Freitag, 22. März 2019

Bildbearbeitungsgrundlagen: Ein aktueller Überblick


Meine allerersten Bildbearbeitungserfahrungen habe ich mit Photoshop 4.0 gemacht, das ist fast fünfundzwanzig Jahre her. Ich weiß noch, wie verzweifelt ich damals vor meinem Bildschirm saß und überhaupt nicht wusste, wie ich mit dieser Software umgehen sollte. Meine ganzen Erfahrungen mit Word, Excel, Powerpoint, Corel Draw, Corel Ventura und dergleichen halfen mir überhaupt nicht weiter. Bildbearbeitung ist anders! Programme für die Bearbeitung von Audiodateien bereiten mir heute die gleichen Probleme: Ohne Grundkenntnisse steht man da, wie der sprichwörtliche Ochs vor'm Berg.

Intuitive Bedienung? Ja, aber...
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Mittlerweile wird es immer einfacher Fotos mit wenigen Mausklicks zu verändern. Das funktioniert oft so intuitiv, dass man nicht unbedingt verstehen muss, wie das Programm arbeitet. Diese erfreuliche Entwicklung haben wir dem Smartphone-Boom und den dazugehörigen Apps zu verdanken. Photoshop Elements 19 hat mich mit seinen neuen "Assistenzfunktionen" schwer beeindruckt, es ist sein Geld wert. Wer seine Bilder nach eigenem Geschmack und punktgenau bearbeiten will, braucht weiterhin das Modul Experte oder ein anderes Bildbearbeitungsprogramm mit vergleichbaren Funktionen.

Gerade erscheint eine komplett überarbeitete Version meines Buchs Digitale Fotografie. Darin gibt es auch diesmal wieder ein Kapitel zur Bildbearbeitung. Der Platz in den Büchern ist begrenzt und so muss ich die Informationen leider immer wieder auf die absoluten "Basics" reduzieren. Im Buch haben wir uns auf die neueste Version von Photoshop Elements 2019 beschränkt. Elements begleitet mich nun seit der Version 2.0. Diese uralte und die neueste Version sind Lichtjahre voneinander entfernt. Trotzdem bleiben ein paar grundlegende Dinge immer gleich. Diese wichtigen Grundfunktionen und Prinzipien finden sich auch in anderen Programmen.

Während ich das Buchkapitel neu schrieb, habe ich mehrere Photoshop-Alternativen ausprobiert. Aus meinen Kursen weiß ich, dass beileibe nicht jeder mit Adobe-Produkten arbeitet. Das gilt umso mehr, seit Adobe mit Lightroom und Photoshop CC auf das Abonnement-System umgestellt hat. Um es vorwegzunehmen: Es gibt einige gute Alternativen und man muss sich nicht zwangsläufig auf ein Software-Abonnement einlassen. 

Bei meinem Test ging es mir nicht darum, die Vor- und Nachteile oder die Unterschiede der Programme herauszuarbeiten. Ich habe einfach nur die typischen Bearbeitungen durchgeführt, die ich üblicherweise mit Lightroom und Photoshop CC an meinen Bildern mache. Wie jeder Mensch bin ich ein Gewohnheitstier und schätze die Routine, die sich bei täglich auszuführenden Arbeiten einstellt. Darum war es für mich anfangs auch ungewohnt, wenn ich Befehle unter einem anderen Begriff, in einer anderen Rubrik oder an einer anderen Stelle am Monitor suchen musste. Der Wechsel auf ein anderes Programm ist immer mit leichten Irritationen, erhöhtem Zeit- und Lernaufwand verbunden. Nach der Eingewöhnungsphase läuft's dann wie geschmiert.

Für meinem Test hatte ich mir das kostenlose Darktable (Lightroom Alternative) und den ebenfalls kostenlosen GIMP geholt. Beide sind nicht mein Fall, darum werden Sie hier auch nicht viel darüber erfahren.
Mit den kostenlosen 30-Tage-Testversionen von Affinity Photo, ACDSee und Corel Paint Shop Pro kam ich erheblich besser zurecht. Bei der Software-Auswahl habe ich mich an Produkten orientiert, die von Fotokursteilnehmern häufiger erwähnt wurden. Diese drei Photoshop-Alternativen sind nicht kostenlos, die Lizenzgebühren sind jedoch niedriger als die von Photoshop Elements und werden jeweils nur einmal fällig.

Die besonders preisgünstige Standardversion von ACDSee wirkt ein bisschen altbacken, eignet sich meines Erachtens aber gut für Einsteiger, die nach einem einfachen Produkt suchen und auf die komplexe Arbeit mit Ebenen (Bildmontagen) verzichten können. Wer das braucht, kann ACDSee in der teureren Professional- oder Ultimate-Version erwerben.


Mit Corel Paint Shop Pro und Affinity Photo war ich zufrieden, bemerkte aber feine Unterschiede in der Behandlung der Bilder. Das Feintuning von Farben, Helligkeit und Kontrast gefielen mir bei Lightroom und Photoshop besser. Um meine Bilder mit den anderen Programmen genauso hinzubekommen, hätte ich vielleicht nur etwas länger damit arbeiten müssen. Momentan teste ich noch Zoner Photo Studio X und werde darüber in einem eigenen Artikel berichten.

Weiter unten finden Sie die Links zu den Herstellerseiten, wo Sie sich die Programme herunterladen und dreißig Tage lang unverbindlich testen können. Dieser Beitrag ist nicht gesponsert, ich habe das alles freiwillig gemacht und stelle Ihnen hier mein ausführliches Bildbearbeitungskapitel als PDF zur Verfügung. Es entspricht in der Grundstruktur dem Kapitel im Buch Digitale Fotografie, ist aber viel länger und ein bisschen anders. Wenn Sie das gut finden, freut sich die Autorin über eine Spende für fünfzig Seiten Grundlagenwissen. Paypal-me/Fotonanny - oder empfehlen Sie diesen Blog weiter.

Inhaltsverzeichnis:

1.1    Welche Software ist die richtige für mich?
1.1.1    Unterschiedliche Behandlung von RAW und JPEG
1.1.2    Das Konzept von Lightroom und Darktable
1.1.3    Klassische Bildbearbeitungsprogramme
1.1.4    Das Grundprinzip der Bildbearbeitung
1.2    Grundlegende Korrekturen
1.2.1    Ausrichtung anpassen
1.2.2    Bildausschnitt korrigieren
1.2.3    Helligkeit und Kontrast korrigieren
1.2.4    Farbkorrekturen
1.3    Störende Elemente retuschieren
1.3.1    Flecken, Staub und Kratzer entfernen
1.3.2    Mit den Werkzeugen arbeiten
1.4    Rote-Augen-Korrektur
1.5    Text auf Bilder schreiben
1.5.1    Schriftgröße
1.5.2    Schriftfarbe
1.6    Bildauflösung anpassen
1.7    Bilder richtig schärfen
1.8    Schnelle erste Hilfe
1.8.1    Generelles Vorgehen
1.8.2    Ein Praxisbeispiel

Dokument hier als PDF herunterladen.

Affinity Photo - Herstellerseite
ACDSee (Standard) - Herstellerseite
Corel Paint Shop Pro (Standard) - Herstellerseite

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