Freitag, 17. Mai 2019

Updates: Zoner Photo Studio, Mediathek-Viewer, Fotobuch-Konfigurator

Im digitalen Zeitalter veralten viele Informationen ziemlich schnell. Darum ist es heute an der Zeit, über ein paar neue Entwicklungen zu berichten. 

Zoner Photo Studio X (ZPS X)
Kurz nach Erscheinen meines Artikels zu dieser Bildbearbeitungs-Software kam im April ein großes Frühjahrs-Update heraus. Wer die Software benutzt, hat beim Programmstart sicher den Hinweis gesehen, der oben rechts eingeblendet wurde. Wenn Sie ZPS X jetzt testen, sind die Aktualisierungen bereits enthalten.
Die neuen Funktionen sind nützlich und interessant: Die Anzeige von RAW-Dateien wurde beschleunigt und die Behandlung von RAW+JPEG vereinfacht. Das ist (war) ein Problem, das mich bei Lightroom immer wieder stört. 
Bei der Gesichtsbearbeitung legt Zoner ebenfalls nach: Gesichtszüge können mit der Unterstützung von Künstlicher Intelligenz (KI) verändert werden. Ja, Sie lesen richtig. Wir reden längst nicht mehr von der Retusche lästiger Pickel oder von einem schöneren Hautton. Machen Sie die Nase schmaler, den Mund üppiger, die Augen gleichmäßiger und zaubern Sie dem oder der Abgebildeten ein Lächeln ins Gesicht. Das ist alles Standard und findet sich im Tool Verflüssigen. Darüber hinaus gibt in Zoner es alle möglichen (und unmöglichen) Deformationswerkzeuge. Es wundert mich, dass man diese Werkzeuge aus psychologischen Aspekten noch nicht als "Optimierungswerkzeuge" bezeichnet. Ich gebe zu, dass ich auch schon mal versucht habe, bei einem verzerrten Selfie aus Eierköpfen normal aussehende Menschen zu machen. Ganz einfach ist das nicht, aber die Möglichkeiten sind faszinierend.
Eine Übersicht über alle Neuerungen und ein kurzes Demo-Video zur Gesichtsbearbeitung finden Sie auf der ZPS X Homepage.

Eine traurige aber wichtige Nachricht habe ich letztes Jahr komplett verschlafen: Für die Nik-Collection, die es von Google kostenlos gegeben hatte, muss man mittlerweile wieder ordentlich Geld hinlegen (69,- EUR). Wer seinen Rechner neu aufsetzt oder einen neuen Computer kauft, kann das alte, kostenfreie Programm darauf leider nicht mehr installieren. Bestehende Installationen laufen noch, darum ist das Thema an mir vorbeigegangen. Die Software ist einfach gut und soll wieder weiterentwickelt werden. Lesen Sie dazu den Artikel bei Docma. Wenn Sie in den sauren Apfel beissen wollen oder müssen, können Sie die Nik-Software im Onlineshop von DxO kaufen.

Ein Handyfoto schnell mit den Nik-Effekten aufstylen - ich möchte darauf nicht mehr verzichten.

Und weil wir gerade dabei sind: Irfan View, mein Lieblings-Viewer, meldet gerade heute ein neues Update (Version 4.53). Damit kann man jetzt unter anderem Sprechblasen auf Fotos legen. Dem klassischen Fotografen werden die Haare zu Berge stehen, ABER denken Sie nicht nur an sich selbst. Auf Pinterest findet man davon jede Menge. Die Handhabung ist bei Irfan View ein bisschen umständlich, aber das Update ist eine gute Gelegenheit für mich, mal wieder die Werbetrommel für ein kostenloses Programm zu rühren, das ich seit fast zwanzig Jahren täglich benutze - zum Beispiel um all die Aufnahmedaten schnell auszulesen, die wir in all den Büchern zu den Bildern drucken. Danke Irfan Skiljan! Hier geht's zur Download-Seite.

Ebenfalls erfreulich ist diese Neuerung: Der Mediathek-Viewer, mit dem man sich alle Fernsehsendungen aus den deutschen Mediatheken herausfiltern kann, war immer schon etwas spröde in der Bedienung. Manchmal macht er nicht das, was er soll oder kann die Liste nicht laden. Zudem arbeitet er nur mit dem VLC-Media-Player, der von Software-Experten als unsicher eingestuft wird. Jetzt muss man sich diese Software nicht mehr installieren. Es gibt den Viewer in einer Online-Version, die auch die Mediatheken des ORF und SRF durchstöbert (Suche überall). Aus rechtlichen Gründen kann man mit deutscher IP-Adresse leider nicht in der Schweiz fernsehen und umgekehrt vermutlich auch nicht. Ich weiß, dass es Leute gibt, die wissen, wie man dieses Problem löst, aber das ist nicht mein Metier.
Unter dem nachfolgenden Link finden Sie alle Sendungen, die unter dem Stichwort "Foto" tagesaktuell gelistet sind:  Mediathek-Viewer online. Sie können die Beiträge sofort anschauen oder die Filme in verschiedenen Auflösungen für später herunterladen. 
Denken Sie daran, dass nicht nur der Suchbegriff "Foto" zu interessanten Sendungen führt. Gerade gestern bin ich zufällig in diesen Beitrag "hineingestolpert": Janine Meyer - Partykeller sind ihr Lieblingsmotiv (DAS auf NDR). Haben Sie einen Partykeller in München? Ich komme vorbei!

Last but not least: Wann haben Sie zuletzt ein Fotobuch gestaltet?
Als ich letztes Jahr für mein Buch Digitale Fotografie verschiedene Anbieter von Fotobüchern ausprobiert habe, ist mir aufgefallen, dass sehr viele davon dieselbe Online-Software (Fotobuch-Konfigurator) verwenden. Im Hinblick auf die Gestaltungsmöglichkeiten war es also relativ egal, bei welcher Firma man das Fotobuch erstellte. Die Firma myposter geht nun einen eigenen Weg und hat ein Jahr lang eine neue Software entwickelt. Der neue Konfigurator ist diese Woche online gegangen, bietet andere Designs und wird im Lauf der Zeit eine größer werdende Auswahl an Vorlagen bieten. Dieser neue Konfigurator ist auch so ausgelegt, dass man schnell (eigene) Vorlagen erstellen kann. Klingt gut! Hier können Sie sich selbst einen Eindruck verschaffen.

Bei mir stehen in Kürze die Korrekturläufe fürs Handbuch zur FZ1000II an. Die kurze Verschnaufpause nutze ich, um ein paar Sonnenstrahlen einzufangen und Motive mit geraden Horizonten zu suchen. Mit den neuen Bildern im Gepäck werde ich dann ein privates Fotobuch gestalten. Mehr dazu beim nächsten Mal.

Dienstag, 14. Mai 2019

Lehrstunde


























... sagte das Eichhörnchen heute früh im Park, "dann kannst du dir deinen Autofokus irgendwo hinstecken. MICH erwischst du damit nicht!"

Die Fotonanny bewegte den Fokusmodushebel an ihrer Kamera in die Stellung MF. Sie drehte langsam am Einstellring des Objektivs, bis die blauen Markierungen des Focus Peaking in der Lupenansicht im elektronischen Sucher aufleuchteten. Es machte Klick und der kleine Lehrmeister suchte eilig hinter einem dicken Baumstamm Zuflucht.

"Nächstes Mal benutzt du gefälligst nicht die Programmautomatik sondern den Modus S", rief das Eichhörnchen empört. "Kurze Belichtungszeit!"

"Ja, es hat aber auch so funktioniert", entgegnete die Fotonanny.

"Es konnte nur funktionieren, weil ich stillgehalten habe", grummelte das Eichhörnchen.

"Man muss eben wissen, wann man den Auslöser drückt und wann nicht", gab die Fotonanny zu verstehen. "Es war hell genug..."

"Alles Glückstreffer", maulte das Eichhörnchen.

"Erfahrungswerte?", gab die Fotonanny zu bedenken. 

Das Eichhörnchen rümpfte die Nase, sprang auf den Boden und hüpfte durch den blühenden Bärlauch davon. Der AF-Modus Verfolgung oder der Autofokusmodus AFC hätten nun genauso wenig genutzt wie MF nebst kurzer Belichtungszeit. Eichhörnchen von hinten das durch den Bärlauch springt wäre ein toller Bildtitel, aber vermutlich kein besonders ansehnliches Foto. Obwohl - wer weiß? Probieren geht über Studieren!

FZ1000 II
400 mm | 1/125 s | f4 | ISO 800




Montag, 6. Mai 2019

TV-Tipps für den Mai



Während ich mit dem Handbuch zur FZ1000 II am Rödeln bin, möchte ich wenigstens ganz schnell die Liste mit den aktuellen Sendeterminen für den Mai "durchreichen". Diesmal ist für Fotografen wieder weniger im Angebot. Umso interessanter könnten deshalb die Seitenblicke werden. Vielen Dank an Hermann Ludwig von www.kunstlinks.de.
 


Freitag, 26. April 2019

Brennweite, Brennweite, Brennweite!

Der Kriegsfotograf Robert Capa soll einmal gesagt haben "Wenn deine Bilder nicht gut genug sind, warst du nicht nah genug dran." Das mag in den 1930er Jahren gestimmt haben, im Jahr 2019 muss der Satz lauten: Wenn du nicht nah genug ran kommst, ist deine Brennweite zu kurz.
Genau deshalb habe ich gestern im Tierpark überwiegend mit der Nikon Coolpix P1000 fotografiert und die Handyfotografen bedauert, die neben mir standen. Okay, da mag das eine oder andere Huawei Pro dabei gewesen sein. Wenn ich irgendwann mal eins in die Finger bekomme, werde ich es gerne ausprobieren. Für heute lasse ich ein paar Bildmotive aus der P1000 sprechen.


1000 mm | 1/800 s | f5,6 | ISO 1600 | +1 LW






























Der Panda sitzt so weit oben im Baum, dass man ihn mit bloßem Auge kaum sieht. Das Licht war ungünstig, es kam von rechts oben. Lösung: Belichtungskorrektur +1. Der Hintergrund wird weiß - Überbelichtungswarnung einfach ignorieren. Das Bild ist ein unbearbeitetes Kamera JPEG

433 mm | 1/500 s |  f6,3 | ISO 110 | +0,7 LW
Automatische Tonwertkorrektur





























Weißes Fell und gleißendes Sonnenlicht ergeben üblicherweise eine Unterbelichtung und/oder extreme Spitzlichter auf den hellen Bildpartien. Um diese Spitzlichter nicht zu forcieren, habe ich weniger stark nach Plus korrigiert und erst nachträglich eine Auto-Tonwertkorrektur in Lightroom durchgeführt. Trotz schmutziger Glasscheibe ist die Schärfe erfreulich gut. Hier war die Brennweite noch nicht so ausschlaggebend, das hätte mit der FZ1000 auch geklappt. :-)

433 mm | 1/800 s | f5 | ISO 250
Automatische Tonwertkorrektur


























Man braucht ein wenig Geduld und Konzentration, um zu erkennen, wo sich die tauchenden Robben gerade befinden. Durch Beobachtung muss man herausfinden, wann und wo sie zu Luftholen auftauchen. Dann muss es schnell gehen mit der Auslösung. Ich habe auf den Nachführ-Autofokus (AFC, AFF) verzichtet und mit dem AFS fotografiert, weil die Schärfenachführung den Bewegungen des Wassers gefolgt wäre. Der AFS hat trotzdem zuverlässig scharfgestellt und auch ohne Serienbildschaltung ist ein scharfes Foto entstanden. Durch die Gegenlichtsituation ist das Motiv etwas dunkel, ließe sich aber noch in den Tiefen anheben.

433 mm | 1/250 s | f5 | ISO 1600
Kamera JPEG, unkorrigiert


























Härtetest im schwach beleuchteten Innenraum: Ich kenne diese Vögel und weiß, dass sie gerne und schnell mit dem Kopf wackeln. Auslösen darf man also nur, wenn das Motiv stillhält. Diesmal hatte ich die Belichtungszeit trotz schummriger Beleuchtung auf 1/250 s festgelegt und die Unterbelichtungswarnung bewusst ignoriert. Die ISO-Begrenzung auf 1600 war sinnvoll, aufhellen würde ich dieses Motiv nicht mehr, weil sich das Bildrauschen dann sehr deutlich zeigt. 

800 mm | 1/250 s | f5,6 | ISO 360
Automatische Tonwertkorrektur, Tiefen zusätzlich aufgehellt
Die Affenmutter hat ihr Junges extrem gut vor den Blicken der Besucher geschützt, es war ein Geduldsspiel und viel Lauf-Arbeit, um eine halbwegs geeignete Perspektive zu finden. Das Nachmittagslicht kam wieder von hinten, so dass das Gesicht der Äffin ziemlich dunkel und die Nachkorrektur in Lightroom notwendig wurde.

1000 mm | 1/250 s | f5,6 | ISO 500
unbearbeitet, Kamera JPEG





























Die grauen Schleier rechts und links am Rand stammen von den dicken Zaungittern des Geheges. Mit zunehmender Brennweite erübrigt sich das Problem, einfach durch den Spalt zielen! Man könnte diese Schleier in Lightroom oder einem anderen Bearbeitungsprogramm noch entfernen. 

2600 mm | 1/400 s | f7,1 | ISO 400
unbearbeitet, Kamera JPEG





























Hier wollte ich einfach wissen, wie nahe ich an den Löwen rankomme. 400 Millimeter hätte ich zusätzlich noch zur Verfügung gehabt. Es ist schwer, mit einer so langen Brennweite den Bildausschnitt aus der Hand exakt zu gestalten, aber mit etwas (Muskel)Training funktioniert auch das. Alle hier gezeigten Bilder sind Aufnahmen aus der Hand, Kamera JPEGs und wurden im Modus S aufgenommen. Ich habe mich für kurze Belichtungszeiten entschieden, um Bewegungsunschärfen zu verhindern. Dadurch sind die ISO-Werte stellenweise etwas höher als sie die P1000 normalerweise im Modus P oder in der Vollautomatik einstellen würde.

Vielleicht konnte ich mit diesem Beitrag Ihre Neugierde auf die P1000 wecken oder etwaige Vorbehalte ausräumen? Bei meinem nächsten Besuch im Tierpark - die Dauerkarte lohnt sich! -  nehme ich nur die FZ1000 II mit. Ich bin sicher, dass ich auch mit 25-400 mm ein paar schöne Bilder hinbekomme. Da werde ich mir dann Motive suchen, die  nicht so weit entfernt sind. 

Nikon Coolpix P1000 - bei Amazon  | zum Datenblatt digitalkamera.de

Dienstag, 16. April 2019

Blümchenzeit mit der Lumix FZ1000 II

Die letzten beiden Wochen bin ich mit der FZ1000 II nur vor dem Computer gesessen und habe mich durch sämtliche Menüs und Funktionen geklickt. Seit gestern Mittag lacht die Sonne vom Himmel und deshalb musste ich einfach für ein paar Stunden raus an die frische Luft. 

Mitgebracht habe ich ein paar Bilder aus dem Münchner Rosengarten. Meinen Münchner Leserinnen und Leser möchte ich gerade jetzt einen Besuch wärmstens ans Herz legen: Die Magnolien stehen in voller Blüte, wie man hier unschwer erkennen kann. Nur noch ein paar Tage, dann ist der Zauber auch schon wieder vorbei. Egal wo Sie leben: Jetzt ist die perfekte Zeit, um der Natur beim Aufblühen zuzuschauen.


Farbkontrast Gelb/Blau - hier  bewusst verstärkt mit dem "Spielzeugeffekt"
aus dem Kreativmodus, den es an allen Lumix-Modellen gibt.
Hier hätte der Autofokus noch etwas Nachhilfe gebraucht,
er wollte konsequent auf die hintere Blüte scharfstellen.

300 mm | 1/1600 s | f4 | ISO 125 - Ausschnitt leicht korrigiert.


Die beiden Personen im Hintergrund habe ich ganz bewusst ins Bild genommen:
Selektive Schärfe mit f4 bei 400 mm Brennweite - klappt hervorragend.
Beim Ansteuern des AF-Punkts war keine Nachhilfe per Touchscreen nötig,
die Kamera hat das Hauptmotiv vollautomatisch sicher erfasst.

400 mm | 1/400 s | f4 | ISO 125 - Out of cam

Bei so einem Motiv hilft überhaupt kein Autofokus, hier habe ich manuell scharfgestellt.
Einfach den Schalter auf MF drehen, dann erscheint die Lupenansicht mit dem
sogenannten Focus Peaking, das genau anzeigt, welche Bereiche scharf werden.
Die Amsel war so freundlich ruhig sitzenzubleiben, bis ich auf ihr Auge fokussiert hatte.

400 mm | 1/200 s | f4 | ISO 125 - Out of cam


Das war eine Herausforderung für die Fotografin:
Die Kamera lag UNTER der Schlüsselblume.
Dank Schwenkdisplay konnte ich von oben sehen, was ich fotografieren wollte,
allerdings schaltete sich der Monitor immer wieder aus, weil der Sucher verdeckt war.
Lösung: LFV-Taste drücken, um den Monitor in den Dauerbetrieb zu schalten.
Scharfgestellt habe ich hier per Touchscreen auf die Blüten.

28 mm | 1/1300 s | f4 | ISO 125 - Out of cam

Hier sollte sich die rote Magnolie vor dem Hintergrund
der rosaroten "Artgenossen" gut abheben,
ohne dass die Blüten im Hintergrund zu scharf
und somit zu dominant werden.

240 mm | 1/640 s | f4 | ISO 125 - Out of cam

Natürlich habe ich auch noch andere Sachen ausprobiert - Post Fokus und 4K Foto und die schnelle Serienbildschaltung, das Blenden-Bracketing, die Belichtungsreihe, den Aufhellblitz mit verschiedenen Korrekturen, HDR, iDynamik und was es nicht alles gibt. Alles very nice to have - aber man kann auch ohne diesen ganzen Schnickschnack schöne Fotos schießen. Das einzige, was ich wirklich oft vermisst habe war... Brennweite. Seit ich die Coolpix P1000 benutzt habe, ziehe ich an jeder anderen Kamera verzweifelt am Zoomhebel und denke: MIST!  Jetzt muss ich erst mal wieder ein bisschen bescheidener sein und andere Motive entdecken. Ja, das ist Jammern auf sehr hohem Niveau. Auf jeden Fall macht die FZ1000 II sehr viel Spaß und ich freue mich auf die nächsten Ausflüge mit ihr. Das Handbuch mit diesen und weiteren neuen Bildern gibt's dann ab dem 26.7.19.


25 mm | 1/2000 s | f3,5 | ISO 125 | aufgenommen mit Kreativmodus (Lowkey)
Linien- und Farbkorrektur in Lightroom


Mehr Brennweite wäre hier fein gewesen,
weil die Enten und Schwäne heute nur in der Ferne ihre Faxen gemacht haben.

Dieses Bild ist eine (ziemlich starke) Ausschnittvergrößerung,
die ansonsten unbearbeitet ist.

Schnelle Serienbildschaltung, Modus S mit 1/1000 s | ISO 400 -
 der AFC und der Einzel-AF waren treffsicher, auch auf die Distanz.


Freitag, 5. April 2019

TV-Tipps und mehr



Die neuen TV-Tipps von www.kunstlinks.de sind eingetroffen, vielen Dank an Hermann Ludwig. 

Diesmal gibt es drei jeweils 30minütige Sendungen über die Fotografen Robert Capa, Man Ray und Alfred Stieglitz (arte). In der Rubrik Seitenblicke geht es um das Analoge, das wir im digitalen Zeitalter mehr und mehr hinter uns lassen. Anfassen erwünscht - oder warum wir unsere Handschrift brauchen.

Hier geht's zur Liste mit den aktuellen Sendeterminen für den April.

Diese Gelegenheit nutze ich auch wieder für einen Ausstellungstipp: Die Fotofreunde Pfaffenhofen laden zur Ausstellung 2019.

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Dienstag, 2. April 2019

Lumix FZ1000 II - Ein erster Eindruck

Das erste Kapitel jedes neuen Kamerahandbuchs macht am meisten Arbeit, zwingt mich aber auch dazu, die Unterschiede zwischen dem Vorgängermodell und einer neu erschienenen Kamera genau unter die Lupe zu nehmen. Mein erster Eindruck: Es hat sich etwas getan. Wer seine alte FZ1000 intensiv genutzt hat, für den lohnt sich der Umstieg nach viereinhalb Jahren.

400 mm | 1/500 s | f4.0 | ISO 125 | iA+

Die Ladeschale für den Akku gibt es nicht mehr, die neue FZ1000 wird direkt per USB-Kabel aufgeladen. Da es sich um den gleichen Akku-Typ handelt,  kann man die vorhandenen Akkus und die Ladeschale weiter benutzen. Für den Objektivdeckel gibt es jetzt eine Schnur, um ihn an der Kamera zu befestigen.

Obwohl die neue FZ1000 im Prinzip genauso funktioniert wie ihre Vorgängerin, bringt die Bedienung per Touchscreen diverse Änderungen mit sich. Das neue Kameramenü entspricht in weiten Teilen dem der kleineren Lumix TZ202 und ist umfangreicher als bei der alten FZ1000. Es hat im Individualmenü eine neue Struktur mit einer sinnvollen Zwischenebene erhalten, und im Reiter Mein Menü kann man sich die am häufigsten benutzten Funktionen individuell zusammenstellen. Das hatte mir an der TZ202 schon sehr gut gefallen.

Die neue Struktur macht das Individualmenü übersichtlicher.

Außen am Kameragehäuse gibt es jetzt acht echte Funktionstasten, vorher waren es "nur" fünf. Vier weitere erreicht man über den Touchscreen. Die Belichtungskorrektur erfolgt jetzt nicht mehr durch Drücken des hinteren Einstellrads, die Funktion hat wie bei anderen Kameraherstellern eine eigene Fn-Taste bekommen. Die Panasonic-spezifischen Funktionen 4K-Foto und Post Focus sind auf dem Antriebsmoduswahlrad links oben am Gehäuse untergebracht, und genauso schnell ansteuerbar wie die Serienbildfunktion oder der Selbstauslöser. Die Panoramafunktion hat auf dem Moduswahlrad eine eigene Schalterstellung bekommen, dafür musste C2 weichen.
Die Funktionstastenbelegung der neuen FZ1000 ist anders: Drei Tasten befinden sich links am Objektiv, so dass man bei der Handhabung der Kamera einige Handgriffe neu lernen muss. Der mechanische Schalter zum Ein- und Ausschalten des Bildstabilisators fehlt, dafür hat die FZ1000 II eine Taste, die den Bildwinkel beim Zoomen vorübergehend verkleinert, wenn man das Motiv aus den Augen verloren hat. Der hatte mir bisher nicht gefehlt, aber an der Nikon P1000 habe ich ihn schätzen gelernt. Wie immer sind die Fn-Tasten an der Lumix individuell konfigurierbar, so dass man sich die Funktion Bildstabilisator auf eine dieser Tasten legen kann. 

Insgesamt fällt die Umstellung von der alten auf die neue FZ1000 leicht, weil die am häufigsten benutzten Tasten weiterhin an derselben Stelle untergebracht sind, sie heißen jetzt nur anders. Für das schnelle und exakte Scharfstellen per Autofokus ist der Touchscreen ein großes Plus, auch die Menüs und Funktionen sind schneller ansteuerbar. Der elektronische Sucher ist super, es gibt keinen Mäusekino-Effekt und man berührt den Touchscreen auch nicht versehentlich mit der Nase. Insgesamt kann man sagen, dass die FZ1000 II im Hinblick auf Funktionsumfang und Menüführung auf den neuesten Stand gebracht wurde.
400 mm | 1/125 s | f4.0 | ISO 160 | iA+

Schärfeprobleme mit dem Objektiv wie bei der FZ2000 konnte ich bisher nicht entdecken, beim Bildrauschen scheint die neue FZ1000 sogar noch besser abzuschneiden als die alte. Diese Punkte werde ich in den nächsten Wochen noch genauer testen. Sehr erfreulich ist der Umstand, dass man jetzt auf f11 (bisher f8) abblenden kann, diese Information fehlt derzeit noch im Datenblatt bei digitalkamera.de. Einen integrierten ND-Filter habe ich leider nicht entdeckt, insofern ist es tröstlich, dass der Gewindedurchmesser des Objektivs gleich geblieben ist. Alle Filter, die man für die alte FZ1000 angeschafft hat, können weiterverwendet werden.


Bei Nahaufnahmen mit dem Weitwinkel sieht man die Blendenwirkung deutlich und tut gut daran, bei f2,8 exakt scharfzustellen. Die Rohdateien werden vom Adobe RAW-Konverter aktuell noch nicht erkannt, ich hoffe auf ein baldige Aktualisierung. Alle Bilder auf dieser Seite sind Kamera-JPEGs, aufgenommen mit der Automatik iA+.


Ich bin nur eine Gelegenheitsfilmerin, werde aber speziell für die Videofreunde ein paar Aufnahmen machen, um den Bildstabilisator und das eingebaute Mikrofon zu testen. Jetzt muss ich erst mal weiter schreiben, damit das Handbuch pünktlich fertig wird.  :-)

Für alle, die sich für die technischen Daten interessieren, gibt es bei Digitalkamera.de den kompletten Laborbericht für 1,40 EUR zum Herunterladen.



Sonntag, 31. März 2019

Photoshop-Alternativen: Zoner Photo Studio X

Zoner Photo Studio X ist ein mächtiges Bildbearbeitungsprogramm, das sich hinter Photoshop und Lightroom nicht verstecken muss. Vor einiger Zeit erhielt ich das Angebot, die Software mit einem kostenlosen Jahresabo zu testen. In meinem Artikel zu den Bildbearbeitungsgrundlagen erscheint Zoner nicht, weil es diese Software nur noch im Abo gibt. Allerdings liegen die Kosten mit derzeit 39,- EUR jährlich oder 3,99 EUR/Monat deutlich unter denen für das Kombipaket aus Photohop und Lightroom. Ein weiterer Vorteil besteht darin, dass man die Software nicht nur auf zwei, sondern auf beliebig vielen Rechnern installieren und nutzen kann.

Dazu muss man ein Zoner-Konto eröffnen und den Datenschutzbestimmungen des Herstellers zustimmen. Die Einstellungen, mit denen man per Mausklick das Tracking des eigenen Nutzerverhaltens ausschalten kann, sind nicht ganz leicht zu finden: Sie befinden sich nicht im Zoner-Konto sondern in den Einstellungen des Programms.

Klick aufs Bild für vergrößerte Ansicht
Die Benutzeroberfläche von Zoner Photo Studio X entspricht dem modernsten Standard: Links befindet sich der Zugang zum Dateisystem, zu den Cloud-Anwendungen und zu Facebook (wer so wahnsinnig ist das zu aktivieren...). Rechts oben wechselt man zwischen verschiedenen Modulen.


Man muss die bereits vorhandenen Bilder nicht in eine Datenbank importieren, aber man kann die Funktion Import verwenden, um Fotos von der Kamera automatisch in einen bestimmten Ordner auf der Festplatte zu kopieren.


Das Modul Manager entspricht der Lightroom-Bibliothek, dient also dem Verschlagworten und Organisieren von Fotos. Auch beim Modul Entwickeln findet man sich als Lightroom-Umsteiger mit den typischen Schiebereglern schnell zurecht. Im Modul Editor sind die Funktionen untergebracht, für die ich normalerweise zu Photoshop wechseln würde: Hier kann man mit mehreren Ebenen arbeiten und Montagen erstellen, Text auf den Bildern platzieren oder komplexere Auswahlen erstellen. Das vierte und letzte Modul heißt Erstellen und enthält standardisierte Layouts zum Beispiel für Fotobücher und Kalender. Weitaus wichtiger dürften hier die Funktionen für den Druck und die einfache Videobearbeitung sein.

Die Werkzeuge sind im Editor und im Entwickeln-Modul teilweise identisch. Wie bei Lightroom sind sie in einer kleinen waagrechten Leiste angeordnet. Fährt man mit der Maus über die Symbole, erscheint die Bezeichnung der Werkzeuggruppe. Klickt man das Symbol an, öffnet sich unmittelbar darunter der Einstellungsbereich für das jeweilige Werkzeug.
In den Untermenüs bei den Korrekturen und Effekten eröffnen sich jede Menge Möglichkeiten.

Frei schwebende Fenster oder beliebig konfigurierbare Reiter gibt es kaum, dafür kann man bestimmte Bearbeitungen als Favoriten im Korrekturen-Menü oben auflisten lassen.

Selten benutzte Funktionsgruppen und die seitlichen Spalten lassen wie gewohnt aus- und wieder einklappen. Insgesamt empfinde ich die Bedienoberfäche gemessen an der Komplexität des Programms übersichtlich und gut strukturiert.

Den Workflow anpassen!
Die Verschmelzung von Photoshop- und Lightroom-Funktionen in einem Programm hat mich bei meinen ersten Bearbeitungstests ein bisschen ins Schleudern gebracht. Im Entwickeln-Modul muss man die Fotos nicht speichern, genau wie bei Lightroom. Egal ob Rohdatei oder JPEG: Die Änderungen werden in einer Datei mit der Endung data.zps automatisch protokolliert und im gleichen Ordner gesichert wie das Originalfoto. Wechselt man aber in den Editor, muss man das dort (weiter) bearbeitete Foto unter neuem Namen speichern. Das ist logisch, das muss man beim Wechsel von Lightroom zu Photoshop auch. Allerdings kann man in Zoner auch bei einer Rohdatei sofort mit Ebenen arbeiten. In Photoshop schaltet sich zunächst der Rohdatenkonverter mit einem eigenen Fenster dazwischen.

Dateien mit Ebenen können nur im Editor bearbeitet werden, darum sollte man sich beim Workflow möglichst an die Reihenfolge der Module halten. Man wird von der Software zuverlässig ans Speichern erinnert, sobald man den Editor verlässt, aber für Lightroom-Spezialisten, die häufig zwischen den Modulen hin- und herzappen, ist die Aufforderung zum Speichern eine Umstellung. Bei mir hat sie anfangs dazu geführt, das ich von einem Bild unterschiedliche Versionen mit verschiedenen Bearbeitungsschritten erhielt, oder Änderungen versehentlich nicht gespeichert hatte. Die liebe Routine...

Einmal Zoner, immer Zoner?
Lightroom-Anwender kennen das Problem: Man hat vielleicht schon jahrelang mit der Software gearbeitet und in den programminternen Katalogen und Datenbanken schlummern alle Entwicklungseinstellungen. Wenn man die entwickelten Fotos nicht konsequent als neue Dateien exportiert, kann man beim Wechsel auf eine neue Software viele Bearbeitungen verlieren.

Montag, 25. März 2019

Neuerscheinungen: Handbuch zur Coolpix P1000 und Digitale Fotografie

























Wenn die Belegexemplare eintreffen weiß ich, dass meine Bücher im Handel erhältlich sind. Für mich ist es der offizielle Projektabschluss und es ist immer schön, wenn die Arbeit mehrerer Monate "greifbar" wird. Diesmal sind es gleich zwei Neuerscheinungen: Das Buch Digitale Fotografie ist in der dritten vollständig überarbeiteten Auflage erhältlich, auch als E-Book für EUR 12,90. Für Einsteiger ist es nach wie vor ein kompakter Einstieg in die Fotografie zum kleinen Preis. 
Beim Verlag Vierfarben/Rheinwerk anschauen - Leseprobe aufrufen

Über die Nikon Coolpix P1000 hatte ich hier im Blog schon ausführlich berichtet. Eigentlich hätte ich meine Leihkamera jetzt zurückgeben müssen, aber das kommt nicht in Frage. Ich behalte sie, damit ich auch in Zukunft ungewöhnliche Aufnahmen mit extrem langer Brennweite machen kann.
Das Handbuch zur P1000 ist kleiner und handlicher als die früheren Hardcover-Bücher. Das finde ich gut, weil man es besser in den Urlaub mitnehmen kann. Wer es sich noch leichter machen möchte, kann auch hier zum E-Book greifen, das in mehreren Formaten (PDF, EPUP, mobi) für verschiedene Ausgabegeräte zur Verfügung steht.

Gerade bekomme ich die Nachricht, dass die FZ1000 II auf dem Weg zu mir ist. In nächster Zeit werde ich also etwas weniger bloggen und mich auf das nächste Handbuch konzentrieren.Wenn Sie keine Beiträge verpassen wollen, können Sie neue Artikel per E-Mail abonnieren. Das Eingabfeld für die Mailadresse finden Sie in der rechten Navigationsspalte direkt über dem Chili-Motiv.




Freitag, 22. März 2019

Bildbearbeitungsgrundlagen: Ein aktueller Überblick


Meine allerersten Bildbearbeitungserfahrungen habe ich mit Photoshop 4.0 gemacht, das ist fast fünfundzwanzig Jahre her. Ich weiß noch, wie verzweifelt ich damals vor meinem Bildschirm saß und überhaupt nicht wusste, wie ich mit dieser Software umgehen sollte. Meine ganzen Erfahrungen mit Word, Excel, Powerpoint, Corel Draw, Corel Ventura und dergleichen halfen mir überhaupt nicht weiter. Bildbearbeitung ist anders! Programme für die Bearbeitung von Audiodateien bereiten mir heute die gleichen Probleme: Ohne Grundkenntnisse steht man da, wie der sprichwörtliche Ochs vor'm Berg.

Intuitive Bedienung? Ja, aber...
Klick aufs Bild für größere Ansicht
Mittlerweile wird es immer einfacher Fotos mit wenigen Mausklicks zu verändern. Das funktioniert oft so intuitiv, dass man nicht unbedingt verstehen muss, wie das Programm arbeitet. Diese erfreuliche Entwicklung haben wir dem Smartphone-Boom und den dazugehörigen Apps zu verdanken. Photoshop Elements 19 hat mich mit seinen neuen "Assistenzfunktionen" schwer beeindruckt, es ist sein Geld wert. Wer seine Bilder nach eigenem Geschmack und punktgenau bearbeiten will, braucht weiterhin das Modul Experte oder ein anderes Bildbearbeitungsprogramm mit vergleichbaren Funktionen.

Gerade erscheint eine komplett überarbeitete Version meines Buchs Digitale Fotografie. Darin gibt es auch diesmal wieder ein Kapitel zur Bildbearbeitung. Der Platz in den Büchern ist begrenzt und so muss ich die Informationen leider immer wieder auf die absoluten "Basics" reduzieren. Im Buch haben wir uns auf die neueste Version von Photoshop Elements 2019 beschränkt. Elements begleitet mich nun seit der Version 2.0. Diese uralte und die neueste Version sind Lichtjahre voneinander entfernt. Trotzdem bleiben ein paar grundlegende Dinge immer gleich. Diese wichtigen Grundfunktionen und Prinzipien finden sich auch in anderen Programmen.

Während ich das Buchkapitel neu schrieb, habe ich mehrere Photoshop-Alternativen ausprobiert. Aus meinen Kursen weiß ich, dass beileibe nicht jeder mit Adobe-Produkten arbeitet. Das gilt umso mehr, seit Adobe mit Lightroom und Photoshop CC auf das Abonnement-System umgestellt hat. Um es vorwegzunehmen: Es gibt einige gute Alternativen und man muss sich nicht zwangsläufig auf ein Software-Abonnement einlassen. 

Bei meinem Test ging es mir nicht darum, die Vor- und Nachteile oder die Unterschiede der Programme herauszuarbeiten. Ich habe einfach nur die typischen Bearbeitungen durchgeführt, die ich üblicherweise mit Lightroom und Photoshop CC an meinen Bildern mache. Wie jeder Mensch bin ich ein Gewohnheitstier und schätze die Routine, die sich bei täglich auszuführenden Arbeiten einstellt. Darum war es für mich anfangs auch ungewohnt, wenn ich Befehle unter einem anderen Begriff, in einer anderen Rubrik oder an einer anderen Stelle am Monitor suchen musste. Der Wechsel auf ein anderes Programm ist immer mit leichten Irritationen, erhöhtem Zeit- und Lernaufwand verbunden. Nach der Eingewöhnungsphase läuft's dann wie geschmiert.

Für meinem Test hatte ich mir das kostenlose Darktable (Lightroom Alternative) und den ebenfalls kostenlosen GIMP geholt. Beide sind nicht mein Fall, darum werden Sie hier auch nicht viel darüber erfahren.
Mit den kostenlosen 30-Tage-Testversionen von Affinity Photo, ACDSee und Corel Paint Shop Pro kam ich erheblich besser zurecht. Bei der Software-Auswahl habe ich mich an Produkten orientiert, die von Fotokursteilnehmern häufiger erwähnt wurden. Diese drei Photoshop-Alternativen sind nicht kostenlos, die Lizenzgebühren sind jedoch niedriger als die von Photoshop Elements und werden jeweils nur einmal fällig.

Die besonders preisgünstige Standardversion von ACDSee wirkt ein bisschen altbacken, eignet sich meines Erachtens aber gut für Einsteiger, die nach einem einfachen Produkt suchen und auf die komplexe Arbeit mit Ebenen (Bildmontagen) verzichten können. Wer das braucht, kann ACDSee in der teureren Professional- oder Ultimate-Version erwerben.


Mit Corel Paint Shop Pro und Affinity Photo war ich zufrieden, bemerkte aber feine Unterschiede in der Behandlung der Bilder. Das Feintuning von Farben, Helligkeit und Kontrast gefielen mir bei Lightroom und Photoshop besser. Um meine Bilder mit den anderen Programmen genauso hinzubekommen, hätte ich vielleicht nur etwas länger damit arbeiten müssen. Momentan teste ich noch Zoner Photo Studio X und werde darüber in einem eigenen Artikel berichten.

Weiter unten finden Sie die Links zu den Herstellerseiten, wo Sie sich die Programme herunterladen und dreißig Tage lang unverbindlich testen können. Dieser Beitrag ist nicht gesponsert, ich habe das alles freiwillig gemacht und stelle Ihnen hier mein ausführliches Bildbearbeitungskapitel als PDF zur Verfügung. Es entspricht in der Grundstruktur dem Kapitel im Buch Digitale Fotografie, ist aber viel länger und ein bisschen anders. Wenn Sie das gut finden, freut sich die Autorin über eine Spende für fünfzig Seiten Grundlagenwissen. Paypal-me/Fotonanny - oder empfehlen Sie diesen Blog weiter.

Inhaltsverzeichnis:

1.1    Welche Software ist die richtige für mich?
1.1.1    Unterschiedliche Behandlung von RAW und JPEG
1.1.2    Das Konzept von Lightroom und Darktable
1.1.3    Klassische Bildbearbeitungsprogramme
1.1.4    Das Grundprinzip der Bildbearbeitung
1.2    Grundlegende Korrekturen
1.2.1    Ausrichtung anpassen
1.2.2    Bildausschnitt korrigieren
1.2.3    Helligkeit und Kontrast korrigieren
1.2.4    Farbkorrekturen
1.3    Störende Elemente retuschieren
1.3.1    Flecken, Staub und Kratzer entfernen
1.3.2    Mit den Werkzeugen arbeiten
1.4    Rote-Augen-Korrektur
1.5    Text auf Bilder schreiben
1.5.1    Schriftgröße
1.5.2    Schriftfarbe
1.6    Bildauflösung anpassen
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Mittwoch, 13. März 2019

Warum fotografieren? (5/20)

Warum ... fotografiert man so ein Motiv???




















In einem früheren Blogartikel hatte ich schon einmal darüber berichtet, wie meine Sammelleidenschaft für Halteverbotsschilder entstanden ist.
Weil ich meine Archive sehr häufig durchstöbere, stoße ich immer wieder auf einzelne Motive, die weit verstreut in den chronologisch sortierten Ordnern liegen. Wenn ich sie thematisch sortiere - hier wirkt eine gute Verschlagwortung wahre Wunder! - zeigt sich, dass diese Motive einem grundlegenden Muster folgen. Der Schilderwald ist eines dieser typisch deutschen Phänomene, das mich immer wieder dazu bringt, auf den Auslöser zu drücken.

Diese Einzelmotive sind oft keine schönen oder spektakulären Bilder. So etwas würde man sich nicht Zuhause an die Wand hängen. Sie eignen sich weder als Postkarte noch als Geburtstagsgruß, es sei denn, der Gegrüßte hat einen Sinn für skurrilen Humor.

Für mich sind solche Fotos trotzdem wichtig. Bei dieser Art der "Streetfotografie" sind keine Menschen zu sehen, aber ihre Anwesenheit ist eine Grundvoraussetzung: Die Botschaften der hier abgelichteten Symbole richten sich nicht an vorbeifliegende Singvögel oder streunende Katzen. Sie gelten der Spezies menschlicher Verkehrsteilnehmer. Für mich sind es kultische Objekte der Neuzeit, die von Menschen erdacht und aufgestellt wurden, um für Ordnung zu sorgen.
 

Wenn die Schilder genau das Gegenteil bewirken, entsteht ein kurzer Moment der Verwirrung oder des Staunens, der mich zur Kamera greifen lässt. Bei anderen Motiven sind es andere Gemütszustände, dann sehen die Bilder natürlich anders aus.

Verwirrung oder Überforderung sind Gefühle, die wir eigentlich nicht mögen. Darum blenden wir unbewusst vieles aus: Wir sehen nicht, was direkt vor uns ist, oder wir nehmen nicht wahr, was mit uns passiert. Bei der Meditation, die ich seit Jahren praktiziere, wird die Aufmerksamkeit trainiert: Was passiert gerade um mich herum und was passiert mit mir selbst? Bin ich gerade ärgerlich, nervös oder entspannt? Woran mache ich das fest? Diese Übung hilft mir auch beim Fotografieren.

Fotografieren als Achtsamkeitsübung
Wenn ich ein Bild gestalte, kann ich ganz bewusst die Dinge weglassen, die mich stören. Diese Dinge muss ich aber erst einmal wahrnehmen.  
Ein schönes, aufs Wesentliche reduziertes Foto ist für den Betrachter angenehmer und beruhigender als ein chaotisches Motiv. Darum bedeutet Bildgestaltung in der Fotografie nichts anderes als Ordnung ins Chaos bringen. Das ist ein Vorgang, der bei manchen Menschen intuitiv abläuft, bei anderen vom Verstand geleitet wird. Deshalb kann man Gestaltung auch lernen und trainieren. Bevor der bewusste (vom Verstand geleitete) Bildgestaltungsprozess einsetzt, passieren noch ein paar andere Dinge:
  1. Ich stelle fest, da ist etwas, das mich irritiert oder interessiert.
  2. Ich halte inne. In diesem Moment gibt keine Worte, die das Erleben beschreiben oder begleiten.
  3. Ich schaue mir das Motiv genau an und
  4. versuche herauszufinden, was genau meine Aufmerksamkeit geweckt hat. Dabei fokussiert sich meine Wahrnehmung zunehmend auf bestimmte Elemente - ich will wissen, was das war. Dabei schaltet sich der Verstand ein.
  5. Ich entdecke, was es ist und kann dem  Ding einen Namen geben.
  6. Ich widerstehe der Versuchung sofort zu knipsen, was da ist.
  7. Ich schaue noch einmal genau hin und versuche mir klarzumachen, was ich fotografieren muss, und wie ich es fotografieren muss, um diesen Moment einzufangen.
  8. Die fotografische Arbeit beginnt: Ich lege Perspektive, Bildausschnitt, Brennweite, Belichtung etc. fest. Dabei analysieren Verstand und Ego bereits gemeinsam,  wie das Bild idealtypisch aussehen sollte, aber auch für welchen Zweck und welche Zielgruppe es geeignet sein könnte. Bereits hier entstehen erste Ideen, ob und wie ich das Bild gegebenenfalls bearbeiten werde.
  9. Wenn das alles klar ist, erfolgt die Aufnahme.
Wenn ich so vorgehe, fotografiere also nicht (nur) das Objekt, das ich gesehen habe, sondern ich versuche, den vorausgegangenen Prozess des Erlebens in einem Bild zu verdichten.
Auf meiner Homepage zitiere ich den Spruch von Yedi-Meister Yoda: Es gibt kein Versuchen, nur Tun oder Nicht-Tun. Wenn ich hier also schreibe, dass ich versuche, ein Foto zu machen, dann klingt das wie ein Widerspruch. Die Sache ist kompliziert.   ;-)


Tun oder Nicht-Tun
Wenn ich ein Foto mache, habe ich mich fürs "Tun" entschieden. Manchmal mache ich kein Foto, weil ich erkenne, dass sich das Erlebte nicht mit diesen Mitteln festhalten lässt.
Manchmal müssen all diese Prozesse (1-9) in Sekundenschnelle ablaufen, z.B. wenn sich das fürs Motiv wichtigste "Objekt" bewegt, oder wenn sich das Licht verändert.

Versuch gelungen?
Wenn für mich beim Betrachten eines Fotos der gesamte Entstehungsprozess wieder lebendig wird, dann ist das Foto für mich persönlich "gelungen". Das heißt aber noch lange nicht, dass ein anderer Betrachter meinen Erlebnisprozess nachvollziehen kann. Er sieht nur das Ergebnis: Ein Bild, mit dem er/sie etwas anfangen kann - oder auch nicht.

Warum manche Bilder (immer) funktionieren und andere nicht
Bei schönen und spektakulären Bildern lässt sich das "Wow"-Gefühl sehr leicht auf einen Betrachter übertragen. Eine tolle Landschaft, ein Sonnenuntergang, dramatische Farben - das versteht jeder sofort und ganz unmittelbar. Der Betrachter empfindet automatisch angenehme Gefühle, erinnert sich an schöne, eigene Momente, die von einem Wow-Bild ausgelöst werden. Es entsteht vielleicht die Sehnsucht, selbst an so einen wunderbaren Ort zu reisen, und/oder selbst so wunderbare Momente zu erleben und zu fotografieren.

Bei einem Foto von einem Schilderwald oder anderen Alltäglichkeiten passiert das nicht so oft. Im Gegenteil, es kommen womöglich Erinnerungen an eine stressige Parkplatzsuche auf. So ein Bildmotiv weckt bestenfalls Assoziationen ans städtische Umfeld, das man vielleicht hasst, weil man viel lieber auf dem Land leben würde. So ein Foto kann also keinen Wow-Effekt bei anderen auslösen. Es kann höchstens diejenigen zum Nicken oder Schmunzeln bringen, die ähnliche Erfahrungen und eine ähnliche Sichtweise haben.

Technisch und gestalterisch mangelhafte Schnappschüsse sind oft so beliebt, weil sie den Reiz eines besonderen (lustigen, skurrilen) Moments vermitteln, oder weil es nur dieses eine Foto gibt, das lebhafte Erinnerungen weckt. Ob Schnappschuss oder Fünf-Sterne-Bild: Für jeden Fotografierenden ist und bleibt das selbst aufgenommene Bild einzigartig. Es bleibt mit dem subjektiven Entstehungsprozess verbunden und weckt viele komplexe Erinnerungen, die einem unbeteiligten Betrachter niemals zugänglich sein werden. Darum ist es auch kein Wunder, dass sich die Wettbewerbsfotografie immer wieder um die gleichen Themen und Motive dreht. Dieses weitgehend genormte Bild-Erlebnis ist in der Fotoszene fest verankert und wird nur selten durchbrochen. Das gilt auch für Agenturmotive. Die meisten Bilder in der Werbung, auf Webseiten und in Büchern stammen aus solchen Agenturen, dadurch verankert sich auch diese Ästhetik in unserer (unterbewussten) Wahrnehmung. Was nicht in diese Schublade passt, wird eher abgelehnt. Als Fotograf kann man dieser Ästhetik folgen oder sein eigenes Ding machen. Fragen Sie sich also 

"Wieso, weshalb, warum?"

...fotografiere ich?


Für mich gibt es mehr als einen Grund. Der wichtigste lautet: Ich fotografiere, weil ich neugierig bin, und weil mich selbst die banalsten Kleinigkeiten dieser Welt immer noch zum Staunen und zum Schmunzeln bringen (=der Prozess).

Fotos (=das Ergebnis) sind für mich Orientierungspunkte im beständig aufsteigenden Nebel des Vergessens. Sie halten Erinnerungen wach, egal ob es schöne oder schnöde Motive waren.


Die Erfahrung bringt es mit sich, dass man irgendwann weiß, welche Motive man nicht zum Wettbewerb oder bei einer Agentur einreichen braucht. Auch wenn man das Handwerk beherrscht hören das Lernen und das Erfahrungensammeln nie auf.


Montag, 11. März 2019

TV-Tipps & Ausstellungen


Auch in diesem Monat ist die Auswahl an Sendungen für Fotografen begrenzt, darum verbinde ich die TV-Tipps diesmal mit zwei Veranstaltungshinweisen für Fotobegeisterte im Münchner Raum.
Die Seitenblicke sind diesmal von einem Jubiläum geprägt: Am 1. April 1919 wurde das "Staatliche Bauhaus" von Walter Gropius in Weimar als Kunstschule gegründet. Nach Art und Konzeption war es damals etwas völlig Neues, da das Bauhaus eine Zusammenführung von Kunst und Handwerk darstellte. 

Nachdem wir gerade den Weltfrauentag hinter uns haben, empfehle ich hierzu die Sendung "Bauhausfrauen", die am  06.04.2019 von 21:30 - 22:00 Uhr auf Tagesschau24 wiederholt wird. Der Film wirft einen ganz neuen Blick auf den Mythos Bauhaus und erzählt dessen Geschichte aus einer anderen Perspektive.

Hier sind alle weiteren Sendetermine, Tipps zu Kunst & Kultur sowie Links zu den Mediatheken.



Donnerstag, 7. März 2019

Lumix FZ1000 II erscheint - mit neuem Handbuch















Echte Fans der Lumix FZ1000 wissen es vielleicht schon: Panasonic bringt im März eine FZ1000 II auf den Markt und erfüllt damit endlich den Wunsch vieler Fotografinnen und Fotografen, die sich schon vor zwei Jahren eine "runderneuerte" FZ1000 gewünscht hatten. Sensor und Objektv sind unverändert geblieben, dafür kommen jetzt der Touchscreen und einige Funktionen, die an neueren Lumix-Modellen Standard sind. Welche Änderungen es gibt, können Sie im Testbericht bei digitalkamera.de nachlesen

Seit ein paar Minuten ist es amtlich: Ja, ich werde ein Handbuch zur Lumix FZ1000 II schreiben. Der derzeit geplante Erscheinungstermin ist Juli, hängt aber noch vom tatsächlichen Auslieferungtermin der Kamera ab. Das ist auch eine gute Nachricht für alle, die das alte Handbuch zur FZ1000 immer noch suchen. Ähnlich wie bei der GX80/GX8 werde ich die Gemeinsamkeiten und Unterschiede der beiden Modelle herausarbeiten und hier im Blog für die FZ1000-Fotografen eine Zusammenfassung zum Download anbieten.

Jetzt hoffe ich, dass sich der angekündigte Liefertermin nicht verschiebt. Weitere Infos folgen, sobald meine FZ1000 II eingetroffen ist.

Montag, 4. März 2019

Alte Schätze: Das Digitalisierungsprojekt

Letzte Woche war der Drucktermin für das Handbuch zur Nikon Coolpix P1000. Somit habe ich jetzt wieder mehr Zeit für das Langzeitprojekt "Fotos und Dias digitalisieren". Zwei Tage lang habe ich nur noch farbstichige, verfusselte und verstaubte Motive am Computermonitor gesehen, das ist schon eine spezielle Erfahrung. Bald kann ich mich als digitaler Bildrestaurator bewerben.

Klick aufs Bild für größere Ansicht
Verschossene und vergilbte Fotos gehören beim Scannen zum Alltag. Wenn man die Software richtig einstellt, entfernt sie typische Farbstiche recht zuverlässig. Das ist oft einfacher, als die gescannten Motive erst später in Lightroom zu korrigieren. Allerdings muss man neben dem Scanner sitzenbleiben und die Einstellungen für jedes Motiv anpassen. Staub und Kratzer entfernen kann gute Software auch, aber das geht nicht selten auf Kosten der Bildschärfe. Ich fotografiere schon seit meiner Kindheit mit großer Begeisterung, aber ich hatte keine hochwertigen Kameras. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich dreißig Jahre später Fotografin beziehungsweise Fotofachbuchautorin werden würde, hätte ich vielleicht länger gespart und mir doch die ganz teure Profikamera gekauft. Hätt i, daad i, war' i, sagt man bei uns in Bayern. Das bedeutet so viel wie: Jetzt ist es zu spät, sich darüber Gedanken zu machen, der Zug ist abgefahren. Die gute Nachricht für mich lautet: Ich muss die Originale nicht mehr aufbewahren.
 

Alte Digitalmotive 
Falls Ihre Digitalkamera zehn Jahre alt oder sogar noch älter ist (ja, das gibt es!), dann fassen Sie sich ein Herz und kaufen Sie sich bald eine neue. Selbst preiswertere Kameras aus dem Jahr 2017 oder 2018 sind um Lichtjahre besser als sündhaft teure Geräte, die vor zehn Jahren auf dem Markt waren. In den 2000er Jahren steckte die Digitalfotografie noch in ihren Kinderschuhen und das sieht man den Fotos von damals auch an. Das gleiche werde ich womöglich in zehn Jahren über die heutigen Spitzenmodelle schreiben. Wir müssen uns einfach daran gewöhnen, dass moderne Kameras Computer sind und schneller veralten. Siehe dazu den Artikel Kann es sein, dass Fotoapparate altern?

Brügge, 1982
Doch zurück zum Digitalisierungsprojekt: Nach einem eher frustrierenden Schnelldurchlauf durch stumpfe, farblose und wenig interessante Urlaubsmotive aus Budapest, Wien und Brügge erinnerte ich mich an einen Satz, den ich wohl für den Großen Fotokurs verfasst hatte: "Fotografieren Sie Ihre persönliche Sichtweise auf Sehenswürdigkeiten und lichten Sie zum Beispiel den Eiffelturm nicht (nur) so ab, wie Sie ihn von Postkarten kennen. Ärgern Sie sich nicht über andere Touristen, die Ihr Motiv scheinbar verunstalten. Genau die könnten eines Tages den Unterschied zwischen einem interessanten und einem langweiligen Bild ausmachen. Das Alltägliche, das in den Bildern - manchmal versehentlich - auftaucht, verankert Ihr Foto in einer ganz bestimmten Zeit und macht es nach einigen Jahren historisch wertvoll." Deshalb sehe ich Softwareprodukte oder Apps, mit denen man Personen teilweise vollautomatisch aus Fotos herausretuschieren kann, mit gemischten Gefühlen.


Einerseits sind solche Funktionen nützlich und wichtig, um die Persönlichkeitsrechte der (versehentlich) mitfotografierten Passanten zu schützen. Viele Fotos sehen auch schöner aus, wenn man störende Elemente entfernt. Mit solchen Retuschearbeiten verändert man aber auch den Blick auf die Realität: Die Bilder suggerieren dem Betrachter, dass Sie in einem menschenleeren Paradies Urlaub gemacht haben, dabei waren zweihundert andere Personen mit Ihnen am Traumstrand? Nun ja, Geschmackssache. Streetmotive entfalten gerade durch das Vorhandensein von Personen ihre ganz besondere Wirkung. Da würde ich nicht retuschieren, sondern die Passanten lieber als Teil der Szene ins Motiv einbauen.

Welche Bilder sind "wertvoll"?
Beim Rückblick ins Archiv stechen meist Fotos von Personen heraus:  Familienangehörige, Freunde, Mitschüler, Kollegen oder Wegbegleiter, an deren Namen man sich manchmal gar nicht mehr erinnern kann. Haben Sie Fotos von persönlichen Erinnerungen wie das erste Auto, die erste eigene Wohnung oder Bilder von Orten, die es heute in dieser Form nicht mehr gibt? Bei diesen Motiven spielt die Bildqualität eine völlig untergeordnete Rolle. Ich habe mich gefreut wie ein Schneekönig, als ich in einem Diakoffer auf eine Fotoserie aus dem Jahr 1983 gestoßen bin. Bevor ich aus meiner ersten (und einzigen) Wohngemeinschaft auszog, habe ich noch alle Räume fotografiert. Beim Anblick dieser Bilder kommen mehr Erinnerungen hoch als bei jedem noch so gelungenen Reisefoto. Das Kaninchen, das Sie oben im Gemüsebeet sehen, ist eine dieser privaten Erinnerungen. Unser WG-Mitbewohner hatte das Beet mühevoll angelegt. Die jungen Pflänzchen darin waren einfach viel leckerer als die riesengroße grüne Wiese, auf der Moppel herumspringen durfte.

Natürlich sind zwischen all den langweiligen, unscharfen und verfusselten Motiven auch wieder ein paar fotografisch wertvolle Exemplare aufgetaucht. Die habe ich mit besonders hoher Auflösung eingescannt und werde mir im Lauf der Zeit auch die Mühe machen, jeden Fussel wegzustempeln.

Könnte überall gewesen sein, wo es Meer gibt.   ;-)
In diesem Fall war es Öland (Schweden), 1982

Im betrachtenswert-Blog finden Sie vereinzelte Analogmotive in der Rubrik  Alte Schätze

Quick & Dirty Lösung für Sparsame
Wenn Sie weder Lust noch Zeit haben, alte Fotos mühevoll einzuscannen, dann nehmen Sie Ihre Digitalkamera zur Hand, zur Not tut's auch das Smartphone. Fotografieren Sie die Bilder einfach ab. Achten Sie dabei darauf, dass die Orginale plan aufliegen und gut beleuchtet sind, damit Sie Ihr Bild vom Bild nicht verwackeln. Problematisch bei dieser Methode sind Schattenwürfe und Spiegelungen auf Hochglanzabzügen. Da  muss man mit der Beleuchtung kreativ werden. 
Wenn es nicht funktioniert: Die meisten modernen Drucker sind sehr preiswert und sogenannte Multifunktionsgeräte. Das heißt sie haben auch einen integrierten Flachbettscanner, mit dem man alte Fotoalben oder Fotoabzüge relativ gut digitalisieren kann. Mir hat auch schon mal jemand erzählt, dass er alte Super-8-Filme mit dem Smartphone abgefilmt hat. Solange das Abspielgerät zu den Filmrollen noch vorhanden ist und noch funktioniert, ist das eine recht pragmatische Lösung. Projizierte Dias von einer Leinwand abfotografieren geht notfalls auch. Man darf qualitativ keine Wunder erwarten, aber es spart eine Menge Zeit und Geld.