Dienstag, 5. Juli 2022

Ja wie denn jetzt?

28 mm | 1/5000 s | f1,9 |  ISO 40 - Smartphone

Dieses Motiv stand in der engeren Auswahl für den vorherigen Artikel "Warten auf Godeau", aber die grüne Ampel hatte mir besser gefallen, weil ich sie motivierender finde.
Warten Sie auf irgendetwas? Vielleicht auf neue Fotomotive, auf den langersehnten Urlaub oder auf das Ende der schlechten Nachrichten? Falls Sie warten, kann ich Ihnen nur sagen: Das bringt meistens nix. Machen Sie einfach was. Das vermittelt wenigstens das Gefühl, dass irgendwas vorangeht, und das wiederum hebt die Stimmung. Das reißt dann wieder andere Leute aus ihrer eigenen Lethargie. Irgendeiner muss den ersten Dominostein umwerfen. 😉

Der Juni war bei mir fotografisch ausgesprochen "uneinheitlich". Es waren insgesamt vier verschiedene Kameras im Einsatz, die Fotomotive hat mir der tägliche Zufallsgenerator vor die Füße gelegt. Der kaputte Wartestuhl stand auf dem Weg zum Fitnessstudio in einer Garagendurchfahrt, die mir schon früher als Hotspot für allerlei Abgestelltes aufgefallen war.
"Sitzgelegenheiten" sind eines meiner vielen Sammelthemen, und in diesem Fall kam noch das grafische Element "Licht & Schatten" hinzu. Ja, wie fotografiere ich dieses Ding denn jetzt am besten? So wie oben, oder lieber...

... so, dass der Stuhl vom Schattenmaul in die Zange genommen wird? Geschmackssache. Wichtig ist nur, dass Sie bei jedem Motiv nach verschiedenen Gestaltungsmöglichkeiten Ausschau halten. Die erste ist manchmal die beste, aber eben nicht immer. 

28 mm | 1/5000 s | f1,9 |  ISO 40 - Smartphone


Im betrachtenswert-Blog finden Sie meine dritte Variante, und dazu eine Geschichte, die sich ums "Aussitzen" dreht. Den Link finden Sie ganz am Ende des Artikels. Bei diesem dritten Bild war mir mein eigener Schatten im Weg, den habe ich raus retuschiert, und wie immer alle grafischen Motive in Sachen "gerade Linien" in Lightroom gerade gerichtet. 

Manchmal braucht man Geduld

Dieser Plüschsessel steht schon eine ganze Weile auf der Wiese. Er war schon einige Male total durchnässt, und ist in der Sonne wieder getrocknet. Anfangs hielt ich ihn für Sperrmüll, der gleich abtransportiert wird, aber er blieb.

28 mm | 1/250 s | f2 |  ISO 80
Nikon Coolpix P7700

Leider stand er meistens zu nahe an einem hässlichen Betonkasten, in dem die Mülltonnen dieser Wohnanlage versteckt sind - blöder Hintergrund und kein gutes Motiv. Außerdem steht er hinter einer niedrigen Hecke, über die ich zum Fotografieren gerade noch ohne Hilfsmittel drüber schauen kann - also Panoramafreiheit genieße.
An einem Tag stand der Sessel ausnahmsweise weiter hinten, es hatte sich  gerade grünes Laub auf ihm versammelt, und ich hatte meine alte, kleine Handtaschen-Nikon dabei. Kurzum: Ich habe lange auf den richtigen Moment gewartet, um dieses "Kultobjekt" so fotografieren zu können, wie ich es mir in Gedanken ausgemalt hatte. So ein Aufwand für so ein blödes Foto, werden Sie vielleicht denken. Ist okay. Wenden Sie die Warte- und Beobachtungstaktik einfach auf Motive an, die für Sie interessant und wichtig sind. Es geht um die Methode, nicht ums konkrete Bild. 😊

 

Mit Blümchenfotos will ich Sie nicht lange nerven, aber eines habe ich im Angebot. Wenn Sie klassisch fotografieren, werden Sie sich an dem fetten, unscharfen Baum im Hintergrund mächtig stören. Mir gefällt das Motiv genau weil der Baum da hinten zu sehen ist.

28 mm | 1/800 s | f2 |  ISO 80
Nikon Coolpix P7700
Ich hatte bestimmt schon zehn Bilder von einzelnen Blüten oder Blütengruppen mit Auflicht, Gegenlicht, im Hoch- und im Querformat fotografiert, alles ganz nett, aber irgendwie 0815. Es ist auch mal ganz schön, wenn man das Umfeld von kleinen und kleinsten Blumen sehen kann. Ohne Klapp- und Schwenkdisplay hätte ich mich mit dieser Froschperspektive noch schwerer getan, als es ohnehin war.  Auch zu diesem Motiv gibt es eine kurze Geschichte im betrachtenswert-Blog: Die Größe ist entscheidend.
 
Für das Hochformat 16:9 "Panorama" habe ich mich später am Computer entschieden. Als Bildbearbeitungsexpert:in werden Sie an den Farben des Himmels erkennen, dass hier eine starke Tiefen-Lichter-Korrektur im Spiel war. Das Blau und Aquamarin sind schon abgeschwächt, aber wenn man die Korrektur aufs gesamte Motiv anwendet, werden die lila Blümchen ebenfalls mitkorrigiert.
Dazu hatte ich weder Zeit noch Lust, aber man könnte noch mehr Natürlichkeit reinbringen, indem man Auswahlen erstellt oder mit dem Pinsel arbeitet, und noch etwas länger an den Farben herumschraubt.


Andere Kamera, andere Effekte
Wenn Sie verschiedene Kameras und/oder Objektive besitzen, und das mit den Sonnensternen ausprobieren wollen: Jede Kamera und jede Linse erzeugen andere Lichtkreise und Farbeffekte. Selbst zwischen der Lumix FZ1000 und der FZ1000 ii gibt es deutliche Unterschiede. Diesmal hatte ich die Nikon Coolpix P1000 dabei, das ist die schwere Monsterkamera mit Mords-Zoom.
 
55 mm | 1/30 s | f8 |  ISO 80
Nikon Coolpix P1000
 
Normalerweise gelingen Sonnensterne am besten, wenn man ein Weitwinkelobjektiv bzw. die Weitwinkelstellung des Zooms benutzt, und  stark abblendet (Modus A, hohe Blendenzahl - 8 bis 32 oder 64, je nachdem, was das Objektiv zu bieten hat).
Mit Superzoom-Kameras ist man da etwas eingeschränkt. Dass der Sonnenstern diesmal auch bei einer Telebrennweite von umgerechnet 185 mm noch gut sichtbar war, hat mich selbst überrascht. Es kann am dichten Laub der Bäume gelegen haben, denn auch das trägt zur Lichtbrechung bei. Das ist dann Millimeterarbeit beim Anvisieren des Motivs, und jede kleine Veränderung erzeugt erneut ganz andere Muster.

Was war sonst noch so?
Jede Menge! Weißer Mohn auf der Bienenweide, G7-Ausnahmezustand in München, Nasse Füße beim Fotografieren, um nur ein paar Highlights zu erwähnen. Die bisher lustigste Fotografengeschichte, die mir im Juni passiert ist, habe ich ebenfalls im betrachtenswert-Blog veröffentlicht: Fortbewegung. Die sollten Sie lesen, wenn Sie es nicht schon getan haben. Oder den Halbjahresrückblick: Halbzeit 2022. Und jetzt? Ansonsten ist mein Alltag... Zippi-Zappi. Das muss man einfach Aussitzen. Das war alles im Juni? OMG! 😮

Links hier im Blog

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