Montag, 10. September 2018

Bildstabilisator sei Dank


Es gibt Momente, da rutscht mir das Herz in die Hose. Auf die Turmbesichtigung hatte ich mich sehr gefreut. Natürlich hatte ich auch den Warnhinweis gelesen und wusste, was auf mich zukommt: Schwindelfreiheit erforderlich


Es gibt Türme, die ich sehr gut erklimmen kann und es gibt die anderen. Das Treppenhaus ist meistens kein Problem. Ab da wo die Glocken hängen wird es schwieriger. Als ich dann aber die Türschwelle zum Rundum-Ausguck erblickte und dazu den vergleichsweise schmalen Balkon mit dem lapidaren Zäunchen vor dem gähnenden Abgrund war ich wie versteinert. Es gelang mir nicht mehr, der Dame hinter mir die Tür aufzuhalten. Mann, die war sauer... Mit dem Rücken an die orange Mauer gepresst starrte ich nur noch auf meinen Kameramonitor, nur um nicht nach unten schauen zu müssen. Schlotternde Knie, zitternde Hände und Schnappatmung... wie gut, dass der Bildstabilisator das alles aufgefangen hat. Gut auch, dass ich mit einem Psychologen verheiratet bin, der mir vor Ort einen Sofort-Crashkurs in Bauchatmung verpasst und mich nach zwei Minuten so weit beruhigt hatte, dass ich doch noch eine volle Runde um den Turm geschafft habe, immer hübsch mit dem Rücken an der Wand. 

Für dieses Motiv brauchte ich das 360 mm Zoom der TZ202, es war nur noch Blende 6,4 verfügbar. Dabei verlängert sich die Belichtungszeit und der ISO-Wert steigt. Bei trübem Wetter wäre das in meinem Zustand das Aus für eine halbwegs scharfe Aufnahme gewesen.



Nächstes Jahr steige ich wieder auf den orangen Turm und werde bis dahin jede Gelegenheit nutzen, mich per Bauchatmung an solche Ausblicke zu gewöhnen. Übung macht den Meister und die Fotos, die man von so weit oben machen kann, sind eine gute Motivation. Das mit der Tür kriege ich nächstes Jahr auch besser geregelt. Jetzt weiß ich ja, dass ich nicht sterbe, wenn ich da oben im Freien stehe...



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