Mittwoch, 28. August 2019

10 Jahre Fotobuchautorin

"Im August 2009 (!) erschien dein Buch „Digitale Fotopraxis. Rezepte für bessere Fotos“ in einem Verlag mit dem Namen „Galileo Design“. Im August 2019 darf ich dir nun – im Namen des gesamten Rheinwerk-Teams – herzlich zu deinem zehnjährigen Autorenjubiläum gratulieren! Nach deinem Erstlingswerk sind bislang 18 weitere Werke erschienen..."

Diese Glückwünsche aus dem Lektorat trafen schon Anfang August bei mir ein, aber mit Jubiläen nehme ich es ganz genau: Es war der 28. August 2009, und es war dieses Buch, das mein Leben danach grundlegend verändert hat:



Neunzehn Bücher in zehn Jahren ergeben rein rechnerisch zwei Buchveröffentlichungen pro Jahr. Das ist eine ganz ordentliche Taktrate. Überarbeitete Neuauflagen machen nicht so viel Arbeit wie komplett neu erstellte Bücher. Manche Projekte gehen schnell von der Hand, andere sind aufwändiger und dauern länger. Ob so oder so: Wenn man etwas mit Begeisterung tut, vergeht die Zeit immer unglaublich schnell. Ich kann selbst kaum glauben, dass ich jetzt schon seit einem Jahrzehnt Bücher schreibe.


Dienstag, 27. August 2019

Auf Schatzsuche: Lightroom im Stresstest

Durch die Beschäftigung mit den Langzeitprojekten habe ich in letzter Zeit viel altes Bildmaterial gesichtet. Fotos, die älter als zwei Jahre sind, befinden sich bei mir auf externen Festplatten. Um sie zu sortieren und zu bearbeiten, habe ich einen eigenen Lightroom-Katalog angelegt, und das alte Material ordnerweise von den Festplatten importiert. Ich war neugierig, aber auch skeptisch, wie gut das Bildverwaltungsmodul mit dieser Aufgabe zurechtkommt. 

Wenn Sie sich mehr für das Warum hinter diesem Projekt interessieren, scrollen Sie nach unten zum Abschnitt "Die Wundertüte öffnen".


Donnerstag, 22. August 2019

TV-Tipps für August/September



Die neuen TV-Tipps von www.kunstlinks.de sind eingetroffen, vielen Dank an Hermann Ludwig. 

Diesmal gibt es eine ganz neue achtteilige Sendereihe zur Fotografie, aber als Leser*in meines Blogs gehören Sie wahrscheinlich nicht zur Zielgruppe des KiKa (KinderKanals).





Was sich die Fernsehmacher ausgedacht haben, um ein junges Publikum für Fotografie zu begeistern, klingt ein bisschen nach Germanys Next Top Model:


Dienstag, 20. August 2019

Lässt sich die Zeit einfrieren?

Nein, natürlich nicht. 
Das einzige, was wir zumindest fotografisch festhalten können, sind vergängliche Momente. Nun bekommt mein Baustellen-Projekt unerwartet schnell eine Fortsetzung. Den vollständigen Artikel habe ich diesmal im betrachtenswert-Blog veröffentlicht, weil es weniger um Fotografie, sondern um die Geschichten hinter den Bildern geht. Zwei der Motive möchte ich Ihnen als Appetithäppchen zeigen. Das Gebäude, in dem ich von 2012 bis 2018 mein Büro angemietet hatte, ist inzwischen ein echter Hingucker geworden - vorausgesetzt man mag moderne Street Art. 😀


2012

2019

Mehr Bilder und Infos dazu finden Sie hier:
Tanz mit der Vergänglichkeit


Die Auflösung zum Foto-Quiz von letzter Woche


Mittwoch, 14. August 2019

Interview und Fotoquiz

Vor einiger Zeit hatte ich die Inspirationskarten von Inspiracles vorgestellt, heute gibt es im Blog von Inspiracles ein Interview mit mir



Die folgende Fragen habe ich von Inspiracles bekommen. Viele andere Fotografen haben vor mir dieselben Fragen beantwortet, darum lohnt es sich auf jeden Fall, mal im Inspiracles-Blog vorbeizuschauen. 


Montag, 12. August 2019

Irfan View: Copyright-Angaben ergänzen

Am Wochenende erhielt ich eine Mail, die vielleicht auch andere AnwenderInnen interessieren könnte. Es geht um die Frage, wie man Copyright-Angaben mit wenigen Handgriffen in sehr viele Fotos hineinschreiben kann. Die Informationen, um die es hier geht, erscheinen nicht sichtbar in den Bildpixeln als Logo, sondern werden in den sogenannten "Metadaten" (IPTC) hinterlegt.

"Seit einigen Jahren nutze ich ExifToolGUI um meine Fotos mit Autor und Copyright zu versehen. Das hat bis 2018 auch geklappt. Jetzt habe ich Updates auf beide Programme (ExifTool und GUI) durchgeführt - und NICHTS geht mehr: kein Autor, kein Copyright kann erfasst und in die Megadaten übernommen werden?
Bei meinen Nachforschungen im Internet nach Ersatz für ExifTool bin ich auf Ihren Artikel "Per EXIF-Daten einen Herkunfts-Hinweis direkt in die Foto-Dateien eintragen" gestoßen! Ich bemühe IrfanView i. d. R. um Fotos für den Versand per eMail zu verkleinern - das geht mit dem Programm nämlich ausgezeichnet (zumal im Stapelbetrieb). Wie kann ich Autor und Copyright mit IrfanView auch im Stapelbetrieb in eine größere Menge Fotos übernehmen?"



Im folgenden PDF-Dokument habe ich kurz erklärt, wie es funktioniert. Die aktuellste Version von IrfanView ist derzeit 4.53, es müsste aber auch mit älteren Versionen klappen. Da sich die Stapelverarbeitung (Batch) nicht vollautomatisch rückgängig machen lässt, ist es ratsam, erst mit einem temporären Ordner und Bildkopien zu arbeiten. Das gilt vor allem für Anwender, die mit Irfan View und/oder solchen Stapelverarbeitungen noch unerfahren sind. 

Hier geht's zur  Anleitung (PDF).
Irfan View: Infos und kostenloser Download
Für die Stapelverarbeitung müssen Sie das Programm und die Plugins installieren. 

Dienstag, 6. August 2019

Langzeitprojekte: Willkommen auf der Baustelle

Ich lebe in einer Stadt, in der andere Leute Urlaub machen. Sehr viele Motive sind schön, aber regelrecht "totfotografiert". Bei den letzten TV-Tipps hatte ich zwei Bilder gezeigt, mit denen ich die "Vergänglichkeit" in unserer unmittelbaren Umgebung dokumentieren wollte. Heute zeige ich Ihnen, wie es dort 2019 aussieht. Bei den Vorher-Nachher-Aufnahmen ist es mir nicht immer gelungen, exakt den gleichen Standort und die gleiche Perspektive einzunehmen, aber wenigstens beim ersten Motiv hat das so geklappt, wie ich es geplant hatte.


2012 ging die Drogeriekette Schlecker in die Insolvenz.
Als sich dieses Ereignis ankündigte, machte ich noch schnell ein Foto...

2019: Mein Mann und ich hatten uns einen Asia-Laden im Stadtviertel gewünscht.
Diese "Bestellung beim Universum" hat geklappt.
Die Ampel hatten wir nicht bestellt. 😉

Direkt gegenüber gab es eine ehemalige Tankstelle, die jahrelang als Autowerkstatt gedient hatte. 

Donnerstag, 25. Juli 2019

TV-Tipps für August und eine Inspiration


Auch im August ist für Fotografen "Fernsehpause", aber es gibt ganz aktuell einen sehr schönen Kurzbeitrag aus der Sendung Capriccio. Hier geht's zur BR-Mediathek.
Im PDF-Dokument finden Sie auch diesmal wieder eine Auswahl zu den Themen Kunst, Künstler, Design & Zeitgeschichte und ein paar Seitenblicke: Wussten Sie, dass es im Mittelalter schon ein hoch wirksames Antibiotikum gab, das gerade jetzt dringend gebraucht wird? Harald Lesch moderiert die Sendungen über "Verlorenes Wissen."

Mit Fotografie hat das natürlich nichts zu tun, aber Sie wissen ja: Kreativität entsteht unter anderem, wenn man völlig verschiedene Dinge miteinander kombiniert. Je nachdem, wofür Sie sich interessieren, können Sie Puzzleteile finden, die zu Ihrem fotografischen Gesamtkunstwerk beitragen. Vielleicht ist es auch eine Sendereihe über Unsere zweite Haut: Mode, oder ein Blick in die Vergangenheit:

Am Montag, 29. Juli 2019 gibt es von 16:00 - 16:30 Uhr auf alpha eine Sendung aus dem Jahr 1961: Altmünchen, wie du es nicht mehr kennst.  Ich tue mich mit so alten Beiträgen auch oft schwer. Die Machart und die Bildqualität haben sich in fünfzig Jahren TV-Geschichte genauso drastisch verändert, wie die Szenen, die man in so einer Sendung zu Gesicht bekommt.
Was uns solche Beiträge vermitteln können, ist ein Bewusstsein dafür, dass sich alles um uns herum ständig und schleichend verändert.

Der Drogeriemarkt am Eck, 2012

Die Autowerkstatt gegenüber der Drogerie, 2012

Ohne all die Menschen, die ihre ganz persönlichen Momente in einem Foto oder Video festgehalten haben, wüssten wir heute nicht mehr, wie es noch vor 50 oder 100 Jahren ausgesehen hat. Was heute unspektakulär daherkommt, ist morgen ein Aha-Erlebnis. Also gehen Sie raus und fotografieren Sie (auch) das Banale und Alltägliche.

Ach ja... der nächste Winter kommt bestimmt. Genießen Sie den Sommer, auch wenn es momentan schwerfällt. 😅

Mittwoch, 24. Juli 2019

Braucht jemand Gummistiefel?


Heute früh hat mich wieder so ein Fotomotiv ereilt, an dem ich schon vorbeigeradelt war. Ja, ich hatte es eilig, und musste kurz überlegen, ob ich meinen Termin trotz Fotostopp noch pünktlich einhalten kann. Zehn Meter für den Bremsweg, rechts ranfahren, eine 180° Kehrtwendung hinlegen, und das Fahrrad sicher abstellen... Wie lange dauert das? An so heißen Sommertagen muss man schon aufpassen, dass man nicht mit anderen Radlern kollidiert, wenn man aus vollem Tempo eine Vollbremsung hinlegt. Mit dem Auto geht so etwas natürlich nicht. Darum gehe ich so gerne zu Fuß, oder nehme für längere Strecken das Rad.

Nachdem ich meinen Drahtesel am Wegesrand geparkt hatte, war auch schon klar, dass ich nicht nur das Smartphone, sondern gleich die große Kamera aus dem Rucksack hole. Fotografiert habe ich mit beidem, einfach um für mich den Unterschied zu sehen. Sie können ja mal raten, welches dieser Bilder mit dem Handy, und welches mit der FZ1000II entstanden ist.

Wenn Sie meinen betrachtenswert-Blog ab und zu besuchen, kennen Sie meine Leidenschaft für solche Arrangements. Dieses hier ist auch fotografisch wertvoll: ein schöner Rot-Grün-Kontrast und jede Menge Möglichkeiten, das "objet trouvé" (gefundene Objekt) aus verschiedenen Perspektiven zu fotografieren.  


Keine Zeit zum Fotografieren?
Ich habe gerade in den Exif-Daten nachgeschaut: Zwei Minuten fotografieren, eine Minute für Bremsen, Rad abstellen, Aus- und Einpacken der Kamera. Lassen Sie es insgesamt vier Minuten gewesen sein. Auf dem Weg zum Zug oder Flughafen hätte ich wahrscheinlich nicht angehalten, aber bei vielen anderen Gelegenheiten ist genug Luft für einen kleinen Fotostopp. Wenn man fünf oder zehn Minuten früher aus dem Haus geht, und ein bisschen Pufferzeit einplant, erst recht.

Auf dem Rückweg eine Stunde später hätte ich die Bilder immer noch machen können, aber da war das Licht erheblich ungünstiger: zu viel Mix aus Licht und Schatten, zu hohe Kontraste. Und womöglich hätte jemand mein Motiv zwischenzeitlich mitgenommen. Manchmal bekommt man nur diese eine Gelegenheit zum Fotografieren. Das gilt insbesondere für Licht- und Wetterstimmungen, die sich von Minute zu Minute ändern.

Und die Moral von der Geschicht? Gefühlt habe ich mindestens zehn Minuten mit den roten Gummistiefeln verbracht, in Wirklichkeit waren es keine fünf. Das Fotografieren "im Vorbeigehen" dauert wirklich nicht lang, und es macht immer wieder Spaß. 

Montag, 22. Juli 2019

Inspirationskarten

Wie findet man Ideen für Fotoprojekte oder Foto-Aufgaben? Da gibt es seit einiger Zeit Hilfestellung in Form von sogenannten Inspirationskarten. Einfach eine Karte ziehen, und schon hat man eine Aufgabenstellung, mit der man sich eine Stunde, ein paar Tage, oder über einen längeren Zeitraum beschäftigen kann.






















Der Ansatz von Inspiracles besteht darin, das Fotografieren spielerisch anzugehen. Bei den Foto-Aufgaben Klassik soll man die Technik erst mal weglassen. Es geht ums Motiv, und die meisten Aufgaben sind einfach. Viele lassen sich auch mit einem Smartphone umsetzen. Dadurch eignet sich dieses Karten-Set besonders gut für Anfänger, die sich noch nie mit einer konkreten fotografischen Aufgabenstellung beschäftigt haben.
Altgediente Fotografen und Fotoclubs dürften sich an den vorgeschlagenen Themen abgearbeitet haben. Manche Projekte haben dennoch das Potenzial zu einer Lebensaufgabe zu werden. "Die Farbe Rot" (Grün oder Blau) ist ein Dauerbrenner in Fotoclubs. Aus eigener Erfahrung kann ich bestätigen, dass es sich selbst nach dreißig Jahren immer noch lohnt, nach roten, grünen oder blauen Motiven Ausschau zu halten. Man findet immer neue Motive. Braucht man dafür eine Inspirationskarte? Eigentlich nicht. Es kommt darauf an, wie kreativ man die Karten einsetzt.

Man kann sich mit Fotofreunden treffen, legt eine Route fest, und dann zieht jeder eine Zufallskarte aus dem Stapel. Natürlich können sich auch alle mit der gleichen Aufgabe beschäftigen, und dann vergleicht man hinterher, wer welches Motiv gesehen hat, und wie unterschiedlich es umgesetzt wurde. Auch wenn man allein an den Aufgaben arbeitet, schult das den fotografischen Blick, und es ist eine gute Vorbereitung für die spätere Teilnahme an Wettbewerben.

Die Aufmachung der Inspiracles ist wertig: Eine stabile Metallbox stellt sicher, dass die  Karten auch bei längerem Gebrauch ansehnlich bleiben. Das Format der Karten ist etwas größer als das von normalen Spielkarten. Dieses etwas größere Format ermöglicht eine etwas größere Schrift für die bessere Lesbarkeit, was bei weißer Schrift auf farbigem Hintergrund nicht verkehrt ist.

(c) Inspiracles

Die Karten sind beidseitig mit Informationen bedruckt, vorne findet man die Aufgabe und kurze Tipps für die Umsetzung, hinten einige Bildbeispiele. Für die Aufgabentitel wurden durchweg englische Begriffe verwendet. Die sind kurz und griffig, aber vielleicht nicht für jeden auf Anhieb verständlich (PANE oder VANISHING POINT). Die deutsche Übersetzung und eine Erklärung, was mit der Überschrift gemeint ist, findet man, sobald man sich die Aufgabenstellung durchliest.

Vierzig Aufgaben sind im Kartenset enthalten, dazu gibt es zehn Karten mit Tipps, sowie Spickzettel, auf denen man sich über die Foto-Grundlagen informieren kann. Der Zusammenhang zwischen Belichtungszeit, Blende, ISO-Wert und der Belichtungskorrektur ist bei einigen Aufgaben wichtig. Wie man das an der eigenen Kamera einstellt, sollte man wissen oder man eignet sich diese Kenntnisse im Laufe des Projekts an. Die Spickzettel zur Graukarte und Hyperfokaldistanz fallen etwas aus dem spielerischen Konzept. Im besten Fall animieren Wissenslücken dazu, sich genauer über diese Themen zu informieren.

In einem kostenlosen E-Book, das man sich nach Eingabe und Bestätigung der E-Mail-Adresse auf der Homepage des Anbieters herunterladen kann, gibt es Anwendungstipps für die Karten. Für die anspruchsvollste Aufgabe im Set, das Lightpainting, gibt es ein ebenfalls kostenloses und umfangreiches Tutorial. Den Download-Link findet man auf der Karte.

Auf Instagram können Sie sich unter dem Hashtag #inspiracles oder direkt bei @inspiracles jede Menge Bildbeispiele anschauen. Die Karten gibt es bei Amazon (ca. 20 EUR + Versandgebühr), oder über die Seiten des Anbieters, der auch noch andere Karten-Sets im Programm hat. Unter anderem gibt es ein Set für Olympus OM-D Fotografen. Ich frage mal nach, ob sich so ein Set für Lumix-Fotografen lohnen würde. 😉

Mittwoch, 17. Juli 2019

Bilder im Netz veröffentlichen - Eine Übersicht

Vor etwa zwanzig Jahren hat die "Digitalisierung" der Fotografie so richtig Fahrt aufgenommen. Es fing damit an, dass wir unsere analogen Kameras gegen Digitalkameras eingetauscht haben. Wir sind von der nach Chemikalien miefenden Dunkelkammer an den Computer gewechselt, und haben gelernt Photoshop zu benutzen. Als das Internet schneller wurde, fingen wir an, unsere Fotos per E-Mail zu verschicken oder ins Netz zu stellen. Nach dem Mobiltelefon mit Tasten und SMS-Funktion kamen die Smartphones mit Touchscreen, integrierter Kamera und mobilem Internet.
Heute ist unser mobiles Fotoalbum ist immer dabei, wir haben es in der Jackentasche. Selbst wenn wir mit "richtigen" Kameras fotografieren, können wir unsere Bilder drahtlos aufs Handy übertragen, oder uns mit dem Smartphone in eine Cloud einloggen, in der unsere Fotos gespeichert sind. Das macht nicht jeder, aber für die meisten Menschen ist Fotografieren ohne Internet nur eine halbe Sache. Bilder sind zum Anschauen da, darum werden sie heute überall "geteilt".


























Die klassische Foto-Homepage hat ausgedient
Dank sogenannter Baukasten-Systeme ist es zunehmend einfacher geworden, eine eigene Homepage ins Netz zu stellen. Mit dieser einmaligen Aktion ist es aber nicht getan. Die Seiten brauchen immer wieder neue Inhalte und sie sollten heutzutage interaktiv sein. Dahinter steckt eine komplexere Technik, die sich auch aus Sicherheitsgründen ständig verändert. Sobald die Seite fertig ist, muss man aufpassen, dass sie den neuesten Anforderungen entspricht und weiterhin funktioniert. Erschwerend kommt hinzu, dass man sich intensiv ums Marketing kümmern muss. Wieviele Besucher auf die Seite finden, sieht man als Seitenbetreiber anhand von Besucherstatistiken, da kommt der Datenschutz ins Spiel. Wählt man eine klassische (statische) Seite, ist die Interaktion mit den Besuchern gering. An genau diesen Schwachpunkten setzen die sozialen Medien an.

Social Media Plattformen machen es leicht
Fotos und Videos können kostenlos hochgeladen werden. Wer sich mit der Bearbeitung nicht auskennt, dessen Dateien werden automatisch skaliert und in ihrer Auflösung optimiert. Bei Instagram ist sogar noch eine Bearbeitungs-App vorgeschaltet, mit der man den Fotos einen coolen Look verpassen kann. Man muss sich nicht um die Funktionsfähigkeit und das Design der Plattform kümmern, sondern kann sich auf die eigenen Inhalte ("Content") konzentrieren. Dann liegt es nur noch am Geschick der Fotografen, wie gut sie sich mit ihrer Fangemeinde vernetzen. Die Gefällt-Mir-Knöpfe und Emojis sind schnell angeklickt. Es gibt keine langen Diskussionen, dafür viel Durchsatz und schnelles Feedback. Folge mir, ich folge dir, und sehe jeden Tag, was Du machst - so ungefähr lautet das Prinzip.
Die Nachteile sind bekannt: Im Gegenzug liefert man Google, Facebook & Co. ständig Futter.  Auch um Werbung kommt man nicht herum, was einige meiner Freunde dazu veranlasst hat, Instagram den Rücken zu kehren. Bei Twitter ist es besonders schlimm, aber das ist kein Ort, an dem man sich schöne Fotos anschaut oder präsentiert. Trotz des hohen Tempos sind Social Media Zeitfresser. Ihr Ziel ist es, den potenziellen Werbekunden möglichst lang bei der Stange zu halten. Da muss man sich gut im Griff haben, sonst sind ganz schnell ein paar Stunden verflogen.

Wo findet man interessante Bilder?
Profis fahren grundsätzlich mehrgleisig. Sie haben eine Homepage, sind aber auch in den sozialen Medien aktiv. Interaktivität ist das Gebot der Stunde. Wer nicht regelmäßig mit der Fangemeinde kommuniziert, landet schnell im Abseits. Wenn Sie sich nur ein paar fotografische Inspirationen holen wollen, können Sie sich fast überall ohne vorherige Registrierung durchklicken. Falls Sie selbst Fotos präsentieren und mit Gleichgesinnten in Kontakt treten wollen, müssen Sie sich entscheiden, welche Plattform für Sie am besten geeignet ist.
  • Instagram ist mit einer Milliarde Nutzer (Juni 2018) der Platzhirsch und Teil des Facebook-Konzerns. Die Aktivitäten der Nutzer werden plattformübergreifend verfolgt, um personalisierte Werbung zu schalten. Auch die Bildinhalte werden analysiert. Bereits 2016 wurden auf Instagram täglich 60 Millionen Fotos hochgeladen. Vom Schrottbild bis zur Meisterklasse ist alles dabei. Mitmachen kann man nur, wenn man einen Account anlegt, schauen kann man auch ohne.
    Die Handhabung ist sehr einfach und auf die Nutzung mit dem Smartphone ausgelegt. Für Computerleute wie mich gibt es seit einiger Zeit eine Möglichkeit, diese technische Hürde zu umgehen: Mit einem Plugin oder einer App für den Browser lässt sich die Seitenanzeige mit einem Mausklick in den Smartphone-Modus umschalten. Danach kann man auch vom PC aus Fotos hochladen.
  • Facebook hat weltweit 2,32 Milliarden aktive Nutzer (2019), davon 384 Millionen in Europa. In Deutschland nutzen 23 Millionen die Plattform täglich. Fotos sind nicht das Hauptanliegen der Nutzer, aber es gibt viele aktive Fotogruppen. Die Sortierung der Bilder und die Suche nach älteren Beiträgen finde ich problematisch. Was nach hinten rutscht, hat kaum eine Chance später noch einmal gefunden zu werden. Man kann Beiträge grundsätzlich nur sehen, wenn man sich registriert, und dann einer Gruppe beitritt. Die Handhabung der Seite und die Sicherheitseinstellungen erfordern etwas Übung.
  • Flickr rangierte 2011 noch unter den fünfzig beliebtesten Seiten weltweit. Bis 2014 gab es zudem eine Kooperation mit der Bildagentur Getty Images, die so manchem Fotografen einen Karrieresprung ermöglichte. 2018 wurde Flickr von Yahoo an SmugMug verkauft, hat aber seinen Namen behalten. Seitdem können im kostenlosen Account nur noch 1000 Bilder hochgeladen werden. Für Neueinsteiger ist das viel, aber für Nutzer, die den Dienst schon seit vielen Jahren nutzen, ist es ein Druckmittel, in den kostenpflichtigen Pro-Account zu wechseln. Flickr hat eine internationale Ausrichtung und man sollte ein paar Brocken Englisch können, um Kommentare zu lesen und zu schreiben.
    Der Aufbau der Seite hat sich seit Gründung der Plattform wenig verändert, es gibt viele Funktionen. Die Organisation der Bilder in Alben und das Einstellen der Sichtbarkeit für bestimmte Personengruppen ist für Einsteiger eher kompliziert. 

Zum Surfen müssen Sie sich nicht registrieren,
starten Sie einfach eine Bildsuche mit irgendeinem Stichwort.
Das klappt auch bei Instagram.

  • Die deutsche Fotocommunity versteht sich als Medium für deutschsprachige Fotografen. Mit 1,5 Millionen Mitgliedern ist sie die größte Internetgemeinschaft für Hobby-Fotografen in Europa. Im kostenlosen Account, der von unschönen Werbeeinblendungen beeinträchtigt wird, kann man pro Woche ein Foto hochladen und maximal 100 Bilder präsentieren. Zum Testen reicht das aus, wer mehr will, ist ab vier Euro im Monat dabei. Die Fotocommunity achtet explizit auf Bildrechte und Datenschutz, es gibt viele Diskussionsforen, Usertreffen, eine Modellsuche und viele lesenswerte Artikel. In der Rubrik "Konstruktives Feedback erwünscht" kann man sich von anderen Fotografen Tipps geben lassen.
    Trotz ihrer Komplexität kann man sich auf der Seite gut orientieren, und die Bedienung ist angenehm einfach.
  • 500px („five hundred pixels“) hat über 13 Millionen registrierte Benutzer aus 190 Ländern, und richtet sich gleichermaßen an Profis wie ambitionierte Amateurfotografen. Englischkenntnisse sind notwendig. Die Bildqualität hat überwiegend Wettbewerbsniveau. 2018 gab es massive Sicherheitsprobleme auf der Seite, es wurden eine Million Accounts gehackt. Beim Surfen wird man alle paar Sekunden über einen Bildschirm-Popup aufgefordert, sich zu registrieren. Das ist nicht so amüsant und schmälert den Genuss des ehemaligen "Geheimtipps", der in Kanada beheimatet ist. 
  • Unsplash ist eher eine Bildagentur, in der viele Kreative ihre Fotos präsentieren, aber auch zur kostenlosen Nutzung freigeben. Diese internationale Community hat sich aus einem Tumblr-Blog entwickelt. Mir gefällt die oftmals ungewöhnliche Bildästhetik, man findet gekonnte Regelbrüche und eine erfrischende Bandbreite von Hochglanz bis Trash. Selbst Firmen wie Apple greifen zu Motiven von Unsplash-Fotografen. Die bekommen kein Geld für ihre Bilder, die Namensnennung ist Ehrensache - also nicht verpflichtend.  Trotzdem ist die kostenfreie Bildverwertung für mache Fotografen ein wichtiges Aushängeschild.
Es gibt nicht nur die großen Player im Netz. Nach meinem Artikel über das Ende von Google+ erhielt ich eine Mail von Lutz P., die ich hier gerne weitergebe: Viele Fotografen waren vom Ende der Community Panoramio ebenso betroffen [wie bei der Schließung von G+]. Viele haben schließlich eine neue Heimat bei „ipernity“ gefunden. Wir (die Nutzer) haben die Plattform vor zwei Jahren gekauft und betreiben sie seitdem in eigener Regie als non profit organzation werbefrei, datensicher aber  deshalb auch gegen einen geringen Jahresbeitrag aus dem wir uns finanzieren (wenn Sie alle Features nutzen wollen, z.B online Nachbearbeitung, Austausch von Fotos, Blog, Picture in Picture usw). Ipernity.com besuchen




Wie ist das so auf Instagram?

Wenn ich den Satz "Folgen Sie uns auf Instagram" gehört oder gelesen habe, bin ich immer zusammengezuckt, und habe gedacht: Ne, das brauche ich nicht auch noch. Ich arbeite grundsätzlich nur am PC oder Notebook. Damit konnte man bei Instagram lange keine Fotos hochladen. Mit der oben erwähnten App für meinen Browser klappt es.

Darum habe ich die "Bilderschleuder" getestet, und mich mal eine Woche lang dort umgesehen. Es ist wie bei Facebook und Twitter: Man landet über kurz oder lang in einer "Filterblase", in der man die Themen gespiegelt bekommt, mit denen man sich selbst beschäftigt. Die Algorithmen schlagen Bilder und Profile von Nutzern vor, deren Bilder und Aktivitäten den eigenen ähneln. Die Interaktivität der Nutzer ist sehr hoch, und so ist es nicht verwunderlich, dass sich auf diesem Fotospielplatz so viele Leute tummeln.

Ich bleibe noch eine Weile dabei und experimentiere weiter.  Ein Kraut-und-Rüben-Portfolio liefert Kraut-und-Rüben-Empfehlungen. Je klarer und konsequenter die eigene Bildauswahl ist, desto mehr bekommt man vom Selben: Tier-, Landschafts-, Porträtfotografie - oder nur Lost Places in HDR?
Das ist alles schön, für mich aber nicht abwechslungsreich genug. Auf der Suche nach Überraschungen nehme ich die Route querfeldein durch den Kraut- und Rübenacker. Mein bisher bestes Fundstück in Sachen Konsequente Fotoprojekte ist Oliver Lauberger mit seinem @daily_kellerfenster aus Offenbach. Um genau zu sein: er hat mich gefunden, und allein dafür hat sich mein Ausflug zu Instagram gelohnt. Wenn ich weitere interessante Profile finde, stelle ich sie hier gerne vor.

Falls Sie Instagram ausprobieren wollen, und auch nur mit einem PC arbeiten, lesen Sie diesen Artikel bei PC-Welt. Dort finden Sie auch die Links zu den Apps, mit denen Sie Ihren Internetbrowser für Instagram fit machen können.

Hier noch einmal alle Links zu den oben vorgestellten Seiten:
Ist Ihre Lieblingscommunity nicht dabei, haben Sie einen Geheimtipp? Dann schreiben Sie mir.

Donnerstag, 11. Juli 2019

Broschüre zur FZ1000/FZ1000 II erschienen

Vor etwa zwei Jahren haben Oli und ich ein Dokument verfasst, in dem wir die Lumix-Modelle GX8 und GX80 direkt miteinander verglichen haben. Es bot sich also an, etwas Ähnliches für die alte und die neue FZ1000 zu machen. Die wichtigsten und auffälligsten Unterschiede habe ich in meinem Blogartikel im April bereits beschrieben. Für die meisten Interessierten dürfte dieser Überblick ausreichen. Ich finde die Neue gut. Das Vorgängermodell kostet derzeit etwa 539,- EUR, die Preise für die FZ1000 II liegen zwischen 800 und 849 EUR. Wo liegen die Unterschiede, lohnt sich das Update?

Im E-Book "Lumix FZ1000 / FZ1000 II - Was sie vereint, was sie unterscheidet" gehe ich auf diese Frage detailliert ein. Das Dokument umfasst im Original etwa 45 DIN A4 Seiten. Darin finden Sie nach dem allgemeinen Überblick eine direkte Gegenüberstellung aller Bedienelemente und Menüs.

Zum Lesen der E-Book-Ausgabe ist kein spezielles Lesegerät erforderlich. Mit der kostenlosen App von Amazon sind die Inhalte auf allen mobilen Endgeräten, Tablets oder am PC/Mac sofort verfügbar.




Etwas übersichtlicher ist die gedruckte Ausgabe. Die farbige Broschüre umfasst 86 Seiten, und ist wegen der Druckkosten natürlich etwas teurer. Ich habe mir vor Freigabe dieses ersten selbstverlegten Taschenbuchs einen Probedruck kommen lassen. Er war innerhalb von 48 Stunden da, und die Druckqualität ist gut. 

E-Book 4,99 EUR (Amazon)
Gedruckte Broschüre  11,76 EUR  (Amazon)
Amazon App (Downloadseite)


Vorsicht, unseriöse Zweitanbieter!
Ein Kuriosum, das mich einen Tag nach Freischaltung der Dokumente überrascht hat, ist ein vermutlich chinesischer Anbieter, der diese Broschüre gebraucht für sage und schreibe 33,- EUR verkaufen möchte. Schreiben Sie mir bitte keine bösen Mails deswegen. Ich weiß nicht, was das für Leute sind. Die von mir angebotene Broschüre ist ein sogenanntes "Print-on-Demand"-Produkt, das heißt: Erst wenn jemand ein Buch bestellt, wird es gedruckt und verschickt. Es wird so lange bei Amazon verfügbar sein, bis ich es vom Markt nehme. Selbst danach kann ich jederzeit wieder auf den Veröffentlichen-Knopf drücken, und die Broschüre bei entsprechender Nachfrage zum normalen Preis anbieten.

Im Gegensatz zu Verlagsprodukten (Handbuch zur FZ1000), die nur in einer begrenzten Auflage gedruckt werden, und nach dem Abverkauf der Restexemplare nicht mehr verfügbar sind, besteht bei diesem Selfpublishing-Buch keine Gefahr, dass interessierte Leserinnen und Leser nichts mehr bekommen. Fallen Sie bei diesem Produkt bitte keinesfalls auf irgendwelche überteuerten Zweitanbieter herein, die sich an meiner Arbeit nur bereichern wollen.

Lernkurve und Ausblick
Vielleicht haben Sie letzte Woche meinen kurzen Blogpost mit den amüsanten Bildschirmmeldungen gesehen. Es war nicht die FZ1000-Broschüre, die so lange Wartezeiten verursacht hat. Ich wollte nur mal ausprobieren, was passiert, wenn ich 240 Seiten reinen Fließtext ohne Abbildungen für eine Taschenbuch-Produktion hochlade. Es dauert, und die Bucherstellung ist aufwändig. Darum ist und bleibt eine Neuproduktion des vergriffenen Handbuchs zur FZ1000 leider ein unerfüllbarer Wunschtraum.

Die Bereitstellung dieses vergleichsweise kleinen E-Books mit Minibroschüre war für mich ein wichtiges Lernprojekt in Sachen Eigenverlag. Es hat mehr Zeit gekostet als geplant, hat mir aber auch wertvolle Erfahrungen beschert. Für zukünftige Kleinproduktionen, die ein großer Verlag aus kalkulatorischen Gründen niemals machen würde, ist das Selfpublishing eine wunderbare Alternative. Für mich wäre es jetzt sinnvoll, bald wieder so etwas zu machen, damit ich in Übung bleibe. 😅

Weitere Neuigkeiten & Social Media
Nachdem diese Projekte nun alle vom Tisch sind, werde ich mich als nächstes daran machen, die neue Fotobuch-Software von myposter auszuprobieren. Außerdem ist gestern eine Lieferung "Inspiracles" eingetroffen. Das ist ein Set von Inspirationskarten für eigene Fotoprojekte, die man mir zum Testen angeboten hat.

Bilder von meinen Fotoprojekten habe ich bisher in einer Blogspot-Galerie gezeigt. Jetzt ziehe ich damit auch zu Instagram um. Wenn Sie mir dort folgen wollen, finden Sie mich unter fotonanny_de. Genau wie bei Facebook muss man sich registrieren, um Beiträge sehen zu können. Darum pflege ich den Projektfotoblog parallel weiter, für alle, die auf so etwas keine Lust haben. 
Bei Twitter habe ich mich nach einem Jahr Auszeit auch mal wieder eingeloggt. Es ist noch schlimmer geworden. Auf hitzige, tagesaktuelle Debatten und Aufreger-Themen habe ich keine Lust. Um die Zeitungsboxen der Tagespresse mache ich auch immer einen großen Bogen. Ein Spaziergang in der Natur fördert den Seelenfrieden und ist gesund. Außerdem findet man dort jede Menge Fotomotive!  😊

Donnerstag, 4. Juli 2019

Bitte warten...

Klick aufs Bild für größere Ansicht

Im Moment bereite ich gerade eine kleine Broschüre im Eigenverlag vor, in der es um den direkten Vergleich der FZ1000 und der FZ1000 II geht. Immerhin beweist Amazon bei der Gestaltung seiner Bildschirmmeldungen Humor...

Das Handbuch zur Lumix FZ1000 II, das mich seit April beschäftigt hat, geht diese Woche in den Druck. Ab dem 26.7. ist es dann im Handel erhältlich. Beim Rheinwerk-Verlag geht's am schnellsten. Dort gibt es die Bücher zum Anfassen, als E-Book oder beides im sogenannten "Bundle".

Ich koche jetzt erst mal Kaffee und mache mir ein Sandwich. 😂

Donnerstag, 27. Juni 2019

TV-Tipps

Der Sommermonat Juli bietet für Fotografen diesmal absolut nichts Neues im TV.  Auch bei anderen Sendungen fällt auf, dass man sich in den Öffentlich-Rechtlichen bei der Programmgestaltung eher auf  Wiederholungen stützt.

Im PDF-Dokument finden Sie trotzdem eine kurze, handverlesene Auswahl von möglicherweise interessanten Beiträgen. 



Mein Tipp: Selbst kreativ werden und eigene Werke schaffen! 😎

Donnerstag, 13. Juni 2019

Fotografie ist Sport #blogparade

Bald ist wieder #Fotomarathon in München, genauer gesagt am 20.7.

Irgendjemand hat irgendwann einmal gesagt, dass Fotografie kein Sport ist. Das kann man so sehen, man kann es aber auch hinterfragen. Dass Fotografieren allein schon deswegen anstrengend ist, weil man mit schwerem Gepäck unterwegs ist, wird jeder bestätigen, der schon mal mit einem robusten Dreibeinstativ und einer vollgepackten Fototasche im Gebirge unterwegs war. Um ungewöhnliche Aufnahmeperspektiven zu finden, muss man sich selbst im Flachland ganz schön verrenken. Das sieht für die Umstehenden nicht nur lustig aus, es ist auch ordentlich schweißtreibend. Mitunter kommt man dabei richtig aus der Puste. Ich wage zu behaupten: Wer nach dem Fotografieren noch nie einen Muskelkater hatte, hat noch nicht richtig fotografiert.

Das macht aus der Fotografie noch keinen Sport, aber unser Hobby birgt ein enormes Potenzial zum Muskelaufbau, zum Erlangen von mehr Beweglichkeit und Koordinationsfähigkeit, sowie zur Steigerung der allgemeinen Kondition.

Yoga-Übung: Tiefe Rückenbeuge über Schwenkmonitor.
Sehr beliebt als Dehnungsübung bei Fotografen Ü60.


























Deshalb möchte ich heute eine Einladung zur #blogparade "Fotografie ist Sport" aussprechen. Dafür gibt es folgende Möglichkeiten:
  1. Erklärt mir und euren Lesern ganz seriös oder mit einem Augenzwinkern, warum Fotografie eine sportliche Herausforderung darstellt - und zwar in körperlicher Hinsicht.
  2. Welche fotografischen Aufnahmesituationen ähneln sportlichen Betätigungen, oder setzen sportliche Betätigungen des Fotografen voraus, um überhaupt zu den Motiven zu gelangen? (Ich denke da an so simple Dinge wie: Kniebeugen mit der Kamera, oder die Unterwasserfotografie, bei der ein Fotograf gleichzeitig Taucher sein muss...) 
  3. Welche lustigen und skurrilen Sportarten könnte man für Fotografen erfinden?
    Hier sind Kreativität, Humor und Erfindungsreichtum gefragt:
    50-Meter-Sprint zum Motiv, 100-Meter-Hürdenlauf über quergelegte Einbeinstative, Querfeldein-Hindernisrennen für Landschafts- oder Tierfotografen in den Gewichtsklassen Spiegelreflex-Vollformatausrüstung ab 5 Kilo, Fototaschen-Gewichtheben ... und so weiter.  Auch die Ausarbeitung neuer Yoga-Asanas wie der "Sonnengruß für Smartphoneknipser" ist denkbar.
Der traditionelle Fotograf ist eher Einzelkämpfer, aber gäbe es nicht auch schöne Teamsportarten? Die Vorstellung dass sich zwei Mannschaften auf eine Leica stürzen, über einen grünen Rasen rennen, und versuchen, die Kamera unbeschädigt in das eigene, mit Zuckerwatte ausstaffierte Tor zu werfen, wäre eine Variante des American Football, die so noch nie gespielt wurde. Man denke nur an die lange Schlange von Sponsoren, Banden- und Trikotwerbung sowie TV-Übertragungsrechte!

Überlegt euch also auch, wie das vielfältige Zubehör (Blitzgeräte, Reflektoren, Tragegurte, Stative, Fototaschen...) für diese neuen Disziplinen als unverzichtbares Hilfsmittel eingesetzt werden könnte. Schließlich sucht die Fotoindustrie händeringend nach neuen Absatzmärkten. Für die körperlich weniger robusten Fotografen könnten "Objektivjonglieren" oder "Filterstapeln" zu trendigen Geschicklichkeitsspielen werden, die viele Youtube-Zuschauer begeistern.

Es geht um nichts Geringeres als darum, neue Weltrekorde aufzustellen - und sei es nur fürs Guinness-Buch der Skurrilitäten. Am Ende wird Fotografieren vielleicht doch noch zu einer offiziell anerkannten olympischen Disziplin?

Dabei sein ist alles 😉
Es gibt nur eine einzige Regel: Es darf skurril sein, aber nur verbal. Also bitte keine reale Umsetzung potenziell gefährlicher Aktivitäten, denn in einer Sache stimme ich den konservativen Fotografen absolut zu: Selbstverantwortung ist oberstes Gebot. Sobald die Sicherheit/Gesundheit bedroht ist, hört der Spaß auf.

Wer bei der Blogparade mitmachen möchte, kann seinen Link als Kommentar unter diesen Beitrag posten, oder per Mail an mich schicken.



Alles Wissenswerte zum absolut seriösen Fotomarathon München, Termine, Ablauf, Preise gibt es hier.

Donnerstag, 6. Juni 2019

Die perfekte Kamera: Wunschliste

Seit 2013 verfasse ich Kamerahandbücher. Acht sind erschienen, das neunte ist fast fertig. Im Zuge dieser Tätigkeit stellt mir der  Rheinwerk-Verlag für etwa zwei bis drei Monate das jeweilige Kameramodell zur Verfügung. Danach kann ich diese Kamera übernehmen (kaufen), oder  ich gebe sie zurück. Manchmal fällt mir diese Entscheidung schwer, aber ich leide nicht an GAS (Gear Acquisition Syndrome = Ausrüstungs-Anhäufungs-Syndrom), und kann mich bei Kaufentscheidungen sehr gut zurückhalten. Genau wie die meisten meiner Leserinnen und Leser halte ich trotzdem Ausschau nach der ultimativen Kamera, der sogenannen "eierlegenden Wollmilchsau", die alle meine Wünsche erfüllt. Es gibt sie nicht und ich vermeide ganz bewusst das Wörtchen noch nicht. Wenn es diese perfekte Kamera gäbe, hätten alle Hersteller ein riesengroßes Problem. Wer würde noch etwas anderes kaufen?

Makro, Weitwinkel, Supertele - gibt's alles schon in einem Gerät, aber nicht im Taschenformat.

Nach allem, was ich so aus Kursen, Leserbriefen, Foren und unter Fotofreunden zusammengetragen habe, erstelle ich jetzt mal eine 😈 Wunschliste an die Industrie: 

Meine Traumkamera
  • ist klein und robust, 
  • sie passt in die Jackentasche, liegt aber auch gut in der Hand, und trotzdem sind alle Tasten  ergonomisch angeordnet.
  • Sie ist spritzwassergeschützt und staubdicht, damit ich auch in den feuchtwarmen Tropen oder in der Sahara während eines Sandsturms fotografieren kann. Natürlich möchte ich damit auch in den Swimmingpool oder ins Meer eintauchen, und gestochen scharfe Unterwasserfotos aufnehmen. 
  • Sie hat einen eingebauten Blitz, der eine komplette Studioblitzanlage ersetzt, und fantastische Ausleuchtungen ermöglicht - auch beim Filmen.
  • Diese Kamera geht nicht kaputt, wenn ich sie versehentlich fallenlasse.
  • Sie hat einen Schwenkmonitor mit Touchscreen,
  • einen hellen, elektronischen Sucher, mit ruckelfreier Anzeige und Dioptrienkorrektur,
  • einen rauschfreien, möglichst großen (idealerweise Vollformat) Sensor,
  • liefert auch nachts scharfe und unverwackelte Bilder, selbst wenn ich nie ein Stativ mitnehme.
  • Das Objektiv verfügt über einen Zoombereich von 20 bis +3000 mm mit durchgängiger Lichtstärke von f1,8 und lässt sich auf f32 abblenden. (Ja, sie passt immer noch in die Jackentasche!)
  • Natürlich sind die Abbildungseigenschaften des Objektivs in jeder Zoomstellung erste Sahne: keine Verzerrungen, keine Vignettierungen, keine chromatischen Aberrationen und messerscharf gestochene Bilder.
  • Der Akku hält mindestens eine Woche, egal wieviel ich fotografiere, ach ne: er hält ein ganzes Jahr, so wie früher.
  • Meine Traumkamera macht außerdem wackelfreie Videos aus der Hand, mit einer Tonqualität wie aus dem Tonstudio.
  • Natürlich hat sie alle Funktionen von der Vollautomatik bis Manuell, und die ganzen schönen Motivprogramme und Kreativfilter, die es eh schon gibt.
  • Sie lässt sich individuell auf meine Bedürfnisse konfigurieren (Fn-Tasten, C-Programme),
  • sie kann GPS-Daten aufzeichnen, Bilder drahtlos versenden, und sie lässt sich mit dem Smartphone fernsteuern. Das mit der Datensicherheit bei der Übertragung haben wir natürlich auch gelöst.
  • Sie hat Apps für die professionelle Bildbearbeitung, kennt meine Vorlieben und bearbeitet die Bilder vollautomatisch so, wie ich es tun würde - einfach magisch!
  • ... habe ich etwas vergessen? Wenn Ihnen noch etwas einfällt, schreiben Sie einen Kommentar. Vielleicht müsste diese Kamera auch Whatsapp-Nachrichten verschicken können, oder Excel an Bord haben? Soll sie mit dem smarten Kühlschrank kommunizieren und Amazon-Bestellungen ermöglichen? Das ist kein Scherz, mit dem Smartphone geht das alles schon.
  • Weil diese Kamera so oft gekauft wird, ist sie natürlich auch zu einem sensationell günstigen Preis erhältlich - sagen wir 99,- EUR? Wer etwas Besonderes mit rotem oder grünem Punkt haben möchte, legt einfach einen Tausender obendrauf. 
  • Es gibt sie auch in einer Retro-Variante, die mir das Gefühl und das Aussehen gibt, mit einer mechanisch-analogen Kamera unterwegs zu sein.
Wer noch näher ran will, muss zum Teleskop greifen.


Geht nicht gibt's nicht, so lautete dereinst ein Werbeslogan.

Fast alle oben aufgelisteten "Features" gibt es, aber es gibt sie nicht in dieser Kombination. Dafür gibt es immer noch harte physikalische Gründe, von denen ich hier nur die wichtigsten kurz anreißen möchte: Ein großer Sensor verlangt nach einem großen Gehäuse, somit passt die Kamera nicht mehr in die Jackentasche. Ein Extremobjektiv wie das der Coolpix P1000 hat eine große Auszugslänge, und für gute Abbildungseigenschaften sind hochwertige (schwere) Linsen nötig. Momentan lautet die Faustregel: Maximale Abbildungseigenschaften = mehr Größe, mehr Gewicht und mehr Wechselobjektive = hohe Kosten, wenig Komfort. Wer in diesem Punkt bereit ist Abstriche zu machen, findet heute schon Geräte, die der Traumkamera nahekommen. Alle anderen müssen warten, bis die Materialforschung oder die physikalische Grundlagenforschung mit bahnbrechenden neuen Erkenntnissen aufwarten.
Auch bei der Ergonomie gibt es Grenzen: Je kleiner die Kamera, desto schwieriger wird es, die Bedienelemente so zu gestalten und anzuordnen, dass sie sich vernünftig benutzen lassen. Aber vielleicht denken wir da zu altmodisch: Sprachsteuerung gibt es ja schon, nicht wahr, Siri? Mein Smartphone löst aus, wenn ich "Klick" sage. Das ist manchmal sehr nützlich. Ich möchte dann aber auch Kurzbefehle für die Traumkamera, mit denen ich gleich ein ganzes Set an individuellen Einstellungen mit nur einem Zungenschnalzer aktivieren kann. Wenn die Kamera mit dem Gehirn verdrahtet wird, könnte die Kamerabedienung ohne Tasten funktionieren - ein WLAN-Headset? Unbedingt in schickem Design! 😉

Das mit dem Blitzlicht ist natürlich extremes Wunschdenken. Dazu können wir aber in Richtung CGR (Computer Generated Reality) schauen. Autowerbung wird schon seit längerem im Computer erstellt, und diese Bilder sehen täuschen echt aus. Gerade macht das erste künstlich generierte Fotomodell (Shudu) bei Instagram Karriere. Weiterführende Links finden Sie am Ende des Artikels.

Baden gehen mit der Kamera: Für hervorragende Unterwasserfotos braucht man teure Spezialausrüstung -
und sehr viel Knowhow.


Alles eine Frage der Zeit
Neulich habe ich ein uraltes Fotolehrbuch aus den späten 1970er Jahren im Keller gefunden. Wer weiß noch, was ein "Spiegeltele" ist? Damals gab es kaum vernünftige Zoomobjektive, man musste Festbrennweiten nutzen. Mein erstes 500 mm Teleobjektiv war fünfzig Zentimeter lang. Daran hatte ich wahrlich keine Freude. Es wird hoffentlich keine weiteren vierzig Jahre dauern, bis schlaue Menschen oder künstliche Intelligenzen neue Techniken, Materialien und Software entwickeln, mit denen sich alle Fotografenwünsche in nur einem Gerät erfüllen lassen. Und dann?
Stellen wir uns vor, ein Hersteller wie Apple, Huawei, Google oder Kennenwirnochnicht bringt diese eierlegende Wollmilchsau auf den Markt. Dann werden wir jammern, dass Nikon, Canon, Sony, Panasonic, Olympus, Leica, Hasselblad ... und der ganze noch verbliebene Reigen der Kamerahersteller vom Markt verschwindet. Es wäre das Amazon-Phänomen im Fotosektor. Oder würden Sie das als "Demokratisierung der Fotografie" bezeichnen, weil endlich jedem die gleichen technischen Möglichkeiten zur Verfügung stehen? Ich glaube wir wollen und wir brauchen (auch diese) Artenvielfalt. 😆

Wahrscheinlich werden wir langfristig ein Gerät bekommen, das viele der oben aufgelisteten Wünsche in sich vereint. Da gibt es dieses Buch mit dem Titel "Pass auf, was du denkst". Nachdem ich diese Wunschliste jetzt nicht nur gedacht, sondern aufgeschrieben, und in einem Google-Blog veröffentlicht habe, kommt bestimmt eine KI vorbei und macht sich Notizen. Die Zukunft der Fotografie wird meiner Ansicht nach immer stärker von der Software abhängen, aber auch von der Rechenleistung der Geräte. Beides entwickelt sich rasant weiter, und die Halbwertszeit von Computern und anderen elektronischen Geräten bleibt kurz. Entgehen kann man diesem Wettlauf nur, wenn man wieder zum analogen Film greift, oder sich einfach in Gelassenheit übt.

Weiterführende Links:
  • Ein ernstes Thema: Gear Acquisition Syndrome (GAS
  • Kein Fake: Shudu ist ein 3D-Fotomodell (Süddeutsche Zeitung
  • Erschreckend: Realistische Fotos von Personen, die es gar nicht gibt (Stern)
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Bilder in diesem Beitrag: 1+3 Panasonic Lumix FZ1000 II, 2: Nikon Coolpix P1000

Mittwoch, 5. Juni 2019

TV-Tipps für Juni


Diesmal kommen die TV-Tipps für den Juni mit etwas Verspätung, aber Sie haben noch nichts verpasst. Die einzige Sendung, die für Fotografen ausgesprochen interessant klingt, wird leider nur vom Schweizer Fernsehen (SF) ausgestrahlt. Die Dokumentation geht der Frage nach, wie die digitale Revolution den Berufsstand des Fotografen verändert hat. Am Beispiel von fünf Schweizer Fotografen zeigt der Filmemacher, wie diese auf die Herausforderung reagieren. Sollte ein deutscher Sender - vermutlich 3sat -  eines Tages diesen Beitrag senden, erfahren Sie es hier. 

Für Leute, die gerne über den Tellerrand schauen, habe ich wieder einige "alternative" Sendungen herausgepickt. Im PDF-Dokument finden Sie auch die Links zu den Mediatheken und zum Mediathek-Viewer online, den Sie nach Ihren eigenen Suchbegriffen durchstöbern können.

Freitag, 31. Mai 2019

Perspektivwechsel

Im vorigen Blogartikel hatte ich angekündigt, dass ich mich auf die Suche nach "Motiven mit geraden Horizonten" machen und ein paar Sonnenstrahlen einfangen wollte. Beides hat geklappt, wie Sie sehen. Der Urlaub ist vorbei und der Alltag hat mich wieder. Es ist der Erholung sehr zuträglich, wenn man schöne Motive von der Dachterrasse aus fotografieren und sich dann wieder an den Pool legen kann. Insgesamt waren drei Kameras im Einsatz: natürlich die Lumix FZ1000II, die Nikon Coolpix P1000 und das Smartphone. Wenn bei der Lumix noch Nachmittag war, war die Nikon manchmal schon im Sonnenuntergangsmodus. Nicht nur Menschen reagieren unterschiedlich auf Farbstimmungen.

Klick aufs Bild für größere Ansicht

Schönes Bild, nicht wahr? Aber stopp, es ist Betrug. Zunächst einmal handelt es sich um eine Panorama-Aufnahme aus drei Einzelfotos, aufgenommen mit 215 mm Brennweite. Mit der Freihand-Panoramafunktion ist man auf den Weitwinkelmodus beschränkt, je nach Kamera 24-28 mm. Bei diesem Motiv hätte man auf dem Foto so viel vom Vordergrund gesehen, dass man die entfernte Inselgruppe kaum noch wahrgenommen hätte.

Deshalb müssen Tele-Panoramen von Hand gemacht und die Einzelaufnahmen in einem Bearbeitungsprogramm zusammengesetzt werden. Der Profi arbeitet dann mit Stativ und speziellem Zubehör, aber ich bin faul und unser Koffer hatte sowieso schon den Aufkleber "heavy". Dank Lightroom & Co. ist es kein Problem, selbst Freihandaufnahmen mit wenigen Mausklicks zu einem Panorama zusammenzufügen. Wichtig ist dabei, dass die Aufnahmen in ihrer Helligkeit nicht zu stark von einander abweichen, dass man den Horizont auf gleicher Höhe hält, und dass man die Einzelbilder ausreichend überlappen lässt. Dann kann die Software die Übergänge korrekt berechnen.

Das ist noch kein Betrug. Das Wetter auf Ibiza war super, aber nur an fünf von sieben Tagen. Zwei Tage Dauerregen waren auch dabei. Das Panorama ist am Abend vor dem ersten Regentag entstanden, als sich das schlechte Wetter ankündigte. In Wirklichkeit sah die Szene so aus:

Es gab viel Grau und einen Hauch Apricot.

Mit zwei Verlaufsfiltern, in denen der Weißabgleich nach Blau gedreht wird, werden Meer und Himmel attraktiver. Die Regler Sättigung und Dynamik intensivieren den hellen Lichtstreifen am Horizont und sorgen für einen schönen Kalt-Warm-Kontrast. Das hat mit der sichtbaren Realität vor Ort nicht mehr viel zu tun, aber es sieht einfach besser aus. So funktioniert digitale Fotografie seit vielen Jahren.

Ein paar Tage später entstand dieses Bild:


Nun, was meinen Sie? Fake oder echt?

Bevor ich die Frage beantworte, zeige ich Ihnen erst noch ein paar andere Motive.
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1200 mm Brennweite | Freihandaufnahme | Kamera-JPEG unbearbeitet.
Experten werden sofort anhand der Brennweite erkennen, dass dieses Foto mit der P1000 aufgenommen ist. Das Containerschiff am Horizont sah schon im Sucher aus, wie eine Fata Morgana. Das Flimmern der Luft macht sich über eine so weite Distanz deutlich bemerkbar, ist also kein Objektivfehler. Mit bloßem Auge betrachtet, war das Schiff in der Ferne nur als heller diffuser Fleck zu erkennen. Für mich ist es immer eine Genugtuung, wenn es mir gelingt, die schwere Kamera gerade zu halten, damit der Horizont waagrecht bleibt und alle Bildelemente am richtigen Fleck landen.

180 mm Brennweite | leichte Perspektivkorrektur | Farben & Schärfe optimiert

Die Mauer der Festung von Eivissa ist ziemlich alt und verläuft nicht wie mit dem Lineal gezogen, sondern leicht schräg relativ zur weißen Hausmauer dahinter. Sie kennen das Problem vermutlich: Entweder ist die Mauer unten gerade oder die Wände oben - beides geht nicht ohne Linienkorrektur. Trotz einer Belichtungskorrektur nach Plus bei der Aufnahme fehlte dem Motiv etwas "Frische", die durch eine Weiß-Beschneidung der JPEG-Datei nachträglich hinzugefügt wurde. Etwas mehr Struktur und Klarheit für die Mauer kamen dann noch obendrauf.

400 mm Brennweite | Kamera-JPEG, unbearbeitet
Hier war die  FZ1000II im Einsatz, maximaler Zoom, Programmautomatik - beim Stadtbummel musste es schnell gehen. Was mich wirklich begeistert: Man sieht im elektronischen Sucher sehr genau, wo das Motiv endet. So kann man beim Fotografieren exakt gestalten und muss hinterher nichts zuschneiden. Die Stühle links sind bewusst angeschnitten, weil Sie dort sonst einen Ampelmast vorgefunden hätten.

Bei den folgenden beiden Bildern geht es auch um das Gestalten mit Linien, aber das Bildpaar hat für mich noch zwei andere Aspekte:

1. "Schlechtes Wetter" ist nicht immer schlecht.
2. Welche Wirklichkeit wollen Sie zeigen?

Man braucht kein Bildbearbeitungsprogramm, um die Realität zu "verfälschen". Allein die Wahl des Bildausschnitts und der Perspektive ergeben zwei ganz unterschiedliche Ansichten und natürlich gäbe es noch diverse andere. Welche dieser beiden gefällt Ihnen besser? Welche entspricht eher Ihrer "Philosophie des Fotografierens"? Haben Sie schon eine?
Ich mache gerne mehrere Aufnahmen, damit ich mir für verschiedene Zwecke das jeweils passende Motiv aussuchen kann.

400 mm Brennweite | Kamera-JPEG | Auto-Tonwertkorrektur

87 mm Brennweite | Kamera-JPEG | Auto-Tonwertkorrektur

Jetzt will ich Sie nicht länger langweilen oder auf die Folter spannen, kommen wir zurück zum Sonnenuntergangsmotiv:

400 mm | f4 | 1/125 s | ISO 800

Die Szene sah in der Realität genauso intensiv aus wie auf diesem Bild. Es handelt sich um ein unbearbeitetes Kamera JPEG, aufgenommen mit dem Modus P, Freihandaufnahme, Bildstil Vivid (lebhaft) aus der Lumix FZ1000 II.
Ich habe dieses Motiv anschließend noch mit der Intelligenten Automatik und mit den SCN-Programmen für den romantischen und den dramatischen Sonnenuntergang aufgenommen, damit man im Handbuch den Vergleich sehen kann. Die hier gezeigte Version kam der Wirklichkeit am nächsten, auch wenn das Bild aussieht, als wäre es in Photoshop/Lightroom massiv nachbearbeitet. 
Wenn die Rahmenbedingungen stimmen (Wetter, Licht, Motiv) und wenn man die Kamera gerade hält, dann reicht es manchmal, einfach nur auf den Auslöser zu drücken.

Freitag, 17. Mai 2019

Updates: Zoner Photo Studio, Mediathek-Viewer, Fotobuch-Konfigurator

Im digitalen Zeitalter veralten viele Informationen ziemlich schnell. Darum ist es heute an der Zeit, über ein paar neue Entwicklungen zu berichten. 

Zoner Photo Studio X (ZPS X)
Kurz nach Erscheinen meines Artikels zu dieser Bildbearbeitungs-Software kam im April ein großes Frühjahrs-Update heraus. Wer die Software benutzt, hat beim Programmstart sicher den Hinweis gesehen, der oben rechts eingeblendet wurde. Wenn Sie ZPS X jetzt testen, sind die Aktualisierungen bereits enthalten.
Die neuen Funktionen sind nützlich und interessant: Die Anzeige von RAW-Dateien wurde beschleunigt und die Behandlung von RAW+JPEG vereinfacht. Das ist (war) ein Problem, das mich bei Lightroom immer wieder stört. 
Bei der Gesichtsbearbeitung legt Zoner ebenfalls nach: Gesichtszüge können mit der Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert werden. Ja, Sie lesen richtig. Wir reden längst nicht mehr von der Retusche lästiger Pickel oder von einem schöneren Hautton. Machen Sie die Nase schmaler, den Mund üppiger, die Augen gleichmäßiger und zaubern Sie dem oder der Abgebildeten ein Lächeln ins Gesicht. Das ist alles Standard und findet sich im Tool Verflüssigen. Darüber hinaus gibt in Zoner es alle möglichen (und unmöglichen) Deformationswerkzeuge. Es wundert mich, dass man diese Werkzeuge aus psychologischen Aspekten noch nicht als "Optimierungswerkzeuge" bezeichnet. Ich gebe zu, dass ich auch schon mal versucht habe, bei einem verzerrten Selfie aus Eierköpfen normal aussehende Menschen zu machen. Ganz einfach ist das nicht, aber die Möglichkeiten sind faszinierend.
Eine Übersicht über alle Neuerungen und ein kurzes Demo-Video zur Gesichtsbearbeitung finden Sie auf der ZPS X Homepage.

Eine traurige aber wichtige Nachricht habe ich letztes Jahr komplett verschlafen: Für die Nik-Collection, die es von Google kostenlos gegeben hatte, muss man mittlerweile wieder ordentlich Geld hinlegen (69,- EUR). Wer seinen Rechner neu aufsetzt oder einen neuen Computer kauft, kann das alte, kostenfreie Programm darauf leider nicht mehr installieren. Bestehende Installationen laufen noch, darum ist das Thema an mir vorbeigegangen. Die Software ist einfach gut und soll wieder weiterentwickelt werden. Lesen Sie dazu den Artikel bei Docma. Wenn Sie in den sauren Apfel beissen wollen oder müssen, können Sie die Nik-Software im Onlineshop von DxO kaufen.

Ein Handyfoto schnell mit den Nik-Effekten aufstylen - ich möchte darauf nicht mehr verzichten.

Und weil wir gerade dabei sind: Irfan View, mein Lieblings-Viewer, meldet gerade heute ein neues Update (Version 4.53). Damit kann man jetzt unter anderem Sprechblasen auf Fotos legen. Dem klassischen Fotografen werden die Haare zu Berge stehen, ABER denken Sie nicht nur an sich selbst. Auf Pinterest findet man davon jede Menge. Die Handhabung ist bei Irfan View ein bisschen umständlich, aber das Update ist eine gute Gelegenheit für mich, mal wieder die Werbetrommel für ein kostenloses Programm zu rühren, das ich seit fast zwanzig Jahren täglich benutze - zum Beispiel um all die Aufnahmedaten schnell auszulesen, die wir in all den Büchern zu den Bildern drucken. Danke Irfan Skiljan! Hier geht's zur Download-Seite.

Ebenfalls erfreulich ist diese Neuerung: Der Mediathek-Viewer, mit dem man sich alle Fernsehsendungen aus den deutschen Mediatheken herausfiltern kann, war immer schon etwas spröde in der Bedienung. Manchmal macht er nicht das, was er soll oder kann die Liste nicht laden. Zudem arbeitet er nur mit dem VLC-Media-Player, der von Software-Experten als unsicher eingestuft wird. Jetzt muss man sich diese Software nicht mehr installieren. Es gibt den Viewer in einer Online-Version, die auch die Mediatheken des ORF und SRF durchstöbert (Suche überall). Aus rechtlichen Gründen kann man mit deutscher IP-Adresse leider nicht in der Schweiz fernsehen und umgekehrt vermutlich auch nicht. Ich weiß, dass es Leute gibt, die wissen, wie man dieses Problem löst, aber das ist nicht mein Metier.
Unter dem nachfolgenden Link finden Sie alle Sendungen, die unter dem Stichwort "Foto" tagesaktuell gelistet sind:  Mediathek-Viewer online. Sie können die Beiträge sofort anschauen oder die Filme in verschiedenen Auflösungen für später herunterladen. 
Denken Sie daran, dass nicht nur der Suchbegriff "Foto" zu interessanten Sendungen führt. Gerade gestern bin ich zufällig in diesen Beitrag "hineingestolpert": Janine Meyer - Partykeller sind ihr Lieblingsmotiv (DAS auf NDR). Haben Sie einen Partykeller in München? Ich komme vorbei!

Last but not least: Wann haben Sie zuletzt ein Fotobuch gestaltet?
Als ich letztes Jahr für mein Buch Digitale Fotografie verschiedene Anbieter von Fotobüchern ausprobiert habe, ist mir aufgefallen, dass sehr viele davon dieselbe Online-Software (Fotobuch-Konfigurator) verwenden. Im Hinblick auf die Gestaltungsmöglichkeiten war es also relativ egal, bei welcher Firma man das Fotobuch erstellte. Die Firma myposter geht nun einen eigenen Weg und hat ein Jahr lang eine neue Software entwickelt. Der neue Konfigurator ist diese Woche online gegangen, bietet andere Designs und wird im Lauf der Zeit eine größer werdende Auswahl an Vorlagen bieten. Dieser neue Konfigurator ist auch so ausgelegt, dass man schnell (eigene) Vorlagen erstellen kann. Klingt gut! Hier können Sie sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Bei mir stehen in Kürze die Korrekturläufe fürs Handbuch zur FZ1000II an. Die kurze Verschnaufpause nutze ich, um ein paar Sonnenstrahlen einzufangen und Motive mit geraden Horizonten zu suchen. Mit den neuen Bildern im Gepäck werde ich dann ein privates Fotobuch gestalten. Mehr dazu beim nächsten Mal.

Dienstag, 14. Mai 2019

Lehrstunde


























... sagte das Eichhörnchen heute früh im Park, "dann kannst du dir deinen Autofokus irgendwo hinstecken. MICH erwischst du damit nicht!"

Die Fotonanny bewegte den Fokusmodushebel an ihrer Kamera in die Stellung MF. Sie drehte langsam am Einstellring des Objektivs, bis die blauen Markierungen des Focus Peaking in der Lupenansicht im elektronischen Sucher aufleuchteten. Es machte Klick und der kleine Lehrmeister suchte eilig hinter einem dicken Baumstamm Zuflucht.

"Nächstes Mal benutzt du gefälligst nicht die Programmautomatik sondern den Modus S", rief das Eichhörnchen empört. "Kurze Belichtungszeit!"

"Ja, es hat aber auch so funktioniert", entgegnete die Fotonanny.

"Es konnte nur funktionieren, weil ich stillgehalten habe", grummelte das Eichhörnchen.

"Man muss eben wissen, wann man den Auslöser drückt und wann nicht", gab die Fotonanny zu verstehen. "Es war hell genug..."

"Alles Glückstreffer", maulte das Eichhörnchen.

"Erfahrungswerte?", gab die Fotonanny zu bedenken. 

Das Eichhörnchen rümpfte die Nase, sprang auf den Boden und hüpfte durch den blühenden Bärlauch davon. Der AF-Modus Verfolgung oder der Autofokusmodus AFC hätten nun genauso wenig genutzt wie MF nebst kurzer Belichtungszeit. Eichhörnchen von hinten das durch den Bärlauch springt wäre ein toller Bildtitel, aber vermutlich kein besonders ansehnliches Foto. Obwohl - wer weiß? Probieren geht über Studieren!

FZ1000 II
400 mm | 1/125 s | f4 | ISO 800