Dienstag, 29. Januar 2019

Sony Alpha Day in München

Eine Kamera von Sony wollte ich schon lange ausprobieren. Der Newsletter mit der Info, dass in München ein Sony Alpha Day stattfindet, kam genau zur rechten Zeit. Ein sogenanntes VIP-Ticket für die Veranstaltung gab es eine knappe Woche vorher nicht mehr. Dieses Ticket hätte mir garantiert, dass ich bei den Workshops ganz vorne mitfotografieren darf, und beim Kameraverleih nicht so lange anstehen muss. Sei's drum, ich hatte auch so einen kurzweiligen Nachmittag.

Welche Kamera hätten Sie denn gerne?

Kleine Vorwarnung: Dieser Artikel ist ein persönlicher Erfahrungsbericht, kein fundierter Kameratest. Dafür müsste ich mir die Ausrüstung für mindestens zwei Wochen leihen, und sie in allen Lebenslagen ausprobieren, so, wie ich es mache, wenn ich ein Handbuch schreibe. In drei Stunden kann man bestenfalls einen ersten Eindruck gewinnen.
Dieser Beitrag ist für Sie interessant, wenn Sie noch nie auf einer vergleichbaren Werbeveranstaltung eines Kameraherstellers oder auf der Photokina waren. Dort treffen Sie viele Fotografen und auch ein paar Fotografinnen, von denen die meisten mit ihrem System bestens vertraut sind. Solche Veranstaltungen sind immer eine wunderbare Gelegenheit, um die aktuell angesagten Spitzenmodelle eines Herstellers und hochwertige Objektive auszuprobieren. Eine kostenlose Sensorreinigung für die eigene Kamera wird ebenfalls angeboten. Es gibt Fachvorträge und Praxisworkshops im Stundentakt, die so ausgelegt sind, dass man die hervorragenden Eigenschaften der Ausrüstung selbst erfahren kann. Lokale Fotofachhändler, Objektiv- und Stativanbieter sind ebenfalls vor Ort. Es gibt lecker Schnittchen und Getränke, und die Workshopleiter tun ihr Bestes, damit möglichst viele TeilnehmerInnen ein tolles Foto von den charmanten und hübschen Fotomodellen machen können. Ein vorgedrucktes Formular für das Model-Release konnte man sich diesmal gleich am Eingang mitnehmen, und nach dem Shooting vom Modell unterschreiben lassen. Die Eintrittsgebühr (59, EUR / VIP beziehungsweise 19,90 EUR für das Standardticket) bekommt man von Sony als sogenanntes "Cashback" zurückerstattet, wenn man sich innerhalb einer angemessenen Frist für den Kauf eines Sony Produkts entscheidet.

Der Sony Alpha Day in München startete am Freitagnachmittag um 15 Uhr und dauerte bis 22 Uhr. Schon eine halbe Stunde nach Beginn war die Veranstaltung sehr gut besucht, um nicht zu sagen: es war brechend voll.


Mittwoch, 23. Januar 2019

Ein guter Fotograf ist ...

... derzeit nicht zu ersetzen, endete ein Artikel bei Prophoto Online vor weniger als einem Jahr. Mittlerweile gibt es in diesem Portal der Fotoindustrie mehr als zwanzig weitere Artikel, die über den rasanten Fortschritt der KI (Künstlichen Intelligenz) in der Fotografie berichten. Auch auf der photokina 2018 war es ein Schwerpunktthema. Wir werden den Begriff "Fotografieren" und die Handlung des Fotografierens in nächster Zeit etwas genauer unter die Lupe nehmen müssen.


KI in der Kamera
Die KI-gestützte Fotografie hat ihren Ursprung in der Smartphone-Fotografie. Die hohen Absatzzahlen erlauben es den Herstellern schon seit einigen Jahren, viel mehr Geld in die Entwicklung zu stecken, als dies bei den altgedienten klassischen Kameraherstellern der Fall ist. Wenn man als Verbraucher keine echten Innovationen mehr sieht, entsteht ein Teufelskreis: die Nachfrage nach klassischen Kameras stagniert oder sinkt, es ist noch viel weniger Budget für neue Entwicklungen vorhanden und die Kunden springen frustriert ab. Ein Smartphone hat fast jeder, und wenn die Handybilder genauso gut aussehen, wie die aus klassischen Kameras, ist die Frage berechtigt, warum man sich so ein Modell noch kaufen soll. Einen positiven Trend gab es 2018 nur bei den sehr teuren professionellen Kameras. Ich persönlich sehe in dieser Entwicklung nicht immer den Wunsch nach besseren Bildern, sondern auch das Erstarken eines nicht ganz neuen Statussymbols. Wer es sich  leisten kann, kauft sich die digitale Voll- oder Mittelformatkamera für besondere Gelegenheiten. Im Alltag fotografiert man dann mit dem KI-gestützten Smartphone und verbindet das Beste aus beiden Welten.

Wieviel Spaß das Fotografieren noch machen wird, wenn wir das Gerät nur noch halten müssen, ist eine andere Frage. Vor allem Einsteiger werden sich schnell daran gewöhnen und sich eher freuen, dass sie ihre Bilder nicht selbst sortieren und bearbeiten müssen. Die Generation der älteren Fotografen wird diese Innovationen anfangs skeptisch beäugen und manche Vorteile im Lauf der Zeit schätzen lernen. Retro-Bewegungen wie bei der guten alten Schallplatte gibt es längst: Analoges Fotografieren hat seinen Reiz nicht verloren. Gemessen an der Gesamtzahl aufgenommener Fotos sind solche "Exoten" wirtschaftlich eher unbedeutend. Wird sich das mit den klassischen Digitalkameras auch so entwickeln?

Wer braucht Ki-gestützte Fotografie und wozu ist das gut?
Als die ersten selbstfotografierenden Kameras aufkamen, die eine Videoaufzeichnung machten und danach interessant erscheinende Szenen als Foto exportierten, habe ich  nur den Kopf geschüttelt. Wer braucht so etwas? Technik-Freaks, Geheimdienste? KI gibt es in neuen Überwachungskameras, die auch von Privatpersonen genutzt werden. Das System sendet automatisch eine Nachricht ans Smartphone, wenn in bestimmten Bereichen Personen auftauchen, oder wenn sich zum Beispiel die Anordnung der Gegenstände im überwachten Raum verändert.
Der Smartphonehersteller Huawei verbaut seit dem letzten Jahr KI-Chips in den Geräten. Das Besondere daran ist, dass sie durch regelmäßige Software-Updates ständig dazulernen. Viele Kameras erkennen schon seit Jahren automatisch welches Motiv sie vor sich haben, und belichten die Aufnahmen zuverlässiger als früher. Bei den Smartphones übernimmt die KI alle Einstellungen für eine perfekte Aufnahme.
Im März 2018 hatte die Redaktion von Computerbild zehn Leser zum Test eingeladen, die Urteile fielen ganz unterschiedlich aus. Ein Tester war enttäuscht, wie schlecht die KI in Standardsituationen funktioniert, ein anderer war begeistert, dass er jetzt endlich selbst tolle Fotos machen und herzeigen kann. Es hat wahrscheinlich mit der fotografischen Vorerfahrung zu tun, ob sich die Bilder mit der KI verbessern oder nicht. Der aktuelle Trend orientiert sich an einer Ästhetik, die ich als "Hochglanzmotive" bezeichnen würde. Der fotografische Alltag liefert nur selten entsprechende Vorlagen, aber mit den intelligenten und lernfähigen Bildbearbeitungsfunktionen kann auch aus einem schnöden Motiv ein Hingucker werden, selbst wenn der Knipser keine Ahnung vom Fotografieren oder von Bildbearbeitung hat. Für konservative Fotografen ist das ein Horror: "Wir mussten das alles noch von der Pike auf lernen", lautet ein frustrierter Kommentar. Ja, und eines Tages werden wir keinen Führerschein mehr machen müssen, weil wir in ein selbstfahrendes Auto einsteigen können. Ist diese Entwicklung vorgezeichnet oder nur eine Möglichkeit, über die wir (noch) selbst entscheiden können?

Einen Vorteil hat die KI beim Fotografieren: Wenn sie sich durchgesetzt hat, werden wir nicht mehr darüber sprechen müssen, welche Zeit-Blende-ISO-Kombination für eine gelungene Aufnahme nötig gewesen wäre. Die technische Seite des Fotografierens wird dann wirklich total einfach, und wir könn(t)en uns über andere Dinge unterhalten. Macht Deine KI die gleichen Bilder wie meine? Wenn jeder seinen eigenen Stil ins unergründliche KI-Netzwerk schickt, gibt es dann mehr Kreativität, mehr oder weniger Vielfalt?


Big Brother is watching you
Eine gute KI könnte dem Fotografen heute schon interaktiv mitteilen, dass er seinen Bildausschnitt anders wählen oder eine günstigere Aufnahmeperspektive einnehmen soll. Sie könnte vor störenden Bildelementen warnen und einen Winkelmesser einblenden, der signalisiert, dass man die Kamera schief hält. Dann wäre die KI-App ein Fototrainer, den man ständig an Bord hat. Momentan scheint es einfacher, den Hintergrund zu retuschieren oder ihn komplett auszutauschen. Mit Fotografie hat das nicht so viel zu tun. Testen Sie mal Photoshop Elements 19, das ist eine Offenbarung für Bildbearbeitungslaien! Woher weiß Adobe, was der Anwender will? Ganz einfach: Die meisten Benutzer haben vermutlich zugestimmt, dass Adobe ihnen beim Arbeiten mit dem Programm zuschaut. Wenn Sie das nicht wollen, rufen Sie Ihren Adobe Account auf und setzen Sie die entsprechenden Häkchen in Ihrem Benutzerprofil.

Photoshop CC will mir oft erklären, wie ich das Bewegen-Werkzeug benutzen soll, weil ich es wohl nicht so mache, wie es vorgesehen ist. Da sehe ich vor meinem geistigen Auge wieder das selbstfahrende Auto, das vor lauter Sicherheitsaspekten nur noch im Schritttempo fährt. Unterstützung ja, Bevormundung nein. Das wichtigste an jeder Funktion ist für mich, dass man sie auch abschalten kann.

Die KI lernt wie ein Kind, nur deutlich schneller. Dabei dürfen wir eins nicht vergessen: Wir sind diejenigen, die sie mit Informationen füttern.  "Wenn man der KI sagt, dass verwackelte Bilder gut sind, dann wird sie in Zukunft verwackelte Bilder auswählen oder produzieren." Ich mache manchmal verwackelte Bilder und manchmal scharfe. Ich treffe meine Entscheidungen gerne selbst, situativ und kontextorientiert. Ich bin gespannt, ob und wie eine künstliche Intelligenz auf dieses vermeintliche "Chaos" reagiert. Kennen Sie HAL 9000, den neurotischen Computer aus dem Film Odyssee im Weltraum? Wenn die KI von uns lernt, haben wir auch eine große Verantwortung.
  • Prophoto Online: Macht KI aus unseren Fotos einen visuellen Einheitsbrei?
    (Ne, den haben wir schon selbst gemacht, die KI lernt nur aus vorhandenen Bildern!)
  • Welt: Das unmögliche Foto macht Smartphones endgültig zur besseren Kamera
    „Wir haben die Software mit Hunderttausenden Bildern darauf trainiert, wie ein gutes Bild aussieht. Da die Kamera-App bei jedem Auslösen mehrere Bilder aufnimmt, kann sie das optimale Ergebnis auswählen und Belichtung, Sättigung und Kontrastumfang aus mehreren Bildern optimieren.“

  • Inside Handy: Die Zukunft der Fotografie - Zusammenfassung einer Expertendiskussion
    Die KI wird uns immer mehr Entscheidungen abnehmen, z. B. Bilder sortieren und automatisch bearbeiten. Gefälschte Fotos werden von echten Bildern nicht mehr zu unterscheiden sein. Erschreckender noch: in Kombination mit Fitnessarmbändern oder Gesichtserkennung kann der jeweilige Gemütszustand der Personen vom Gerät erfasst, ausgewertet und gespeichert werden...
  • Computerbild - Huawei Mate 10 Pro im Leser Check
Gretchenfrage: Wie halten Sie es mit der KI in der Fotografie?
  • Finden Sie das Thema grundsätzlich interessant oder ist es für Sie nicht relevant?
  • Würden Sie ein Gerät mit KI ausprobieren oder nutzen Sie bereits eines? 
  • Wenn ja, welche Erfahrungen haben Sie damit gemacht? 
  • Wenn die KI auch in klassischen Kameras Einzug hält, würden Sie dann lieber zu älteren Modellen oder gar zum analogen Film greifen?
  • Welche Unterstützung würde Ihnen beim Fotografieren helfen?
  • Was düfte keinesfalls passieren?

Ich freue mich auf Ihre Meinung.

Montag, 21. Januar 2019

Rückblick, Ausblick, Aktuelles

Das Handbuch zur Nikon Coolpix P1000 ist fast fertig und so neigt sich die lange Sendepause im Fotonanny Blog dem Ende zu. Gerne hätte ich letzte Nacht den "Blutmond" mit der P1000 fotografiert, aber hier in München war es zappenduster. Irgendwie bin ich ganz dankbar, dass ich eine gute Ausrede habe, und bei den eisigen Temperaturen nicht mit dem Stativ ausrücken musste.
Vielen Dank an Oliver für den Hinweis auf aktuelle Ausstellungen in München und Umgebung, die ich an dieser Stelle gerne weitergebe.


Der Jahreswechsel ist immer eine gute Gelegenheit, um einen Blick zurück zu werfen. Die meisten Fotos landen auf der Festplatte und werden von neuen Motiven schnell aus dem Gedächtnis verdrängt. Vielleicht haben Sie jetzt Lust und Zeit Ihr Archiv durchzublättern und Ihre fotografischen Highlights 2018 herauszusuchen? Gibt es Themen, an denen Sie gearbeitet haben, die Sie 2019 noch einmal anpacken und vertiefen wollen? Oder gibt es eine Technik, ein Motiv oder ein Genre, das Sie heuer zum ersten Mal in Angriff nehmen wollen? Machen Sie sich Notizen, wenn Sie Ihre Bilder anschauen, und nutzen Sie die Gelegenheit auch für eine Datensicherung. Über die Weihnachtsfeiertage habe ich für einen Freund einen Computer neu installiert und gelernt, wie man Festplatten aus- und wieder einbaut - oder mit geeigneten Adaptern wieder zum Laufen bringt. Warten Sie nicht bis, Ihr Gerät den letzten Schnaufer macht...

Für kommenden Freitag habe ich mich zum Sony Alpha Day angemeldet. Ein sogenanntes VIP-Ticket habe ich nicht mehr bekommen, aber das brauche ich auch nicht. Um mein Repertoire zu erweitern will ich einfach mal für ein paar Stunden eine Sony Kamera in die Hand nehmen und ausprobieren, wie es mir damit ergeht. Weitere Pläne gibt es derzeit nicht. Nach fünf Monaten harter Arbeit freue ich mich jetzt erst mal auf ein paar Wochen ohne feste Termine im Kalender. Vielleicht springen sogar ein paar Tage Urlaub raus.   :-)

Donnerstag, 10. Januar 2019

TV-Tipps im Neuen Jahr

Auch diesmal muss es schnell gehen, darum nur ganz kurz: Ein gutes Neues Jahr!

Die TV-Tipps im Dezember hatten sich aus Überfluss an Zeitmangel erledigt und auch so mancher Weihnachts- und Neujahrsgruß in meinem Posteingang wartet noch auf eine Antwort. Das Jahr 2018 war ein bisschen zu kurz, um alles zu erledigen, aber keine Sorge: es ist alles in der "Pipeline" und wird nach und nach abgearbeitet.


Wenigstens die aktuellen Sendetermine will ich diesmal rechtzeitig durchreichen, damit nicht der Eindruck entsteht, ich läge seit Wochen irgendwo in der Südsee am Strand. Sobald ich den Berg Arbeit weggeschaufelt habe (= wenn der Drucktermin für die beiden in Arbeit befindlichen Bücher erreicht ist), gibt's wieder neue Blogbeiträge. Bis dahin alles Gute und passt gut auf Euch auf. Denkt an das Motivprogramm "Schnee" oder die Belichtungskorrektur (+) , wenn Ihr mit der Kamera durch eben diesen stapft!