Donnerstag, 29. März 2018

Fotoclub Erding lädt ein


Kühles Wetter an Ostern - wie wäre es mit einem Besuch in Erding?
Die Ausstellung im Frauenkircherl eröffnet heute Abend und ist bis zum 2. April zu sehen.
Weitere Informationen über den Club gibt es hier.

Mittwoch, 21. März 2018

Analoge Fotos und Dias digitalisieren: Erfahrungsbericht


Im Oktober hatte ich angekündigt, dass ich testweise einige meiner analogen Bilder von einem professionellen Dienstleister digitalisieren lassen wollte. Aus Überfluss an Zeitmangel konnte ich die Sendung erst im November losschicken. Für meinen Testauftrag hatte ich tief ins Archiv gegriffen und Originale in vier unterschiedlichen Formaten gewählt:
  • Kleinbilddias und 
  • Kleinbildnegative aus den 1990ern (24x36 mm)
  • Negative im Pocketformat (24x24 mm) sowie 
  • einen Streifen eines analogen 6x6 Rollfilms (Mittelformat) aus den 1970ern.
Im Hinblick auf die Motive hatte ich Typisches und Schwieriges ausgesucht: Die Dias waren ziemlich verstaubt, manche tendenziell unterbelichtet, und auf dem Rollfilm befanden sich Sonnenuntergangsmotive. Da ich selbst auch schon einiges Material digitalisiert habe, war ich mir im klaren darüber, dass das keine leichte Aufgabe wird.

Die Eingangsbestätigung von ScanCorner kam sehr schnell, danach musste ich eine Weile warten. Da ich ohnehin mit ganz anderen Dingen beschäftigt war, hat mich das nicht weiter gestört. Mitte Dezember kam die Meldung per E-Mail, dass ich meine Bilder in der Online-Galerie prüfen könne. Die Dateien sind dort nur in einer reduzierten Auflösung zu sehen, eine Qualitätsbeurteilung ist aber sehr gut möglich.

6x6 Rollfilmnegativ

Beim Sonnenuntergangsmotiv ist die ursprünglich warme Farbnote nach dem Scannen - erwartungsgemäß - verlorengegangen. Das ist ein klassischer Fehler bei der automatischen Tonwertkorrektur bzw. ein Nebeneffekt bei der Korrektur von Rotstichen. Dieses Motiv habe ich später selbst in Lightroom so getrimmt, dass es wieder dem ursprünglichen subjektiven Eindruck entsprach. Dazu später mehr.

Ein größeres Problem waren meine Pocketnegative, die durch die jahrzehntelange Aufbewahrung in einem Negativordner eine so starke Wölbung aufwiesen, dass sie nicht mehr plan im Scanner lagen. Dadurch entstanden im oberen und unteren Bereich weiche Verzerrungen, wie bei einem Spielzeugeffekt bzw. wie bei einer Kamera mit Lomo-Optik. Auf den Originalbildern war diese Unschärfe nicht zu sehen, darum schrieb ich eine Mail an ScanCorner. Ich wurde positiv überrascht: Man hatte dort einen neuen Aufsatz für den Scanner bestellt, um dieses Problem in den Griff zu bekommen. Und tatsächlich: Der zweite Scan war scharf - so scharf, wie es die alten Negative eben zulassen.

Pocketnegativ 24x24 mm
Klick aufs Bild für vergrößerte Ansicht

Richtig toll waren die Ergebnisse bei den Kleinbilddias. Hier ist vor allem die manuelle Nachbearbeitung beim "Entfusseln" hervorzuheben. Dieses Motiv hat auch durch die farbliche Bearbeitung gewonnen:


Klick aufs Bild für vergrößerte Ansicht

Nachdem ich mein OK zum Endergebnis gegeben hatte, erhielt ich umgehend eine Tracking-ID für die Rücksendung der Originalaufnahmen und die DVD, auf der alle digitalisierten Dateien übersichtlich in verschiedenen Ordner - genau wie im Kundenportal - hinterlegt waren. Als die Sendung bei mir eintraf, sicher und sauber verpackt, war ich von der liebevollen Aufmachung angetan: 

Die Datenmenge der Dateien (JPG) variiert je nach Ausgangsmaterial. Bei den Mittelformat (6x6) Negativen liegt sie, je nach Detailreichtum des Motivs, zwischen 25 MB und 45 MB, die Kleinbildformate sind 5-8 MB groß.
Die Auflösung beträgt 3000 dpi (2730 x 4087 Pixel beim Kleinbildformat). Höhere Auflösungen sind auf Wunsch möglich.
Die Bilder lassen sich in Lightroom, Photoshop oder anderen Programmen durchaus noch feintunen, aber man sollte keine Wunder erwarten. Das ist auch dem analogen Bildmaterial geschuldet, das - zumindest bei mir -  nicht immer feinkörnig und auch nicht immer absolut scharf ist. 
Grundsätzlich kann man sagen: Aus einem hochwertigen Original, das richtig belichtet und scharf ist, wird auch ein hochwertiger und ansehnlicher Scan.


Für Leute, die weder Zeit noch Lust haben, ihre analogen Fotos im Alleingang mühsam zu digitalisieren, ist ScanCorner eine sehr gute Adresse.
Die Digitalisierung erfolgt nicht  über Nacht, aber dafür ist der persönliche und individuelle Service einzigartig. Die Preise sind fair, vor allem im Hinblick darauf, dass man die  Bilder thematisch trennen, und nur speziell ausgewählte Fotos von einem Negativstreifen in Auftrag geben kann. Die Dateien werden in getrennten Ordnern geliefert, wenn man sie entsprechend vorsortieren möchte. 

ScanCorner digitalisiert nicht nur Fotos, sondern auch Filme, Cassetten und Schallplatten. Eine alte VHS-Cassette, zu der es kein Abspielgerät mehr gibt, habe ich nach dem Testauftrag gleich noch hinterhergeschickt. Wenn Sie auch solch alte Schätze in die digitale Neuzeit retten wollen, gönnen Sie sich den Service. Hier geht's zur Startseite des Unternehmens.

Im ScanCorner Blog habe ich schließlich auch noch die Serie "Nostalgiegeschichten erzählt in Bildern" entdeckt. Für mich ist das ein schöner Denkanstoß: Lassen Sie sich die Geschichten zu Ihren Familienfotos von den Zeitzeugen erzählen. Nehmen Sie diese Erzählungen mit dem Rekorder Ihres Smartphones auf, und speichern Sie die Audiodateien bei den digitalisierten Bildern. Heute können wir multimediale Familienchroniken erstellen - die digitalisierten Fotos sind der Anfang.


Dienstag, 20. März 2018

Fotoclubs laden ein

Am 23. März laden die Fotofreunde vhs Pfaffenhofen zur Vernissage ihrer Ausstellung 2018 ein. Beginn ist um 19:30 Uhr. Diese Ausstellung läuft bis Sonntag, den 15. April.
Weitere Informationen www.fotofreunde-paf.de


Klick aufs Bild für vergrößerte Ansicht


Am 6. April eröffnet die Ausstellung Linien im Fokus. Die Vernissage mit Tonbildschau beginnt um 19:00 Uhr, die Ausstellung ist im Wolf-Ferrari-Haus in Ottobrunn bis zum 22. April zu sehen, der Eintritt ist frei. Weitere Informationen vhs Südost


Meistens erhalte ich solche Informationen "um drei Ecken". Fotoclubs sind immer herzlich eingeladen, mir ihre Ausstellungsankündigungen mitzuteilen. Schicken Sie Ihre Einladungen an


Donnerstag, 8. März 2018

TV-Tipps bis April
















Frisch eingetroffen ist die aktualisierte Liste mit interessanten Sendungen für den Zeitraum bis Anfang April. Diesmal sind wieder einige große Namen dabei: Peter Lindbergh, Nadar, Robert Frank und August Sander. Das Gute an den Wiederholungen ist, dass man immer eine zweite (dritte und vierte) Chance bekommt... 

Eine Erstausstrahlung hat es ebenfalls gegeben: Ara Güler, der berühmteste Fotograf der Türkei. Da die Sendung schon vorgestern gelaufen ist, gibt's hier gleich den Link zur Mediathek, die in den GEZahlten Gebühren enthalten ist.

Anlässlich des heutigen internationalen Frauentags freut es mich, dass es diesmal auch eine 45minütige Dokumentation über eine Fotografin gibt:

Sonntag, 11. März 2018 - 23:10 - 00:05 Uhr Servus TV 
Montag, 12. März 2018 - 01:40 - 02:25 Uhr Servus TV 
Breaking the Day: Ein Moment, der alles verändert - Die Abenteuer-Fotografin 
Als nomadische Abenteuer-Fotografin ist Krystle Wright es gewohnt, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben. Aber ihr neuestes und ehrgeizigstes Projekt bisher ist, einen Fels-Kletterer beim Aufstieg des "Totem Pole", des berühmten tasmanischen Brandungspfeilers zu fotografieren. Dieses Unterfangen verlangt aber von der Fotografin, angeseilt über dem Meer zu hängen, während sie fotografiert. Eine Herausforderung, die sie bisher in dem Schwierigkeitsgrad noch nicht meistern musste.

Sendungen von Servus TV gibt's nicht (kostenlos) in den Mediatheken, da muss man entweder den Festplattenrekorder anschmeißen oder eine Nachteule sein.

Besten Dank, wie immer, an Hermann Ludwig und seine kunstlinks.de

Wenn ich zufällig interessante Kurzbeiträge sehe, verlinke ich diese relativ zeitnah auf meiner Facebook-Autorinnenseite

Montag, 5. März 2018

Der Alltag macht uns fertig

Hilde und Gretl waren zwei Cousinen aus dem österreichischen Waldviertel, die in einem kleinen Hexenhäusl gemeinsam gelebt hatten...

Geht es Ihnen wie mir? 
Bei diesen Begriffen springt mein Kopfkino sofort an. So könnte auch ein Märchen anfangen! Ganz so märchenhaft ist die Geschichte von Hilde und Gretl bei genauerer Betrachtung nicht, aber skurril ist sie allemal. Ich wage zu behaupten, dass Österreicher eine Form von Humor besitzen, mit der nicht jeder etwas anfangen kann. Wenn Sie den "Knochenmann" mit Josef Hader kennen, oder die TV-Serie "Braunschlag" gesehen haben, wissen Sie vielleicht, was ich meine. Dieser Humor hat manchmal auch etwas Düsteres und Befremdliches. Als ich etwas tiefer in das Thema "Hilde und Gretl" eintauchte, war ich zwiegespalten, denn die beiden Frauen sind seit fast zwanzig Jahren tot. 

Das Haus, in dem die beiden gelebt hatten, lag seit 1999 in einer Art Dornröschenschlaf. Als der Fotograf Peter Coeln das Haus kaufte, waren noch alle Gegenstände an ihrem Platz, so wie die beiden alten Damen zuletzt darin gelebt hatten. Normalerweise kümmern sich Angehörige um den Nachlass und um das Entrümpeln von Wohnungen. Normalerweise geschieht das alles innerhalb kürzester Zeit, weil Wohnraum an den meisten Orten so begehrt ist, dass man ihn schnellstmöglich leerräumt und wieder auf Vordermann bringt. Nicht so in diesem Fall. Peter Coeln und der Autor Tarek Leitner haben sich vor der Renovierung auf eine Spurensuche begeben. Die Hinterlassenschaften der beiden Cousinen wurden nicht, wie so oft üblich, radikal entsorgt. Sie wurden in einem Buch verewigt, und bei Youtube kann man sich auch einige Videos dazu anschauen. Die Links finden Sie am Ende dieses Beitrags.

Abbildungen (c) Peter Coeln,
mit freundlicher Genehmigung des Brandstätter Verlags

Privatsphäre: Darf man das?
Natürlich drängt sich unweigerlich die Frage auf: Wie weit darf man gehen, wenn man im Nachlass fremder Menschen herumstöbert? Wird das nicht irgendwann zu persönlich? 

Anders gefragt: Wie würden Sie sich fühlen, wenn wildfremde Leute nach Ihrem Ableben in Ihren abertausenden von Dingen, Briefen, Notizzetteln, Fotografien und Dokumenten herumstöbern, mit dem Ziel das alles öffentlich zu machen? So berechtigt diese Frage ist, so absurd ist sie auch: Man könnte sich gar nicht mehr irgendwie fühlen, denn man wäre ja schon längst tot. Solche Fragen kann man sich also nur stellen, solange man lebt. Wenn man so eine Vorgehensweise als "Leichenfledderei" betrachtet, dann hat das Buch auch etwas Gutes, weil es zum Nachdenken anregt. Wer so etwas nicht mag, sollte gegebenenfalls ein Testament verfassen. Darin kann man regeln, dass man postum nicht in einem Buch veröffentlich werden möchte. 

Was ist privat, was nicht?
Heutzutage erleben wir die Privatheit im öffentlichen Raum. In den sozialen Medien finden wir ähnlich Skurriles, aber das erscheint uns mittlerweile völlig normal. Hilde und Gretl haben diese moderne Welt nicht mehr erlebt, und ich frage mich: Wie hätten sie wohl ihr Facebook-Profil geordnet, was hätten sie gepostet, welche Whatsapp-Nachrichten hätten sie sich gegenseitig geschickt? Und was macht ein Nachlassverwalter dereinst bei Facebook aus all den persönlichen Erinnerungen? Alles radikal löschen, was jemandem einst wichtig erschien?

Mich hat das alles ziemlich zum Nachdenken gebracht, aber kehren wir zurück zu Hilde und Gretl, genauer gesagt zum Buch, das unter ebendiesem Titel im Brandstätter Verlag erschienen ist. Es war am Veröffentlichungstermin bereits ausverkauft und wurde inzwischen nachgedruckt. Ich habe mir das E-Book zugelegt, denn... ja, ich will nicht mehr so viele Sachen in meiner Wohnung haben, damit später weniger zu entsorgen ist.

Das Buch ist in fünf große Abschnitte unterteilt: 

1 Überlegen: Was einen Wert hat
Das erste Kapitel widmet sich einer ganz essentiellen FrageWas heben wir auf, was behalten wir? Tarek Leitner bezeichnet das als "eine Kulturtechnik, die uns niemand beibringt". 

Bei [Hilde und Gretl] kann man gut studieren, was sich im Leben eines Menschen, oder – wie in diesem Fall – im Leben zweier Menschen alles ansammelt. Sie sammelten nichts. Es sammelte sich. Und sie ordneten dann.

2 Staunen: Was übrig geblieben ist
Viele Gegenstände, die in Schränken und Regalen oft jahrzehntelang gestanden sind, hatten einen Wert und eine Bedeutung für denjenigen, der sie aufbewahrt und mit ihnen gelebt hat. Aber welchen Wert haben sie für jemand anderen? Die Zusammenstellung der Objekte ist so einzigartig wie der Mensch, der sie aufbewahrt hat. Darin liegt das Besondere, das die Autoren intuitiv erkannt haben. An der Wand eines Raums hängt ein Kalender aus dem Jahr 1999, an einer anderen Stelle ein hölzernes Telefon aus den Anfangstagen der Telefonie. Der zeitliche Abstand von knapp zwanzig Jahren plus die Lebensspanne der beiden Frauen, der sich bis ins frühe 20. Jahrhundert zurückreicht, machen aus diesem Nachlass so etwas wie einen neuzeitlichen archäologischen Fund.

Im Hause herrschte auf den ersten Blick ein heilloses Durcheinander. Es hätte viele potentielle Käufer wohl gleich hinausstürmen lassen, ohne über das Objekt noch einmal nachzudenken. [...] Wir hatten die Macht, das Massaker an den Dingen zu verhindern.

"Wir" Fotografen lieben Lost Places, oder etwa nicht?

3 Stiadln - Wie wir vorgegangen sind
Stiadln ist ein Begriff, den man in Deutschland nicht kennt. Ich kannte ihn auch nicht, und war froh über die Erklärung: Stiadln ist nicht suchen, nicht sammeln, nicht finden-wollen, stiadln ist nicht einmal sich-überraschen-lassen-wollen. Stiadln – und das erschien uns als die einzige mögliche Vorgehensweise in diesem scheinbaren Chaos – ist das Durchforsten mit dem Ziel, Gefälliges in Besitz zu nehmen oder an anderer Stelle abzulegen, manches vorerst nicht anzugreifen, um es später zu entsorgen, alles mit der losen Option, einen Anflug von Systematik in die Sache zu bringen – oder auch nicht. 

In diesem Begriff scheint auch mitzuschwingen, dass man beim Stiadln etwas macht, was man eigentlich nicht darf. Auch wenn dieses Buch einen voyeuristischen Charakter hat: Wer würde nicht in einen verstaubten Dachboden klettern und sich dort neugierig umsehen? Mich erinnert es an ein Abenteuer wie aus Kindertagen: Was haben sie wohl gefunden?

4 Sachen - Was wir vorgefunden haben
Liest man die Texte von Tarek Leitner, und das würde ich wahrlich empfehlen, so erfährt man, dass Hilde und Gretl alle Zettel mit den Terminen der Müllabfuhr und Sperrmüllsammlungen lückenlos aufbewahrt hatten. Ausgeräumt haben sie ihr Haus trotzdem nie. Sie haben alles geordnet und was "erledigt" war, wurde mit Damenstrümpfen säuberlich zusammengebunden. Spätestens jetzt muss man neugierig werden ;-)

Hundertfünfzig Jahre sind die Ansammlungen des Lebens zusammengebunden, gestapelt und abgelegt worden. Warum? Damit wir davon erfahren, uns wundern - und uns Fragen stellen, die unser eigenes Leben betreffen? Wann habe ich zuletzt den Keller ausgemistet? Heute wären es wohl die Festplatten unserer Computer, falls wir so konsequent sind, die Daten bei jedem neuen Gerätekauf vom alten auf den neuen Rechner zu übertragen. Der Archäologe der Zukunft muss IT-Experte sein, spezialisiert auf alte Systeme. Er würde Nachrichten finden, die sich oft nicht so viel anders lesen, als das, was Hilde und Gretl auf Zettel geschrieben haben...



5 Sichern - Was wir weitertragen
Wozu das alles? Warum haben Hilde und Gretl all diese Dinge aufbewahrt und geordnet? Wer waren die beiden? Warum haben die Autoren nicht einfach alles sofort weggeworfen? Welcher Mehrwert entsteht durch dieses Projekt? Warum, um alles in der Welt, sollte man sich überhaupt damit beschäftigen?  Es stehen viele Fragen im Raum, die nur zum Teil beantwortet werden, und das muss auch gar nicht sein. Das Buch ist vielmehr eine Einladung, sich selbst ein paar Fragen zu stellen.  

Als all die Artefakte, all das Klumpert, im angemieteten Lokal nebenan gelagert waren, und das Haus leer stand, wirkte es befremdlich und fremd.

Auf den letzten beiden Doppelseiten des Buchs sieht man, wie das Haus und die Räume nach der Renovierung aussehen. "Ein tiefer Schnitt, baulich und ideell".


Kritik am Buch 
Nachdem es "Hilde und Gretl" bei Amazon wieder gab, haben einige Leser ihre Rezensionen hinterlassen. Eine Dame schreibt: "Ich hätte mir gewünscht mehr über das Leben der beiden zu erfahren und nicht was und wie viel sie gesammelt haben. Um das geht es nämlich im gesamten Buch."

Nun ja: Ansichtssache. Wenn man die umfangreichen Texte genauer studiert und zwischen den Zeilen lesen kann, erfährt man doch eine ganze Menge über die beiden Frauen. Wie sehr möchte man da noch ins Detail gehen? Wird es an einigen Stellen nicht auch langweilig, weil zu alltäglich? Diese Gratwanderung fand ich gut gemeistert.

"Die meisten Fotografien sind sehr schlecht gemacht," merkt eine andere Leserin an. Damit sind wir beim Kernthema der Fotonanny. Die Fotos sind nicht inszeniert. Es ist eine Available Light Fotoreportage ohne besondere Hilfsmittel. So sehen Fotos aus, wenn man sie nicht künstlich überhöht. Sicher hätte man mit einer Großformatkamera arbeiten, alles perfekt ausleuchten und komplett anders inszenieren können. Ich versuche gerade auszurechnen, wie viele Monate das gedauert hätte. 



Man kann immer alles anders machen. Tarek Leitner und Peter Coeln haben diesen Weg gewählt. Sie vermitteln all denen, die es interessiert, ihre persönliche Sicht auf etwas alltäglich Ungewöhnliches. Ich hätte gerne noch mehr Bilder gesehen und habe es so interessant gefunden, dass ich darüber im Blog berichten wollte. Der Rest liegt - wie immer - im Auge des Betrachters.

Wo liegt für Sie der praktische Nutzen?
In der Inspiration! Wenn Sie das nächste Mal bei Ihren Verwandten zu Besuch sind, schauen Sie mal, was dort alles in den Regalen steht. Und bevor Sie Ihr Fotohandy zücken oder die Kamera holen, um etwaige skurrile Stilleben zu fotografieren: Fragen Sie um Erlaubnis. Noch besser: Holen Sie sich eine schriftliche Fotografier- und Veröffentlichungsgenehmigung ein ;-) Reden Sie mit den Leuten über deren Sammlungen und über deren Leben, bevor die Situation eintritt, dass ein desinteressierter Nachlassverwalter alles für immer wegräumt. Wenn die Autoren des Buchs Recht haben, dann ist das Erreichen einer perfekten Ordnung der Moment, an dem man nur noch sterben kann. Na, dann werde ich mit dem Aufräumen meines Kellers noch ein paar Jahre warten, und meine Zeit mit weiterhin mit Schreiben und Fotografieren verbringen...

Linkliste 

Hilde und Gretl beim Brandstätter Verlag
Hilde und Gretl bei Amazon

Video der Buchvorstellung
Kurzvideos bei Hilde und Gretl
Tarek Leitner / Peter Coeln

Für Freunde des dunklen Humors:
Fernsehserie Braunschlag (Wikipedia) (Amazon Video)
Krimi "Der Knochenmann" (Wikipedia) (Amazon Video)

Und hier habe ich von Hilde und Gretl erfahren: Willkommen Österreich
Satire aus dem Nachbarland, in Deutschland zu sehen auf 3sat, gegen Zwangsgebühr ;-)