Dienstag, 2. April 2019

Lumix FZ1000 II - Ein erster Eindruck

Das erste Kapitel jedes neuen Kamerahandbuchs macht am meisten Arbeit, zwingt mich aber auch dazu, die Unterschiede zwischen dem Vorgängermodell und einer neu erschienenen Kamera genau unter die Lupe zu nehmen. Mein erster Eindruck: Es hat sich etwas getan. Wer seine alte FZ1000 intensiv genutzt hat, für den lohnt sich der Umstieg nach viereinhalb Jahren.

400 mm | 1/500 s | f4.0 | ISO 125 | iA+

Die Ladeschale für den Akku gibt es nicht mehr, die neue FZ1000 wird direkt per USB-Kabel aufgeladen. Da es sich um den gleichen Akku-Typ handelt,  kann man die vorhandenen Akkus und die Ladeschale weiter benutzen. Für den Objektivdeckel gibt es jetzt eine Schnur, um ihn an der Kamera zu befestigen.

Obwohl die neue FZ1000 im Prinzip genauso funktioniert wie ihre Vorgängerin, bringt die Bedienung per Touchscreen diverse Änderungen mit sich. Das neue Kameramenü entspricht in weiten Teilen dem der kleineren Lumix TZ202 und ist umfangreicher als bei der alten FZ1000. Es hat im Individualmenü eine neue Struktur mit einer sinnvollen Zwischenebene erhalten, und im Reiter Mein Menü kann man sich die am häufigsten benutzten Funktionen individuell zusammenstellen. Das hatte mir an der TZ202 schon sehr gut gefallen.

Die neue Struktur macht das Individualmenü übersichtlicher.

Außen am Kameragehäuse gibt es jetzt acht echte Funktionstasten, vorher waren es "nur" fünf. Vier weitere erreicht man über den Touchscreen. Die Belichtungskorrektur erfolgt jetzt nicht mehr durch Drücken des hinteren Einstellrads, die Funktion hat wie bei anderen Kameraherstellern eine eigene Fn-Taste bekommen. Die Panasonic-spezifischen Funktionen 4K-Foto und Post Focus sind auf dem Antriebsmoduswahlrad links oben am Gehäuse untergebracht, und genauso schnell ansteuerbar wie die Serienbildfunktion oder der Selbstauslöser. Die Panoramafunktion hat auf dem Moduswahlrad eine eigene Schalterstellung bekommen, dafür musste C2 weichen.
Die Funktionstastenbelegung der neuen FZ1000 ist anders: Drei Tasten befinden sich links am Objektiv, so dass man bei der Handhabung der Kamera einige Handgriffe neu lernen muss. Der mechanische Schalter zum Ein- und Ausschalten des Bildstabilisators fehlt, dafür hat die FZ1000 II eine Taste, die den Bildwinkel beim Zoomen vorübergehend verkleinert, wenn man das Motiv aus den Augen verloren hat. Der hatte mir bisher nicht gefehlt, aber an der Nikon P1000 habe ich ihn schätzen gelernt. Wie immer sind die Fn-Tasten an der Lumix individuell konfigurierbar, so dass man sich die Funktion Bildstabilisator auf eine dieser Tasten legen kann. 

Insgesamt fällt die Umstellung von der alten auf die neue FZ1000 leicht, weil die am häufigsten benutzten Tasten weiterhin an derselben Stelle untergebracht sind, sie heißen jetzt nur anders. Für das schnelle und exakte Scharfstellen per Autofokus ist der Touchscreen ein großes Plus, auch die Menüs und Funktionen sind schneller ansteuerbar. Der elektronische Sucher ist super, es gibt keinen Mäusekino-Effekt und man berührt den Touchscreen auch nicht versehentlich mit der Nase. Insgesamt kann man sagen, dass die FZ1000 II im Hinblick auf Funktionsumfang und Menüführung auf den neuesten Stand gebracht wurde.
400 mm | 1/125 s | f4.0 | ISO 160 | iA+

Schärfeprobleme mit dem Objektiv wie bei der FZ2000 konnte ich bisher nicht entdecken, beim Bildrauschen scheint die neue FZ1000 sogar noch besser abzuschneiden als die alte. Diese Punkte werde ich in den nächsten Wochen noch genauer testen. Sehr erfreulich ist der Umstand, dass man jetzt auf f11 (bisher f8) abblenden kann, diese Information fehlt derzeit noch im Datenblatt bei digitalkamera.de. Einen integrierten ND-Filter habe ich leider nicht entdeckt, insofern ist es tröstlich, dass der Gewindedurchmesser des Objektivs gleich geblieben ist. Alle Filter, die man für die alte FZ1000 angeschafft hat, können weiterverwendet werden.


Bei Nahaufnahmen mit dem Weitwinkel sieht man die Blendenwirkung deutlich und tut gut daran, bei f2,8 exakt scharfzustellen. Die Rohdateien werden vom Adobe RAW-Konverter aktuell noch nicht erkannt, ich hoffe auf ein baldige Aktualisierung. Alle Bilder auf dieser Seite sind Kamera-JPEGs, aufgenommen mit der Automatik iA+.


Ich bin nur eine Gelegenheitsfilmerin, werde aber speziell für die Videofreunde ein paar Aufnahmen machen, um den Bildstabilisator und das eingebaute Mikrofon zu testen. Jetzt muss ich erst mal weiter schreiben, damit das Handbuch pünktlich fertig wird.  :-)

Für alle, die sich für die technischen Daten interessieren, gibt es bei Digitalkamera.de den kompletten Laborbericht für 1,40 EUR zum Herunterladen.



Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Bitte nach oben scrollen, um vorherige Kommentare zu lesen.

Neue Kommentare werden moderiert, um Spam und Werbung zu vermeiden. Deshalb kann es ein paar Stunden dauern, bis der Beitrag veröffentlicht wird. Vielen Dank für Ihr/Dein Verständnis.