten: „Es ist total irrational und sinnlos.“ (Wikipedia)

Ist das nun ein Erinnerungsfoto, ein dokumentarisches Bild, ist es Kunst, oder ist es einfach nur total irrational und sinnlos, sich darüber Gedanken zu machen? 😂

Was veranlasst Sie, zur Kamera zu greifen, und Ihrer möglicherweise großen Bildersammlung stets weitere Motive hinzuzufügen?