Mittwoch, 18. Januar 2012

TV-Tipps Fotografie, Februar 2012


Wieder ganz frisch eingetroffen sind die Fernsehtipps von kunstlinks.de

Wer schon länger die Liste der Sendungen verfolgt, wird diesmal nicht viel Neues finden. Für alle, die neu dabei sind oder Sendungen verpasst haben, sind die Wiederholungen natürlich eine gute Gelegenheit, doch noch mal rein zu schauen. Hier geht's zum PDF-Download

Auf Youtube gibt es auch eine Menge Videos, manche sind interessant, andere einfach nur ballaballa und überflüssig wie ein Kropf. Ich habe damit angefangen, den einen oder anderen interessanten Beitrag, den es im Fernsehen über Fotografie gab, in einem eigenen Kanal zu sammeln. Da ich bekanntlich nicht viel überflüssige Zeit zu spendieren habe, ist die Sammlung momentan noch sehr überschaubar... oder sagen wir: klein aber fein?
Zum Fotonanny Youtube-Kanal geht's hier entlang.

Schreibt mir, ob ihr einzelne Video-Tipps haben wollt, dann poste ich in Zukunft eine Youtube-Empfehlung des Monats zusammen mit den Fernsehtipps. Natürlich nehme ich auch gerne sachdienliche Hinweise zu interessanten Videos entgegen. Wie wäre es mit diesem hier?

Lichtkunstfotografie mit Jan-Leonardo Wöllert
...der übrigens im März einen Workshop in Nürnberg macht...
Beitrag bei euromaxx TV, 5 min

Und: klar kenne ich Foto TV, ich bin sogar zahlende Abonnentin. Aber komischerweise machen mich die Videos dort nicht wirklich an. In einer ruhigen Minute werde ich mal analysieren, woran das wohl liegen könnte.

Dienstag, 17. Januar 2012

Genial daneben

Karate-Kid über den Dächern Giesings

Es gibt immer wieder Momente, in denen der Zufall ein kurioses Spiel mit uns treibt. So geschehen in den Weihnachtsferien, als wir Besuch von Paul hatten. Paul ist zwölf und begeistert sich für Karate. Abends auf dem Dach gab es noch eine kleine Trainingseinheit vom Onkel und die Tante sollte ein paar Bilder machen. Eigentlich sollte es ein tolles Action-Foto mit dem entfesselten Blitz werden, aber das klappte alles irgendwie nicht so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Mal löste der Blitz aus, mal tat er es nicht. Aber dann war es auf einmal doch da: DAS Bild des Abends. Ohne Blitz, mit "Gegenlicht" und angestrahlter Kirche. An diesem Foto waren zwei Dinge geplant: der Moment der Aufnahme (Bewegungsphase) und der Bildaufbau. Nicht geplant war die Dunkelheit. Dass das Bild als Gegenlichtmotiv funktoniert, habe ich den Lichtern der Stadt zu verdanken, und dem schlechten Wetter: die tief hängenden Wolken haben  eine Menge Licht von unten reflektiert.

Mit manuellen Einstellungen an der Kamera wäre das Bild rettungslos zu dunkel geworden, denn ich hätte es von vorneherein auf die Helligkeit des Blitzlichts abgestimmt. Stattdessen hatte ich mich in dieser Situation für die Halbautomatik mit 1/15 s Belichtungszeit und ISO-Automatik entschieden (Uh!). Weil der Blitz aber mal wieder nicht feuerte, erhöhte die Kamera den ISO-Wert auf 3200. So hat mir die oftmals so verpönte Automatik ein Bild beschert, mit dem ich nicht gerechnet hatte.

Ich freue mich über diesen genialen Zufallstreffer und ich lerne daraus, dass man sogar bei fast vollständiger Finsternis noch Gegenlichtaufnahmen von bewegten Motiven hin bekommen kann. Ich lerne aber auch daraus, dass ich mit meinen Blitzgeräten noch ein bisschen üben muss, bis eine echte Outdoor-Strobistin aus mir wird ;-)

Dienstag, 10. Januar 2012

Ausstellungen in München & kostenloses Onlineseminar

EINSTIEG IN DIE PANORAMAFOTOGRAFIE 
Wer immer schon mal etwas mehr über dieses Thema erfahren wollte, kann das kostenlose Onlineseminar mit Uwe Statz besuchen. Er zeigt bei fotodialoge.com anhand einiger 360° Panoramabilder des Mainradweges, was gute Panoramafotografie ausmacht und welche Ausrüstung sinnvoll und notwendig ist. Im Chat können die Teilnehmer Uwe Statz Fragen stellen oder vorab Ihre Fragen schicken.

Wann: 8.2.11 ab 19 Uhr (Internet!)
Mehr erfahren oder gleich buchen

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PhotoWalkingMunich hat eine aktuelle Infoseite mit FOTO-AUSSTELLUNGEN IN MÜNCHEN zusammengestellt. Mich würde es am ehesten hierhin ziehen:

Olaf Otto Becker “Under the Nordic Light”
Zeitgenössische Fotoarbeiten aus Island
bis 21.1.2012 in der Galerie f5,6,
Ludwigstraße 7, München
Öffnungszeiten Di-Fr 12-18 Uhr, Sa 12-17 Uhr 

Alle Ausstellungen auf der Seite von PWM
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Ergänzen möchte ich noch folgende Veranstaltung:
PAOLO PELLEGRIN. RETROSPEKTIVE

Was macht ein Foto zu einem Nachrichtenträger? Was macht ein Foto zu einem Gefühlsträger? Von der Welt, in der wir nicht leben, erfahren wir viel durch die Medien...  (mehr)
 
Paolo Pellegrin (geb. 1964) fotografiert seit 2005 für die Agentur MAGNUM.

Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern,
Maximilianstraße 53, 80530 München,
U-Bahn-Station Lehel (U4/U5)

12. Oktober 2011 bis 20. Februar 2012
täglich 9.00 – 19.00 Uhr,
an gesetzlichen Feiertagen geschlossen
Eintritt frei

Freitag, 6. Januar 2012

Es gibt kein schlechtes Wetter


"Fotografieren bei Sonnenschein ist angenehm, aber man verpasst viel zu viele interessante Motive, wenn man die Kamera bei Regen liegen lässt. Für Fotografen und Wanderer gibt es kein schlechtes Wetter, nur falsche Kleidung. Die Technik hält eine Menge aus, das einzige worauf Sie wirklich aufpassen müssen, sind Wasserspritzer auf dem Objektiv."

...so jedenfalls liest sich eine Textpassage, die ich unlängst fürs neue Buch verfasst habe. Natürlich habe ich immer auch "berufliche Gründe", meine Kamera(s) mitzunehmen, wenn ich unterwegs bin. Und gestern war mal wieder so ein Tag: Die morgendliche Wettervorhersage kündete von Sturmtief Andrea und der Regen-Vorschaufilm verhieß nichts Gutes. Einen Moment lang war ich geneigt, den großen Fotorucksack zu Hause stehen zu lassen und nur mit der kleinen Kamera los zu ziehen. Wieso das schwere Ding stundenlang mit herum schleppen, wenn ich mit der Kleinen auch ein paar Fotos würde machen können? Die ersten Bilder der "Sturm-Dokumentation" entstanden dann auch mit der G11.


Als es am Abend urplötzlich richtig ungemütlich wurde, griff ich doch noch in den Fotorucksack:


Die Kamera wurde nass, ich hatte Spritzer auf der Frontlinse, die den Autofokus irritierten, und das Auslösen mehrfach verhinderten. Wenn der Regen bei Windstärke 5 waagerecht von vorne kommt, ist man auch unter einem Torbogen nicht sicher. In solchen Situationen gilt nur noch das Motto "Draufhalten". Von den 20 Bildern, die ich machte, habe ich 17 wieder gelöscht. Über die anderen drei freue ich mich. Sie verankern einen besonderen Tag in meinem visuellen Archiv noch tiefer, als dies ohne Bilder der Fall gewesen wäre.

Natürlich kann man seine Ausrüstung schonen, dann gibt es kein Risiko, keine Wasserflecken und keine beschlagene Linse - aber eben auch keine Bilder. Hinterher habe ich meine Kamera natürlich gut behandelt, alles wieder trocknen lassen und die Linse schön geputzt.

Wer seine Kamera besser schützen will, der kann sie vorher einpacken. Der Regenschauer gestern erwischte mich unerwartet zwischen zwei Terminen, so dass keine Zeit war, die Obsttüten-Strategie anzuwenden, so wie ich es wenige Tage zuvor für die Silvesterfotos gemacht hatte:


Zutaten: Kreppband und Obsttüte, für Langzeitaufnahmen +Stativ und +Fernauslöser. Der Fernauslöser funktioniert auch unter der Hutze. 
Die große Streulichtblende an diesem Objektiv ist besonders von Vorteil, weil sie auch gut gegen Spritzwasser schützt.

Natürlich geht viel daneben, wenn man experimentiert. Aber die kleinen Perlen, die man geschenkt bekommt, wenn man die Komfortzone verlässt, sind es mir wert. 

Wo haben Sie zuletzt Ihre Komfortzone verlassen? 
Ich hoffe, Sie wurden mit guten Bildern belohnt!?

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Frohe Weihnachten mit den TV-Tipps


Soeben frisch eingeschneit sind die Foto-Fernsehtipps für die Ferienzeit vom 24.12. bis 20.01.2012

Hier geht's zum PDF-Download
Herzlichen Dank wie immer an www.kunstlinks.de

Die Feiertage stehen vor der Tür, vielleicht liegt auch eine neue Kamera oder neues Zubehör unter dem Baum. Im Sinne eines Oliviero Toscani mag der eine oder andere in den nächsten Tagen vielleicht einen fotografischen Seitenblick auf das große Fest werfen? Wie auch immer Ihr/Dein/Euer Weihnachten aussehen mag:  

Die Fotonanny wünscht Frohe Weihnachten und gut Licht für alles, was einem so vor die Linse springen kann :-)


Die Kehr-Seite des Konsums


Donnerstag, 8. Dezember 2011

Fotowettbewerb der MVG

Es war ein kalter, grauer Vormittag, als die MVG München im Oktober ihren 150. Geburtstag feierte. Nicht direkt die beste Lichtstimmung für schöne Fotos. Trotzdem hat es geklappt: mein Foto von der historischen Tram hat es auf den zweiten Platz des Fotowettbewerbs geschafft. Eingereicht werden durfte pro Fotograf nur eine Aufnahme, die möglichst am Veranstaltungstag gemacht sein und einen Bezug zur MVG haben sollte.


Da ich eher selten Fotos zu Wettbewerben einschicke, freue ich mich natürlich über diesen spontanen Volltreffer. Über Wettbewerbsbedingungen reden wir ein andermal.

Am kommenden Sonntag ist die Preisverleihung im MVG-Museum an der Ständlerstraße. Wenn das böse Kratzen im Hals bis dahin wieder verschwindet, werde ich natürlich dabei sein. Ich bin auch sehr gespannt, ob sich das Foto auftreiben lässt, das der Straßenbahnschaffner von mir gemacht haben muss. Hinter mir standen auch noch drei weitere Fotografen...

Die Wettbewerbsseite der MVG wird sicher irgendwann gelöscht, daher habe ich mir erlaubt einen Screenshot zu machen, auf dem man die Fotos auf den Plätzen 1-6 sehen kann. Insgesamt haben 20 Fotos einen Preis gewonnen.


Ich finde, dass gerade auch auf den hinteren Plätzen einige sehr interessante Fotomotive gelandet sind. Ich bin gespannt, ob die Mitglieder der Jury am Sonntag anwesend sind, und ein bisschen was erzählen. :-)

Hier geht's zur Galerie der MVG.

Mittwoch, 7. Dezember 2011

Sandwich digital

Heutzutage fotografiert fast niemand mehr Dias, aber vielleicht erinnern sich noch ein paar alte Hasen an vergangene Zeiten: Als "Sandwich" bezeichnete man damals ein Bild, das aus zwei oder mehreren übereinander gelegten Schichten bestand. Nicht zu verwechseln mit einem Sandwich ist die Doppelbelichtung, also das Fotografieren von zwei Motiven auf ein und denselben Filmstreifen. Der Effekt kann zwar sehr ähnlich ausfallen, aber bei einer Doppel- oder Mehrfachbelichtung lassen sich die einzelnen Motive nicht mehr von einander trennen, beim Sandwich hingegen schon.

analoges Sandwich aus zwei Dias

Doppelbelichtungen kann man bei einigen Digitalkameras als Funktion einstellen, also ruhig mal ausprobieren. Sandwich-Fotos lassen sich nur nachträglich per Bildbearbeitung anfertigen. Dabei hat man natürlich auch etwas mehr Spielraum und Gestaltungsmöglichkeiten.

Damit Sandwich-Bilder nicht zu dunkel werden, benutzte man in der analogen Fotografie eher überbelichtete, also zu helle Fotos. Zwei helle Dias übereinander gelegt ergaben ein weitgehend "korrekt belichtetes" Sandwich. Darauf muss man beim digitalen Fotografieren nicht mehr achten, denn in der Bildbearbeitung lässt sich einerseits die Helligkeit nachregulieren, oder man passt die Transparenz der einzelnen Bildschichten entsprechend an.

digital erzeugtes Sandwich

Die Idee für dieses Sandwich kam mir beim Fotografieren, denn die beiden Einzelfotos sind kaum zu gebrauchen: die Beleuchter hatten offensichtlich keine Ahnung, wie man Gesichter richtig aus- oder anleuchtet. Bei der roten Figur verschwindet das linke Auge völlig im Dunklen. Bei der grünen Figur ist die Ausleuchtung auch sehr hart, aber immerhin ein bisschen besser. Die beiden Gesichter habe ich im Hinblick auf die spätere Überblendung schon so fotografiert, dass sie ungefähr gleich groß, und die Augen etwa an derselben Stelle sind.

die Originalaufnahmen

Die weiteren Arbeitsschritte sind schnell gemacht. Dazu braucht man ein Bildbearbeitungsprogramm, das Ebenen unterstützt (Photoshop CS, Elements,  GIMP usw.).
  1. beide Bilder öffnen
  2. grünes Gesicht kopieren (STRG+A und STRG + C) und als neue Ebene 1 ins rote Bild (Hintergrundebene) einfügen (STRG + V)
  3. Ebenentransparenz der Ebene 1 mit dem Schieberegler in der Ebenen-Palette auf 50% setzen, damit man das untere Motiv durchscheinen sieht
  4. mit dem Bewegen-Werkzeug das grüne Gesicht (Ebene 1) so verschieben, dass die Augen exakt übereinander liegen
  5. Bildausschnitt ggf. anpassen: hier waren die Fotos nach dem Verschieben nicht ganz deckungsgleich; die nicht überlappenden Bereiche habe ich mit dem Freistellen-Werkzeug entfernt.

    Wenn die Motive nicht gleich groß sind: mit dem Befehl Ebene (frei) transformieren kann man die eingefügte Ebene vergrößern oder verkleinern
  6. Ebenen-Deckkraft der Ebene 1 anpassen (hier waren ca. 35% ausreichend) und die Methode der Ebenen-Verrechnung (Füllmethode, hier Negativ multiplizieren) auswählen. Die verschiedenen Modi führen zu unterschiedlichen Efffekten > ausprobieren, was zum Motiv passt
  7. Ebenen auf Hintergrund reduzieren
  8. ggf. noch die Helligkeit/Kontraste und Farben anpassen
  9. Als neue Datei speichern - fertig.
Ansicht der Ebenen-Palette von Photoshop (Elements)

Ob man den rot-grünen Wurzelsepp nun schön findet oder nicht, ist eine Frage des Geschmacks. Aber vielleicht habt ihr ja Fotomotive auf der Platte, bei denen ihr die Sandwich-Technik mal ausprobieren wollt? 
Viel Spaß beim Basteln!