Mittwoch, 4. Mai 2016
TV-Tipps für den Mai
Wer hat denn schon wieder an der Uhr gedreht?
Hier im Blog war es wieder eine Zeitlang still, bei Facebook bin ich auch abgetaucht. Momentan ist es die Arbeit an der Neuauflage des Großen Fotokurs, die mich auf Trab hält. Dazu gibt noch ein paar andere Dinge - Stichwort Fotokurse, Homepage und ein interessantes Projekt meines Autorenkollegen Marian Wilhelm, über die ich zu gegebener Zeit berichten werde.
Heute lasse ich erst einmal die aktuelle Foto-Fernsehliste hier, die wie immer ein Auszug aus dem umfangreichen Newsletter von www.kunstlinks.de ist.
Mittwoch, 20. April 2016
Ansichtssache
Die Welt ist dabei in Stücke zu fallen, und Leute wie Adams und Weston fotografieren Felsen!
Henri Cartier-Bresson
Dieses Zitat des französischen Fotografen stammt aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts, als sich die Welt in einer schweren Wirtschaftskrise befand. Adams und Weston konzentrierten sich weiterhin auf ihre ästhetischen Landschaftsbilder und Stillleben, während Cartier-Bresson sich der Streetfotografie widmete. Für ihn und viele Intellektuelle der damaligen Zeit galt die Devise, dass fotografische und künstlerische Arbeiten eine soziale bzw. gesellschaftliche Relevanz haben und die persönlichen Ansichten des Künstlers widerspiegeln sollten. Die Schönheit der Natur abzulichten war für sie nichts weiter als eine sentimentale, ja naive Sicht auf die Welt, die mit der Realität des Alltagslebens nicht allzu viel zu tun hatte.
Angesichts des aktuellen Zeitgeschehens scheint diese Frage erneut sehr berechtigt. Viele Fotografen beschäftigen sich aktuell mit Flüchtlingsporträts und ähnlichen Projekten. Wer banal schöne Natur- und Landschaftsmotive fotografiert, könnte da sehr schnell der Realitätsflucht bezichtigt werden.
Damals reagierte der Fotograf Edward Weston auch im Namen von Ansel Adams auf die Kritik, indem er sich sehr darüber wunderte, dass man die Bedeutung der Landschaftsbilder so unterschätzte. Diese seien sehr wohl "sozial relevant", weil sie eine ausgesprochen starke Wirkung auf die Psyche der Menschen hätten.
Unter dem Titel "Die Wildnis im Kopf" befaßte sich der Autor Thomas Saum-Adelhoff bereits 1993 mit unserer Wahrnehmung von Natur und Landschaft und seine Erkenntnisse bestätigen Westons Aussage. Es scheint einen unabhängigen psychischen Mechanismus zu geben, der Menschen unterschiedlichster Herkunft auf bestimmte Landschaften identisch reagieren lässt. Versuche haben gezeigt, dass Menschen in Krankenzimmern mit Blick ins Grüne schneller genesen als anderswo.
Mittwoch, 6. April 2016
TV-Tipps für April
Neuer Monat, neue Fernsehtipps.
Auch diesmal sind die Leute im Vorteil, die sich eher für das "Studium generale" interessieren. Ein Themenschwerpunkt sind Farben, ein anderer Schwerpunkt sind Berichte über London, New York, den Berliner Untergrund und das Münchner Olympiastadion.
Wer sich für das Thema Akt interessiert, muss lange wach bleiben, auch da ist etwas im Angebot. Einfach mal in die aktuelle "Pickliste" hineinschauen, die wie immer ein Auszug aus dem umfangreichen Newsletter von www.kunstlinks.de ist.
Donnerstag, 31. März 2016
Mein schönster Ort
Markus von Outdoor-Blog.org hat seine Leserinnen und Leser nach ihren schönsten Orten gefragt. Ich finde die Antwort darauf wirklich schwierig. Wenn es um die Wahl eines Reiseziels im Ausland geht, würde ich sofort mein Lieblings-Reiseland Island wählen, aber welches wäre dann mein schönster Ort auf Island?
Da ich die meiste Zeit in meiner Heimatstadt München verbringe, ist es erheblich naheliegender, den Ort vorzustellen, den ich innerhalb weniger Minuten erreichen kann. Genau wie bei Johannes ist es die Isar.
Der Trubel direkt am Isarstrand ist mir oft zu viel. Wenn ich den Kopf frei bekommen möchte, gehe ich lieber etwas abseits in den Isarauen spazieren oder jogge morgens eine Runde bis zum Tierpark und wieder zurück. Auf den weniger frequentierten Wegen trifft man bestenfalls ein paar andere Jogger oder Hundebesitzer. Gerade jetzt im Frühjahr ist es besonders schön, weil es
unendlich viel Bärlauch gibt, der mit seinem frischen Grün den Frühling
ankündigt.
Im Frühsommer kann man beim jährlich wiederkehrenden Hochwasser sogar Schlauchboote beobachten, die zwischen den alten Bäumen eine Runde drehen. Herbst leuchtet das Laub in allen Farben, und im Winter sind die Schwäne am Flaucher - direkt an der Isar - besonders zutraulich weil hungrig.
Freitag, 25. März 2016
Twitter und ich
Anlässlich des zehnten Geburtstags ist Twitter gerade wieder ein größeres Thema. Über Johannes Mairhofer, der sich an der Blogparade von Brandwatch beteiligt hat, habe auch ich mein Verhältnis zu diesem Dienst angeschaut. Nach wie vor komme ich zu der Erkenntnis, dass dieses Verhältnis eher gespalten ist.
"Wir würden gerne wissen, wieso du ohne Twitter nicht mehr leben kannst.
Was macht Twitter so einzigartig für dich? Wie bist du auf Twitter
gestoßen? Was sind deine Lieblingsfeatures und für was nutzt du Twitter?
Wie hat sich dein Leben, beruflich und/oder privat seitdem verändert?
Konntest du vielleicht ganz besondere Kontakte knüpfen oder hast eine
witzige Geschichte auf Lager?"
Die erste Frage suggeriert, dass man nicht ohne Twitter leben kann. Das ist bei mir nicht der Fall, und damit gehöre ich zu den derzeit 2,1 Millionen angemeldeten deutschen Usern, die ihren Account kaum nutzen. Deshalb erübrigt sich Frage zwei nach der Einzigartigkeit.
Von Twitter hatte ich sehr früh über die Mainstream-Medien gehört, ich glaube es war Arnold Schwarzenegger, der sehr früh für großen medialen Rummel gesorgt hatte. In den Jahren darauf war Twitter immer wieder in den Nachrichten ("arabischer Frühling"). Später waren dann viele der Internetkontakte, deren Newsletter ich abonniert hatte, ebenfalls bei Twitter unterwegs. Das überzeugte mich immer noch nicht. Am Ende war es Armin Rohde, ein deutscher Schauspieler, der in der Talkshow 3 nach 9 so überzeugend von Twitter schwärmte, dass ich es mir zumindest einmal ansehen wollte. Das Argument, das bei mir zog, war sinngemäß: Man muss sprachlich wahrhaft gut drauf sein, um in 140 Zeichen echte Botschaften zu vermitteln. Um es gleich vorweg zu nehmen: die wenigsten können das.
Donnerstag, 24. März 2016
Neues Design
Wer diesen Blog regelmäßig besucht, wird sich heute vielleicht wundern. Das seit Jahren angedachte Redesign meiner Heimatseite betrachtenswert.com ist jetzt umgesetzt. Die Inhalte sind weitgehend erhalten geblieben, aber natürlich hat sich mehr verändert als das äußere Design.

Wie innen so außen: Das neue Layout ist bunter. Ich nehme Abschied von meinem alten Logo, das ich immer noch schön, aber nicht mehr zeitgemäß finde. Um den "Wiedererkennungswert" sicherzustellen, wird es nicht ganz verschwinden, aber nicht mehr so prominent zu sehen sein.
Die beiden Fotos in der Navigationsleiste sind eine Bildmontage aus zwei Motiven. In der japanischen Kultur, die ich wegen ihrer Ästhetik sehr schätze, hat der Koi-Karpfen eine besondere Bedeutung. Ich liebe diese Tiere sehr, vor allem kann ich ihnen stundenlang zuschauen - mit und ohne Kamera.
Als Fotografin male ich mit Licht, also war es naheliegend, für diesen Aspekt meiner Arbeit ein Motiv zu wählen, das diesem Anspruch gerecht wird. Zu sehen ist ein Sonnenuntergang, aufgenommen mit bewegter Kamera bei langer Belichtungszeit.
Der malerische Aspekt dieser Bilder entspricht mir heute mehr, als die klassische statische Fotografie. Meine Arbeiten werden auch in Zukunft beide Aspekte zeigen. Die konventionelle Fotografie hat ihren Reiz nicht verloren, aber meine Experimentierfreude ist momentan größer.
Mittwoch, 16. März 2016
Günter Spitzing: Wie wird man Fotofachbuchautor?
Im November hatte ich begonnen, mich mit Günter Spitzing auszutauschen. Es wird allerhöchste Zeit, dieses Gespräch fortzusetzen. In der heutigen Folge der Interviewserie erzählt er, wie seine Autorenkarriere begann, wohin sie führte und was ihn schließlich dazu brachte, sich mit anderen Themen zu beschäftigen.
1965 erschien Ihr erstes Fachbuch: "Wir Filmen farbig" (Dr. Diener KG, Neumünster). Wie bekamen Sie
diesen Auftrag bzw. die Möglichkeit, so ein Buch zu veröffentlichen? Haben Sie bewusst eine Karriere als Fotofachbuchautor angestrebt oder sind Sie da mehr
oder weniger hineingewachsen?
GS:
Ich
bin damals schon frühzeitig bei einigen Verlagen hausieren gegangen um ein
Buchprojekt durchführen zu können. Doch das hat zunächst nichts gebracht. Viele
Themen waren durch andere Autoren abgedeckt. Ich konnte die Verleger nicht
überzeugen, dass eine andere Konzeption auch Chancen hat. Dann kam 1964
unerwartet der Werbeleiter von Leitz, Wetzlar, Andreas Jäckel auf mich zu und
erbat ein Manuskript für einen Artikel über die Filmkamera Leicina. Ich
lieferte es und dann sagte man mir, ich solle doch besser ein Buch machen und
zwar als Pedant zu Walther Bensers Wir fotografieren farbig. Mit dem
Erscheinen des Buches 1965 habe ich mich als freier Autor selbständig gemacht. Mein
erstes Buch geriet in die Umstellung vom Doppelacht- zum Superachtfilm und
wurde daher kein großer Erfolg. Aber sein Erscheinen hat ausgelöst, dass sich andere
Verlage plötzlich für meine Arbeit interessierten. Insofern ist das Buch
tatsächlich zu Ausgangspunkt für Mein Fotoliteratur-Schaffen geworden.
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| Bamberg: Michelsberg im Abendlicht (1960) |
In den darauf folgenden zwanzig Jahren haben Sie viele Fotofachbücher geschrieben, u.a. das erste
Foto-Kinderbuch, das erste Practical Comic (Vergrößerungspraxis), sowie das
erste deutschsprachige Buch über Fotopsychologie, das bis heute erhältlich ist
(Amazon) Worauf sind Sie besonders stolz?
Mittwoch, 9. März 2016
Everything seemed to fit so well
Vor
etwa drei Monaten hatte ich im Artikel Das digitale Vermächtnis
angekündigt, dass ich meine analogen Bildbestände nun endlich
digitalisieren wollte. Ja, ich bin jetzt ernsthaft dabei!
1994 gab es eine Phase, in der ich mich an Büroklammern abgearbeitet habe. Damals war ich in meinem Bürojob ein wenig (räusper) ... nennen wir es "gelangweilt". 😏
"Everything seemed to fit so well" (Alles schien so gut zu passen) ist kein Foto. Das Motiv stammt aus einem Fotokopierer, an dem ich Stunden verbringen musste, um papierne Exportdokumente in x-facher Ausfertigung herzustellen. Wartezeit sinnvoll nutzen, lautete meine Devise. Die Büroklammern habe ich mit Tesafilm auf einem Papier fixiert, sonst hätte ich es nicht auf den Kopierer legen können. Der türkisfarbene Hintergrund war eine Abfallseite, die jemand im Kopierraum in den Papierkorb geworfen hatte. Auf der leeren Rückseite ließ sie sich aber wunderbar mit dem Büroklammermotiv recyceln. Streng genommen ist das hier nicht mal eine Fotografik sondern... tja, ich weiß nicht, ob es dafür einen eigenen Begriff gibt. Update: Ja, es gibt den Begriff der Kopierkunst oder Xerox Kunst, und die gibt es seit den 1960er Jahren. Ich zeige dieses Motiv hier im Blog, weil ich es sehr inspirierend finde, die Grenzen der klassischen Fotografie zu überschreiten.
Labels:
Analog > Digital,
Archivgestöber,
Inspirationen
Dienstag, 8. März 2016
TV-Tipps für März und April
In den kommenden vier Wochen gibt es nur etwas für die "Tellerrandgucker", also für Leute, die sich ihre Inspirationen in der Kunst oder anderen medialen Bereichen suchen. Fotografische Feinkost verspricht hierbei am ehesten eine Sendung über und mit Klaus von Gaffron, der seine Arbeiten als "Fotobilder" bezeichnet. Er hat sich der Schulung des Sehens verschrieben und eigene Techniken des (analogen) Fotografierens entwickelt.
Ganz spannend finde ich auch das Thema "gendertypische Kleidung", was für alle Portrait- und Studiofotografen von Interesse sein könnte.
Wer Kinder fotografiert, kann sich anschauen, wie sich dieses Motiv über Jahrhunderte hinweg in der Malerei entwickelt hat, und wie sich die Entwicklung in Technik und Ästhetik auf die Abbildung von Kindern ausgewirkt hat.
Neugierig geworden? Hier geht's zur Liste der aktuellen Sendungen, die ich wie immer aus dem Newsletter von www.kunstlinks.de herausgepickt habe.
Montag, 29. Februar 2016
Das Ende von Picasa
Bei Picasa hatte ich immer gemischte Gefühle, aber es war eines der bekanntesten kostenlosen Bildbearbeitungsprogramme und somit für viele Foto-Einsteiger eine angenehme Lösung.
Jetzt kommt das Aus, aber keine Panik: Wer mit Picasa arbeitet, kann dies auch weiterhin tun. Das Programm läuft weiter, es wird nur nicht mehr aktualisiert. Langfristig ist Picasa also keine Lösung, denn auch Bearbeitungsprogramme entwickeln sich ständig weiter, d.h. sie werden besser. Allein deshalb lohnen sich die Mühe und vielleicht auch die Investition, auf ein Programm umzusteigen, das auf lange Sicht weiter ausgebaut wird.
Wer die Webalben von Picasa nutzt, muss jetzt aktiv werden. Dieser Dienst wird zum 15.03.2016 eingestellt. Die in der Cloud gespeicherten Webalben gehen zwar nicht verloren, aber sie werden automatisch nach Google Fotos übernommen. Dazu muss man sich als Google+ Anwender anmelden. Wer bei Google bereits ein GMail-Konto hat, benötigt keine Neuanmeldung, man muss nur angeben, dass man nun Google Fotos nutzen möchte. Wer das nicht will, kann seine ehemaligen Picasa-Alben weiterhin einsehen, aber keine weiteren Bilder hochladen.
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