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Donnerstag, 8. Juli 2021

Entrümpeln

  

Bevor ich meine Abzüge aus über dreißig Jahren analoger Fotografie entsorge, wollte ich die Stapel noch einmal "visualisieren". Was man hier sieht ist nur ein Bruchteil, geschätzt die Hälfte von dem, womit ich den Flachbettscanner seit Beginn des Digitalisierungsprojekts gefüttert hatte. 

Freitag, 31. Januar 2020

Das papierlose Fotoarchiv


























Im Moment mache ich wenig/er neue Fotos, ich habe noch so viele alte. In den letzten Jahren hatte ich kein einziges analoges Fotoalbum mehr geöffnet, geschweige denn irgendwelche Dias herausgekramt. Diese Bilder waren immer da, als Erinnerungen in meinem Kopf, und "körperlich" in Form von Umzugskartons, die ich nach den letzten beiden Umzügen nicht mehr ausgepackt hatte.
Wie mehrfach berichtet laufen meine Scanner auf Hochtouren, das Analoge wird digital und die Datenmenge wächst. Gerade habe ich wieder eine externe Festplatte mit 2TB gegen ein neueres Modell mit 4TB ausgetauscht.

Das alte Archiv, das sich stets wie ein "blinder Fleck" angefühlt hatte, ist jetzt wieder Teil meines Alltags. Mit den aufgepeppten Fotomotiven blüht auch mein Gedächtnis wieder auf. Es gibt Bilder, die ich unter dem Stichwort "Supermemories" führe, weil ihr Anblick eine ganze Kaskade von Erinnerungen wachruft. Ich hätte alles einfach unbesehen in den Müll werfen, mir viel Arbeit und Zeit sparen können, aber ich bin froh, dass ich das nicht getan habe.

Sie haben keinen Scanner und wenig Zeit? Dann wählen Sie die "Quick&Dirty-Lösung": Alte Fotos einfach abfotografieren und danach wie neue Motive behandeln. Wenn Sie noch unsicher sind, was Sie mit Ihren alten Bildern machen sollen, lesen Sie weiter. 

Mittwoch, 8. Januar 2020

Das dritte Bild


Nein, diese Landschaft gibt es nicht "in echt". Dieses Bild ist eines von vielen Nebenprodukten, die am Rande meines unendlich langwierigen Digitalisierungsprojekts entstehen. Es ist ein "Sandwich" aus zwei Diapositiven, die ich zusammen in ein Diarähmchen gesteckt, und dann als Einzelbild gescannt habe. Anschließend habe ich die TIFF-Datei in Photoshop und Lightroom optimiert.

So einen kreativen Unfug mache ich nicht zum ersten Mal. Die Anfänge reichen weit zurück in die 1990er Jahre. 

Montag, 4. März 2019

Alte Schätze: Das Digitalisierungsprojekt

Letzte Woche war der Drucktermin für das Handbuch zur Nikon Coolpix P1000. Somit habe ich jetzt wieder mehr Zeit für das Langzeitprojekt "Fotos und Dias digitalisieren". Zwei Tage lang habe ich nur noch farbstichige, verfusselte und verstaubte Motive am Computermonitor gesehen, das ist schon eine spezielle Erfahrung. Bald kann ich mich als digitaler Bildrestaurator bewerben.

Klick aufs Bild für größere Ansicht
Verschossene und vergilbte Fotos gehören beim Scannen zum Alltag. Wenn man die Software richtig einstellt, entfernt sie typische Farbstiche recht zuverlässig. Das ist oft einfacher, als die gescannten Motive erst später in Lightroom zu korrigieren. Allerdings muss man neben dem Scanner sitzenbleiben und die Einstellungen für jedes Motiv anpassen. Staub und Kratzer entfernen kann gute Software auch, aber das geht nicht selten auf Kosten der Bildschärfe. Ich fotografiere schon seit meiner Kindheit mit großer Begeisterung, aber ich hatte keine hochwertigen Kameras. Wenn mir damals jemand gesagt hätte, dass ich dreißig Jahre später Fotografin beziehungsweise Fotofachbuchautorin werden würde, hätte ich vielleicht länger gespart und mir doch die ganz teure Profikamera gekauft. Hätt i, daad i, war' i, sagt man bei uns in Bayern. Das bedeutet so viel wie: Jetzt ist es zu spät, sich darüber Gedanken zu machen, der Zug ist abgefahren. Die gute Nachricht für mich lautet: Ich muss die Originale nicht mehr aufbewahren.
 

Alte Digitalmotive 
Falls Ihre Digitalkamera zehn Jahre alt oder sogar noch älter ist (ja, das gibt es!), dann fassen Sie sich ein Herz und kaufen Sie sich bald eine neue.

Montag, 17. September 2018

Dias und Fotos digitalisieren: Mein Workflow


Vor etwa einem Monat hatte ich berichtet, dass ich meine analogen Schätze dringend retten, sprich einscannen muss. Um die Aufnahmen wieder vorzeigbar zu machen, müssen sie nach dem Scannen bearbeitet werden. Das dauert oft genauso lange wie der reine Scanvorgang,  manchmal sogar länger. Zwar kann man eine gute Scan-Software so einstellen, dass die Bilder automatisch optimiert werden, aber das funktioniert nicht immer. Manche Bilder werden zu hell oder zu dunkel digitalisiert, bei anderen ändert die Automatikeinstellung das Bildformat und schneidet unterbelichtete Bereiche einfach ab. Beim automatischen Entfernen von Staub und Kratzern kann es ebenfalls zu Fehlern kommen. 

Neben dem Scanner sitzenbleiben, um sofort einzugreifen wäre eine Möglichkeit, aber ich verbringe meine Freizeit lieber anders.


Deshalb lasse ich die Magazine weitgehend unbeaufsichtigt durchlaufen und überprüfe anschließend, welche Bilder einen zweiten Scan brauchen. Diese Motive picke ich anschließend heraus und lege sie für später zurück. Die fehlerhaften Scans bleiben trotzdem vorläufig im Archiv, damit ich sie später ersetzen kann: Der neue Scan bekommt den gleichen Dateinamen und überschreibt die fehlerhafte Datei. Das sollte man natürlich nur machen, wenn man wach und aufmerksam ist, sonst heißt es: zurück an den Scanner...

Mittwoch, 22. August 2018

Alarmstufe Rot

Wer meinen Blog schon lange liest weiß, dass mich das Thema analoge Fotos digitalisieren seit langem umtreibt. Ich habe schon als Kind fotografiert. Obwohl ich immer wieder ausgemistet und viel entsorgt habe, sind im Lauf der Jahre hunderte von Fotoabzügen zusammengekommen.

1985 - 9x13 Fotoabzug gescannt und digital aufbereitet

Manche Fotos hatte ich gar nicht selbst gemacht, folglich sind die verbliebenen Fotoabzüge die einzigen Originale. Anfangs habe ich alles in Alben geklebt, aber nach ein paar Jahren waren die Regale voll. Meine Fotos landeten in schönen Kartons, weil sie dort platzsparender unterzubringen waren. Dias kamen auch dazu, hauptsächlich von den Reisen, die ich gemacht hatte. Die Digitalfotografie hat mein Platzproblem schließlich gelöst.

Meine digitalen Fotos schaue ich mir sehr oft an, die Fotoabzüge und Fotobücher etwas seltener. Vor allem die Dias haben es schwer. Um sie anzuschauen müsste ich jedes Mal einen alten Projektor aus dem Keller holen und die Dias vor der Projektion entstauben... sinnlos!

Alles digital verfügbar machen war deshalb immer der Plan, doch er scheiterte stets an dem einen Gedanken: Das kann ich ja irgendwann später auch noch machen, wenn ich denn mal Zeit dafür habe. Das nennt man Aufschieberitis. Dieses Versäumnis trifft mich in diesen Tagen wie ein Bumerang.

Mittwoch, 21. März 2018

Analoge Fotos und Dias digitalisieren: Erfahrungsbericht


Im Oktober hatte ich angekündigt, dass ich testweise einige meiner analogen Bilder von einem professionellen Dienstleister digitalisieren lassen wollte. Aus Überfluss an Zeitmangel konnte ich die Sendung erst im November losschicken. Für meinen Testauftrag hatte ich tief ins Archiv gegriffen und Originale in vier unterschiedlichen Formaten gewählt:
  • Kleinbilddias und 
  • Kleinbildnegative aus den 1990ern (24x36 mm)
  • Negative im Pocketformat (24x24 mm) sowie 
  • einen Streifen eines analogen 6x6 Rollfilms (Mittelformat) aus den 1970ern.
Im Hinblick auf die Motive hatte ich Typisches und Schwieriges ausgesucht: Die Dias waren ziemlich verstaubt, manche tendenziell unterbelichtet, und auf dem Rollfilm befanden sich Sonnenuntergangsmotive. Da ich selbst auch schon einiges Material digitalisiert habe, war ich mir im klaren darüber, dass das keine leichte Aufgabe wird.

Montag, 10. April 2017

Smartphone oder Kamera?

Nach dem Artikel zu den aktuellen Kameratrends hat mir Snoopy eine interessante Mail geschrieben, auf die ich so antwortete:

Ich glaube ja, dass wir immer besonders "anfällig" für Neuigkeiten sind, die unsere eigene Weltsicht bestätigen. Darum freut es mich umso mehr, dass Du mir eine andere Perspektive aufzeigst.














Eine ganz andere Perspektive
Aus Sicht eines analogen SW-Fotografen ist ein Comeback der Filmkameras und der dazugehörigen Filmmaterialien zu beobachten. Hinweise dafür sind zum Beispiel, dass Nikon die F5 wieder auflegt, Fuji bringt Filme, Foma neue SW-Papiere und -Filme und auch Ektachrome kommt wieder neu heraus. Nachdem der Umsatz für analoge Filme jahrelang fast auf Null zurückgegangen war, berichtet ein Grosshändler, dass sich der Umsatz nun seit Jahren jedes Jahr wieder verdoppelt. Es scheint sich also für einige Betriebe wieder zu lohnen, Kameras und Filme neu aufzulegen. Das Interesse an Kursen für Filmentwicklung und Dunkelkammerarbeit wächst ebenfalls, sogar bei sehr jungen Teilnehmern. 

Dienstag, 13. September 2016

Günter Spitzing: Ein Lebenswerk

Es gibt viele Beweggründe, warum jemand eine Kamera in die Hand nimmt und Bilder macht. Während wir älter werden, verändert sich nicht nur die Technik. Auch der Blick des Fotografen wandelt sich mit den gesammelten Erfahrungen. Im letzten Teil der Interviewserie mit Günter Spitzing geht es um dieses Thema.

Viele Fotografen träumen von einer eigenen Fotoausstellung. Sie haben u.a. 1976 auf der photokina ausgestellt, später Porträts aus Bali und Indien gezeigt; heute sind es vor allem Fotos aus dem Projekt Irular. Was sind Ihre Erfahrungen mit Ausstellungen generell? 

GS: Ausstellungen haben einen hohen Aufmerksamkeitswert. Sie machen sich auch gut in der Vita. Reaktionen erhalte ich allerdings nicht all zu viele. Früher haben Fachredaktionen Ausstellungen besprochen. Das geschieht heute kaum noch. Ich denke aber schon, dass die Kombination von Ausstellungen, Presseartikeln und Vorträgen doch ein gutes Mittel ist ein Sache bekannt zu, auch um Unterstützer für unsere Ureinwohnerprojekte zu bekommen.

Was bedeutet das Fotografieren für Sie heute? 

Fotografieren, auch Filmen ist nach wie vor wichtig. Früher ging es allerdings vor allem um die Bildgestaltung. Heute eher um die Bildinhalte. Ich brauch Fotos aus dem Leben der Irular als Illustrationsmaterial in Vorträgen, Artikeln, Bücheren und last not least für meine Website.

Wie groß ist Ihr fotografisches Archiv (analog und digital)? 

Gezählt habe ich meine Dias nicht. Schätzungsweise sind es knapp 100 000. Das Digitalarchiv hat diese Größenordnung noch nicht erreicht, wächst aber schnell, zumal ich ja auch viele Dias scannen muss. SW-Negative sind etwa 10 000 vorhanden. Da nach digitalen Aufnahmen ohne große Umstände, sowohl farbige, wie schwarzweiße Bilder hergestellt werden können, gibt es in Schwarzweiß keinen Zuwachs.














Machen Sie sich Gedanken darüber, was später einmal aus Ihrem fotografischen Nachlass wird? 

Mittwoch, 9. März 2016

Everything seemed to fit so well

Vor etwa drei Monaten hatte ich im Artikel Das digitale Vermächtnis angekündigt, dass ich meine analogen Bildbestände nun endlich digitalisieren wollte. Ja, ich bin jetzt ernsthaft dabei!

1994 gab es eine Phase, in der ich mich an Büroklammern abgearbeitet habe. Damals war ich in meinem Bürojob ein wenig (räusper) ... nennen wir es "gelangweilt". 😏




"Everything seemed to fit so well" (Alles schien so gut zu passen) ist kein Foto. Das Motiv stammt aus einem Fotokopierer, an dem ich Stunden verbringen musste, um papierne Exportdokumente in x-facher Ausfertigung herzustellen. Wartezeit sinnvoll nutzen, lautete meine Devise. Die Büroklammern habe ich mit Tesafilm auf einem Papier fixiert, sonst hätte ich es nicht auf den Kopierer legen können. Der türkisfarbene Hintergrund war eine Abfallseite, die jemand im Kopierraum in den Papierkorb geworfen hatte. Auf der leeren Rückseite ließ sie sich aber wunderbar mit dem Büroklammermotiv recyceln. Streng genommen ist das hier nicht mal eine Fotografik sondern... tja, ich weiß nicht, ob es dafür einen eigenen Begriff gibt. Update: Ja, es gibt den Begriff der Kopierkunst oder Xerox Kunst, und die gibt es seit den 1960er Jahren. Ich zeige dieses Motiv hier im Blog, weil ich es sehr inspirierend finde, die Grenzen der klassischen Fotografie zu überschreiten.

Mittwoch, 19. Dezember 2012

Wenn die Inspiration flöten geht



Strategien, zur Überwindung des gelegentlich auftretenden Fotofrusts (Teil 1)

Autoren fürchten die sogenannte Schreibblockade, diesen grässlichen Zustand, in dem man vor einem weißen Bildschirm sitzt, und etwas zu Papier bringen soll. Die Ideen wären prinzipiell da, aber jeder Satz krümmt sich wie ein Wurm. Am Ende des Tages hat man mehr Textpassagen gelöscht als gespeichert. Diese uninspirierten Phasen gibt es auch beim Fotografieren. Da ist diese unsägliche Lust, hinaus zu gehen und tolle Fotos zu machen. Man hätte Zeit - oh Wunder - , man hat eine tolle Kamera, aber egal was man fotografiert: es sieht irgendwie alles sch... aus. Es will und will einfach kein Motiv auftauchen, mit dem man sich länger beschäftigen könnte. Uah. Das kann einem die Lust aufs Fotografieren ganz schön verhageln. Was tun?

Freitag, 14. Januar 2011

Alte Kameras verkaufen

Eine Fotokurs-Teilnehmerin schreibt:
"Hast Du mir denn vielleicht einen Tipp, wo ich mich am besten hinwenden könnte, um eine Messucherkamera (Petri 7 S) zu verkaufen bzw. den möglichen Preis zu ermitteln?"

Am besten geht das über das Internet: bei eBay kann man nachschauen, ob und zu welchem Preis ein Gerät gehandelt wird.

Eine andere Möglichkeit ist immer der Gang zu einem Fotohändler, der sich auf alte Kameras spezialisiert hat. Da gibt es in der Regel nicht viel Geld. Ebenso wenig springt dabei heraus, wenn man auf Annoncen in kostenlosen Wochenzeitungen reagiert (Ankauf / Kameras). Das ist logisch, denn die Händler wollen beim Verkauf ja auch noch mal etwas verdienen.